Porsche-Restrukturierung, Jobs

Porsche-Restrukturierung: 9.000 Jobs weg, Beschäftigungssicherung bis 2035

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Porsche streicht tausende Stellen in Baden-Württemberg und sichert Beschäftigung bis 2035 zu. Grund sind drastisch gesunkene Gewinne und Absatzprobleme in China.

Porsche AG: Aufsichtsrat billigt massiven Stellenabbau bis 2035
Ein moderner Porsche in einer minimalistischen, technologisch fortschrittlichen Fabrikhalle bei gedimmtem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat grünes Licht für ein zweites „Zukunftspaket“ gegeben. Das Sparprogramm sieht den Abbau von mehreren Tausend Arbeitsplätzen vor. Im Gegenzug erhalten die verbleibenden Mitarbeiter eine Standortgarantie und Beschäftigungssicherung bis 2035.

9.000 Stellen sollen in Baden-Württemberg wegfallen

Das neue Maßnahmenpaket umfasst rund 5.000 bis 6.000 zusätzliche Streichungen. Betroffen sind vor allem die Standorte Zuffenhausen und Weissach. Der Schwerpunkt der Kürzungen liegt in der Verwaltung und Entwicklung.

Zusammen mit früheren Schritten summiert sich der geplante Abbau auf 9.000 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg. Bereits beschlossen waren 1.900 sozialverträgliche Streichungen bis 2029, das Auslaufen von 2.000 befristeten Verträgen sowie die Schließung von drei Tochtergesellschaften mit 500 Stellen. CEO Michael Leiters treibt damit eine Vollsanierung voran, um den Sportwagenhersteller angesichts sinkender Margen wetterfest zu machen.

Beschäftigungssicherung erkauft – Mitarbeiter müssen Abstriche machen

Als Ausgleich für den massiven Personalabbau einigten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter auf eine langfristige Beschäftigungssicherung bis 2035. Doch die Mitarbeiter müssen auch finanziell Abstriche machen: Sonderzahlungen werden auf maximal 1.500 Euro gedeckelt, das Weihnachtsgeld gekürzt. Im Gegenzug sind erweiterte Homeoffice-Optionen Teil der Vereinbarung.

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Die Details der Restrukturierung sollen die Beschäftigten zeitnah erfahren. Für den 27. Juli ist eine Betriebsversammlung angesetzt. Dort wird die Belegschaft über die Tragweite der Einschnitte informiert.

Gewinneinbruch und China-Krise zwingen zum Handeln

Der harte Sparkurs ist die direkte Folge einer dramatisch verschlechterten Ertragslage. Im Geschäftsjahr 2025 brach der operative Gewinn um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro ein. Die operative Rendite lag zuletzt bei 6 Prozent – für 2026 peilt Porsche einen Korridor von 5,5 bis 7,5 Prozent an.

Besonders der Einbruch in China belastet. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge. Auch an der Börse läuft es schlecht: Seit dem Börsengang 2022 hat die Aktie rund 45 Prozent an Wert verloren. Leerverkäufer wetten auf weiter fallende Kurse.

Am 29. Juli legt Porsche die vollständigen Halbjahreszahlen vor. Ein Kapitalmarkttag folgt am 7. Oktober.

Signalwirkung für den gesamten VW-Konzern

Die radikalen Sparbeschlüsse bei der Tochter erhöhen den Druck auf den Volkswagen-Konzern. Während Porsche über den Stellenabbau eine Standortgarantie bis 2035 erkauft hat, drohen bei der Kernmarke VW laut Berichten massivere Einschnitte. Konzernweit könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze zur Disposition stehen, andere Schätzungen gehen von mindestens 50.000 gefährdeten Stellen aus.

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Branchenexperten sehen in dem Porsche-Deal ein Signal, das die Machtbalance innerhalb des Konzerns verschiebt. Während Porsche eine Sanierung ohne Werksschließungen anstrebt, werden solche Maßnahmen für andere Konzernteile zunehmend wahrscheinlicher. Leiters betont, dass der Fokus künftig auf margenstarken Modellen wie dem 911 und Luxus-Geländewagen liegen müsse.

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