Verkaufszahlen bei Porsche sinken â Hoffnung auf E-Cayenne
10.04.2026 - 09:00:06 | dpa.deDer Sportwagenbauer Porsche meldet wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika einen sinkenden Absatz. Im ersten Quartal 2026 verkaufte die VW-Tochter weltweit 60.991 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als GrĂŒnde nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.
Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker sagte, der Absatz zwischen Januar und MĂ€rz liege im Bereich der Erwartungen. «Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der MarkteinfĂŒhrung des vollelektrischen Cayenne». Dieser wird ab Sommer ausgeliefert.
StĂ€rkster RĂŒckgang in China
Einer der GrĂŒnde fĂŒr die KaufzurĂŒckhaltung im Reich der Mitte ist, dass das Geld bei wohlhabenden Chinesen wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. AuĂerdem ist Porsche sehr zurĂŒckhaltend bei Rabatten. In China ging der Absatz um 21 Prozent auf 7.519 Sport- und GelĂ€ndewagen zurĂŒck.Â
Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt ist das Minus bei den VerkÀufen deutlich geringer ausgefallen. Hier wurden von Januar bis MÀrz 18.344 Fahrzeuge verkauft. Das waren aktuell elf Prozent weniger.
Auch in anderen Regionen musste Porsche EinbuĂen hinnehmen. Lediglich auf dem Heimatmarkt verbuchten die Schwaben einen Anstieg der VerkĂ€ufe. Hier legten sie um vier Prozent auf 7.778 Fahrzeuge zu. In Europa ohne Deutschland brachen sie hingegen um 18 Prozent auf 14.710 GelĂ€nde- und Sportwagen ein.
Bei den weltweit verkauften Modellreihen lag der Cayenne weiterhin an der Spitze: Sein Absatz sank um vier Prozent auf 19.183 Fahrzeuge. Ab Sommer soll die vollelektrische Variante schrittweise eingefĂŒhrt werden. Der Sportwagen 911 legte um 22 Prozent auf 13.889 Autos zu.Â
Macan schwÀchelt besonders
Vom Macan wurden insgesamt 18.209 Autos verkauft, davon waren 10.130 Verbrenner. Letzterer wird laut Mitteilung in den meisten LĂ€ndern auĂerhalb der EU weiterhin parallel verkauft. Er wird noch bis diesen Sommer vom Band laufen. Auf die vollelektrische Variante des Macan entfallen 8.079 StĂŒck.
Insgesamt gingen die VerkĂ€ufe beim Macan um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurĂŒck. Als GrĂŒnde wurden der schleppende Anlauf der ElektromobilitĂ€t, der Marktstart des elektrischen Macan im Vorjahreszeitraum sowie der Auslauf von SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA genannt.
FĂŒr den Volkswagen-Konzern ist die einstige Ertragsperle Porsche mittlerweile zur Belastung geworden. Das Ergebnis nach Steuern ist im vergangenen Jahr deutlich abgesackt - um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.Â
Die gröĂte Belastung war eine strategische Kehrtwende, die Ex-Porsche-Chef Oliver Blume vor gut einem Jahr angestoĂen hatte. Damals zeichnete sich ab, dass die ehrgeizigen E-Auto-Ziele des Managements nicht zu erreichen sind.Â
Blume, der sich seit Anfang des Jahres vollstĂ€ndig auf Volkswagen konzentriert, hatte die Notbremse gezogen - und begrĂŒndete das damit, dass die E-MobilitĂ€t sich in vielen MĂ€rkten deutlich langsamer entwickelt habe, als «wir und viele Experten es noch vor Jahren erwartet hatten». 2025 waren gut 22 Prozent der verkauften Porsche-Modelle reine Stromer.
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