WaldbrÀnde, Portugal

WaldbrÀnde: Auch Portugal bittet um EU-Hilfe

16.08.2025 - 18:52:08

Portugal hat wegen großer WaldbrĂ€nde wie zuvor das Nachbarland Spanien UnterstĂŒtzung durch EU-Partner im Rahmen des Katastrophenschutzmechanismus erbeten.

Am Sonntag wĂŒrden zwei Löschflugzeuge aus Schweden erwartet, berichtete der staatliche TV-Sender RTP. Rund 3.500 Feuerwehrleute waren bei der BekĂ€mpfung zehn grĂ¶ĂŸerer BrĂ€nde im Einsatz. Am Freitag gab es ein erstes Todesopfer.

Ein freiwilliger Helfer kam nach Angaben der Behörden in der Gemeinde Guarda im Nordwesten des Landes in den Flammen ums Leben. In beiden LĂ€ndern berichteten Medien von Verzweiflung und Wut Betroffener auf den Staat, der nicht genĂŒgend Vorsorge getroffen habe und nun nicht genĂŒgend helfe.

Feuermonat August

Portugal und Spanien haben schon seit Jahren nicht mehr derart heftige und kaum zu kontrollierende Wald- und VegetationsbrĂ€nde erlebt. Die Lage hat sich dabei im August dramatisch zugespitzt. In Portugal wurden seit Jahresbeginn nach Angaben des Instituts fĂŒr Forstwesen 139.000 Hektar mit Vegetation vernichtet, davon allein 64.000 Hektar in den vergangenen zwei Tagen. In Spanien waren es nach einer SchĂ€tzung des europĂ€ischen Informationssystems fĂŒr WaldbrĂ€nde Effis seit Jahresbeginn rund 157.000 Hektar, rund die HĂ€lfte wurde im August vernichtet.

Vor allem im Nordwesten Spaniens wĂŒteten am Samstag allein 19 WaldbrĂ€nde, die derart groß oder gefĂ€hrlich fĂŒr Siedlungen waren, dass die betroffenen Regionen Hilfe des Zentralstaates anfordern mussten, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Nachdem Frankreich bereits zwei Löschflugzeuge nach einem entsprechenden Hilferuf der Regierung in Madrid geschickt hatte, wurden zwei weitere Maschinen aus Italien erwartet.

Dorf in Spanien teilweise abgebrannt

In beiden LĂ€ndern setzte außerdem die seit fast zwei Wochen andauernde Hitzewelle den Menschen und der Natur zu. In weiten Teilen Spaniens galt am Samstag wieder Hitzealarm und es wurden fĂŒr den Nachmittag Höchsttemperaturen von örtlich bis zu 43 Grad erwartet. Von Regen hingegen keine Spur. Immer wieder loderten neue BrĂ€nde auf und heftige und stĂ€ndig die Richtung Ă€ndernde trocken-heiße Winde entfachten erneut bereits unter Kontrolle gebrachte BrĂ€nde. Das Dorf Palacios de Jamuz in der spanischen Provinz LeĂłn brannte zum Teil ab, wie in einem Video zu sehen war.

Aber nicht nur die im Zuge des Klimawandels hĂ€ufigeren und lĂ€ngeren Hitzeperioden sind mit der durch sie bedingten Austrocknung von Vegetation und Böden der alleinige Grund fĂŒr die immer heftigeren BrĂ€nde. Die Forst- und BuschlandflĂ€chen in Spanien haben in den vergangenen 50 Jahren von zwölf Millionen Hektar auf 27 Millionen Hektar zugelegt, wie RTVE berichtete. Erschwerend komme hinzu, dass diese WĂ€lder in Gebieten mit großer Landflucht immer weniger genutzt wĂŒrden und sich deshalb dort riesige Mengen an brennbarem Material ansammelten.

@ dpa.de