Postbank-Tarifstreit, Verdi

Postbank-Tarifstreit: Verdi bereitet unbefristete Streiks vor

16.06.2026 - 18:15:55 | boerse-global.de

Verdi bricht Postbank-Verhandlungen ab und startet Urabstimmung über unbefristete Streiks. Kernforderungen: 8 Prozent mehr Gehalt und KI-Qualifizierung.

Postbank-Tarifkonflikt: Verdi bereitet unbefristete Streiks vor
Postbank-Tarifstreit - Nahaufnahme eines Verhandlungstisches mit Händen, die gescheiterte Tarifverhandlungen bei der Postbank symbolisieren. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

000 Beschäftigte der Postbank abgebrochen. Da die Arbeitgeber kein neues Angebot vorlegten, bereitet Verdi nun eine Urabstimmung über unbefristete Streiks vor. Betroffen sind die Bereiche Postbank, PCC Services sowie die Postbank Filialvertrieb AG.

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Urabstimmung läuft bis Anfang Juli

Die Urabstimmung findet vom 17. Juni bis zum 3. Juli 2026 statt. Für einen rechtmäßigen unbefristeten Streik müssen mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder zustimmen. Parallel dazu ist für den 30. Juni eine vierte Verhandlungsrunde in Berlin angesetzt.

Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck betonte: Die Arbeitgeber könnten eine Eskalation noch abwenden – Voraussetzung sei ein deutlich verbessertes Angebot der Deutschen Bank als Mutterkonzern. Das Institut selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Was die Gewerkschaft fordert

Verdi verlangt eine Gehaltssteigerung von 8 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat. Für Auszubildende soll die Vergütung um 200 Euro steigen. Neben den Gehaltsforderungen geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten.

Ein zentraler Punkt: verbindliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsansprüche im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Arbeitnehmervertretung will die Belegschaft auf die technologischen Veränderungen im Bankensektor vorbereiten.

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Belastung durch laufende Rechtsstreitigkeiten

Der Tarifkonflikt trifft die Deutsche Bank in einer schwierigen Phase. Im Rechtsstreit mit früheren Postbank-Aktionären hatte das Oberlandesgericht Köln bereits im Frühjahr 2024 angedeutet, dass Nachforderungen auf einen höheren Kaufpreis teilweise berechtigt sein könnten.

Die Bank bildete daraufhin Rückstellungen von rund 1,3 Milliarden Euro – was die harte Kernkapitalquote belastete. Das Management betont, dass die langfristigen strategischen Pläne des Konzerns davon unberührt blieben. Ob dieser finanzielle Spielraum die Verhandlungsbereitschaft im aktuellen Tarifstreit beeinflusst, bleibt abzuwarten.

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