PrÀsentismus, BeschÀftigten

PrÀsentismus: 72% der BeschÀftigten arbeiten krank

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine AK-Analyse zeigt einen drastischen Anstieg des PrÀsentismus in Oberösterreich. Besonders junge Frauen und BeschÀftigte unter hohem Druck sind betroffen.

PrÀsentismus in Oberösterreich: 72 Prozent arbeiten krank
Eine Person sitzt mit mĂŒdem und unwohl aussehendem Gesichtsausdruck an einem Schreibtisch in einem modernen BĂŒro, umgeben von verschwommenen Kollegen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse belegt einen drastischen Anstieg des PrĂ€sentismus – dem PhĂ€nomen, trotz Krankheit zu arbeiten. 2025 gaben 72 Prozent der BeschĂ€ftigten an, krank im Job erschienen zu sein. Vor zehn Jahren waren es noch 30 Prozent. Österreichweit liegt der Wert bei rund 65 Prozent.

Wer besonders betroffen ist

Die Neigung, krank zu arbeiten, hĂ€ngt stark mit der Arbeitsbelastung zusammen. Von BeschĂ€ftigten unter hohem Druck erscheinen 94 Prozent trotz Erkrankung. Die HauptgrĂŒnde: Zeitdruck (27 Prozent) und allgemeiner Arbeitsdruck (21 Prozent). Hinzu kommt ein ausgeprĂ€gtes PflichtgefĂŒhl gegenĂŒber Kollegen.

Besonders junge Frauen zwischen 16 und 25 Jahren sind betroffen. 93 Prozent von ihnen gaben an, in den letzten sechs Monaten krank gearbeitet zu haben. Auch die Branche spielt eine Rolle. In der ArbeitskrĂ€fteĂŒberlassung liegen die KrankenstĂ€nde im Schnitt bei 21 Tagen, bei Post-, Kurier- und Expressdiensten bei 20,7 Tagen. Der oberösterreichische Durchschnitt: 15,4 Tage.

Hohe Kosten fĂŒr Unternehmen und Gesundheit

Die Folgen sind alarmierend. 45 Prozent der Betroffenen klagen ĂŒber Abgeschlagenheit, 29 Prozent ĂŒber Unkonzentriertheit. Bei 22 Prozent verlĂ€ngert sich die Genesung, 13 Prozent erleiden einen RĂŒckfall.

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Aus betriebswirtschaftlicher Sicht verursacht PrÀsentismus oft höhere Kosten als krankheitsbedingte AusfÀlle. Die ProduktivitÀtsverluste und das Risiko von Folgeerkrankungen belasten Unternehmen stÀrker als die Lohnfortzahlung. Dennoch betont die Wirtschaftskammer Oberösterreich die hohen Kosten: 2025 summierten sich die Entgeltfortzahlungen bundesweit auf 4,8 Milliarden Euro.

Streit um strengere Regeln

Parallel zur AK-Analyse verschÀrft sich die politische Debatte. Diskutiert werden eine Attestpflicht ab dem ersten Tag und das Ende der telefonischen Krankschreibung.

Arbeitsrechtler und Arbeitswissenschaftler kritisieren die PlĂ€ne. Eine strengere Nachweispflicht könnte den PrĂ€sentismus weiter fördern. Zudem wĂŒrden BeschĂ€ftigte bei einem Praxisbesuch eher fĂŒr lĂ€ngere ZeitrĂ€ume krankgeschrieben werden. Daten von 2020 bis 2023 zeigen: Die telefonische Krankschreibung machte nur 0,8 bis 1,2 Prozent aller Bescheinigungen aus.

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Eine Umfrage des Instituts Civey aus Juni 2026 belegt den Druck: 72 Prozent der ErwerbstĂ€tigen spĂŒren einen Rechtfertigungsdruck bei Krankmeldungen. Bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen sind es sogar 82 Prozent. Mehr als 64 Prozent befĂŒrchten berufliche Nachteile.

Was die Arbeiterkammer fordert

Die AK fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gesundheitsvorsorge. Zudem setzt sie sich fĂŒr einen besseren KĂŒndigungsschutz wĂ€hrend des Krankenstandes ein – um die Angst vor Arbeitsplatzverlust zu mindern.

Die Arbeitgeberseite plĂ€diert hingegen fĂŒr Kontrollorgane gegen möglichen Missbrauch. Zwar glauben 38 Prozent der Arbeitnehmer an vereinzelten Missbrauch durch Kollegen, doch 93 Prozent geben an, selbst nie unberechtigt krankgefeiert zu haben. Das gemeinsame Ziel mĂŒsse bleiben, so die Wirtschaftskammer: die BeschĂ€ftigten gesund im Arbeitsprozess zu halten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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