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WDH / ROUNDUP / Dreieinhalb Jahre Krieg: Warten auf Sicherheitsgarantien

24.08.2025 - 16:21:53

(PrÀzisierung im 3. und 4.

Absatz, da Langstreckenraketen eine deutlich grĂ¶ĂŸere Reichweite als ATACMS-Raketen haben. Daher heißt es aktualisiert: Raketen mit grĂ¶ĂŸerer Reichweite.)

KIEW (dpa-AFX) - Dreieinhalb Jahre nach Beginn der russischen Invasion in sein Land geht der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj davon aus, dass bereits in den kommenden Tagen Sicherheitsgarantien fĂŒr die Zeit nach dem Krieg vereinbart sein werden. "Derzeit arbeiten die Teams der Ukraine, der Vereinigten Staaten und der europĂ€ischen Partner an deren Ausgestaltung. Alle Entwicklungen werden in den kommenden Tagen abgeschlossen sein", schrieb Selenskyj auf der Plattform X.

Vor genau dreieinhalb Jahren, am 24. Februar 2022, hatte Russland seinen Angriffskrieg gestartet. Heute wird in der Ukraine außerdem der UnabhĂ€ngigkeitstag begangen. Er erinnert an die Loslösung von der Sowjetunion vor 34 Jahren.

Beratungen zum Thema Sicherheitsgarantien

Seit dem Treffen von Selenskyj und europĂ€ischer Spitzenpolitiker mit US-PrĂ€sident Donald Trump in Washington am vergangenen Montag wird beraten, wie militĂ€rische Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine aussehen könnten. Dabei geht es um eine StĂ€rkung der ukrainischen VerteidigungsfĂ€higkeit, aber auch um mögliche Truppen in oder dicht an der Ukraine zur Absicherung. Die Hauptlast wĂŒrden die europĂ€ischen Nato-Mitglieder, darunter Deutschland, tragen.

Selenskyj sagte weiter, es gebe jetzt eine echte Chance, diesen Krieg zu beenden. Die Ukraine sei bereit fĂŒr konstruktive Schritte, die einen echten Frieden nĂ€her bringen könnten. Russland zeige jedoch keine Absicht, Frieden zu schließen, und bombardiere weiterhin ukrainische StĂ€dte. "Es bedarf Druck, um ihre Position zu Ă€ndern, sowie eines Treffens auf höchster Ebene, um alle Fragen zu erörtern."

Russische Armee setzt Vormarsch fort

Derweil setzt die russische Armee nach eigenen Angaben ihren Vormarsch in der Ostukraine fort und reklamiert die Eroberung weiterer Ortschaften fĂŒr sich.

Auch die Ukraine schießt weiter auf Ziele in Russland. Das russische Verteidigungsministerium meldete, am Samstag 57 ukrainische Drohnen in russischen Regionen abgefangen und zerstört zu haben. Betroffen seien unter anderem die Gebiete Brjansk, Kaluga, Kursk und Moskau. Die SchĂ€den und Opfer infolge der ukrainischen Angriffe stehen in keinem VerhĂ€ltnis zu den vielen Toten und Verletzten sowie schweren Zerstörungen durch die russischen Attacken.

Bericht: Pentagon blockiert Einsatz von Raketen auf Ziele in Russland

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Beamte, das Pentagon blockiere seit Monaten den Einsatz von Raketen mit grĂ¶ĂŸerer Reichweite durch die Ukraine fĂŒr Angriffe auf Ziele in Russland. Ein Genehmigungsverfahren des Verteidigungsministeriums habe die Ukraine seit dem spĂ€ten FrĂŒhjahr daran gehindert, die von den USA gelieferten ATACMS-Raketen gegen Ziele in Russland einzusetzen, werden die Beamten zitiert. Mindestens einmal habe die Ukraine versucht, diese Raketen gegen ein Ziel auf russischem Territorium einzusetzen, was jedoch abgelehnt worden sei.

Unter PrÀsident Joe Biden hatten die USA der Ukraine im vergangenen Jahr Angriffe mit weitreichenden Waffen gegen militÀrische Objekte in Russland erlaubt. Trump hatte vergangene Woche gepostet, es sei sehr schwer, wenn nicht unmöglich, einen Krieg zu gewinnen, ohne das Land des Invasors anzugreifen.

Hoffnungen auf baldiges Treffen von Putin und Selenskyj schwinden

Derweil schwinden die Hoffnungen auf ein baldiges Spitzentreffen von Kremlchef Wladimir Putin und Selenskyj. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte dem US-Fernsehsender NBC gesagt, Putin sei bereit, sich mit Selenskyj zu treffen, wenn eine Tagesordnung fĂŒr den Gipfel vorbereitet sei, "und diese Tagesordnung ist ĂŒberhaupt noch nicht fertig". Zu den Punkten, die vor einem solchen Treffen geklĂ€rt sein mĂŒssten, gehörten Gebietsabtretungen und ein ukrainischer Verzicht auf eine Mitgliedschaft im westlichen MilitĂ€rbĂŒndnis. "Selenskyj hat zu allem Nein gesagt", sagte Lawrow.

US-PrĂ€sident Trump hatte sich fĂŒr ein solches Treffen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs ausgesprochen. Russland hat im Laufe der vor dreieinhalb Jahren begonnenen Invasion die ostukrainische Region Luhansk fast vollstĂ€ndig und die vom Kreml beanspruchten Gebiete Donezk, Saporischschja und Cherson teilweise eingenommen. FĂŒr ein Einfrieren der Front in Saporischschja und Cherson fordert Putin dem Vernehmen nach Kiews vollstĂ€ndige Aufgabe der Regionen Luhansk und Donezk. Die ebenfalls von Moskau beanspruchte Halbinsel Krim kontrolliert Russland bereits seit 2014.

@ dpa.de