Sekt fast unverÀndert gefragt - aber mit weniger Prozenten
28.02.2024 - 08:05:08Die Deutschen gelten als Weltmeister im Sekt-Trinken und greifen trotz sinkender Kaufkraft und gedĂ€mpfter Konsumlaune hierzulande fast unverĂ€ndert hĂ€ufig zu dem prickelnden GetrĂ€nk. Allerdings sind dabei hĂ€ufiger Varianten ohne Alkohol gefragt, wie der Verband Deutscher Sektkellereien berichtete. Beim Weinkauf machen sich die Preise bemerkbar, die 2023 fĂŒr heimische Erzeugnisse stĂ€rker gestiegen sind als fĂŒr auslĂ€ndische Weine.
Der durchschnittliche Preis fĂŒr Wein legte im vergangenen Jahr um 19 Cent (fĂŒnf Prozent) auf 4,08 Euro pro Liter zu, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) im rheinhessischen Bodenheim mitteilte. Grundlage fĂŒr diese Zahlen ist eine Weinmarktanalyse von NielsenIQ. «FĂŒr die heimischen Weine ist der Preisanstieg mit einem Plus von 31 Cent auf 4,51 Euro pro Liter noch deutlicher ausgefallen als bei den Weinen aus dem Ausland, die im Preis durchschnittlich um elf Cent auf 3,76 Euro pro Liter zulegten.»
Marktanteil deutscher Weine geht zurĂŒck
Die Folge: Die Verbraucher haben hĂ€ufiger zu auslĂ€ndischen Weinen gegriffen. Die AbsĂ€tze deutscher Weine gingen um neun Prozent zurĂŒck. Das Minus beim Verkauf auslĂ€ndischer Weine betrug dagegen nur ein Prozent. «Auf die UmsĂ€tze wirkte sich das mit einem Minus von zwei Prozent fĂŒr die deutschen Weinerzeuger und einem Plus von zwei Prozent fĂŒr die Anbieter internationaler Weine aus», teilt das DWI mit.
Der Marktanteil deutscher Weine beim Einkauf ging um zwei Prozentpunkte auf 42 Prozent zurĂŒck. Von den auslĂ€ndischen Weinen hatten die italienischen mit 17 Prozent den höchsten Marktanteil (plus zwei Punkte), gefolgt von Weinen aus Spanien (unverĂ€ndert 14 Prozent) und französischen Weinen (konstant zehn Prozent).
Nachfrage nach alkoholfreiem Sekt gestiegen
Die deutschen Sekthersteller haben nach verbandseigenen Erhebungen rund 245 Millionen 0,75-Liter-Flaschen im eigenen Land verkauft. Das entspricht einem RĂŒckgang von rund 1,5 Prozent oder rund 3,5 Millionen Flaschen gegenĂŒber dem Vorjahr. «Im Gegensatz dazu steigt die Nachfrage nach den sogenannten alkoholfreien Sekten weiter.»
2023 kauften die Deutschen rund 18 Millionen Flaschen «schĂ€umende GetrĂ€nke aus entalkoholisiertem Wein». Das waren etwa 1,5 Millionen Flaschen mehr als im Jahr zuvor. Damit erreichten alkoholfreie Sparklingvarianten nach Verbandsangaben einen Marktanteil von 7,4 Prozent und gegenĂŒber 2022 einen Absatzzuwachs von 9,7 Prozent.
Preisbewusster Einkauf infolge Inflation
Die Lage auf dem deutschen Weinmarkt habe sich gegenĂŒber 2022 zwar insgesamt leicht verbessert, bleibe aber angespannt, so das DWI. Die UmsĂ€tze seien stabil geblieben, die AbsĂ€tze aber um vier Prozent zurĂŒckgegangen, vor allem weil die Menschen weniger Wein gekauft hĂ€tten. «Die Haushalte sahen sich aufgrund der inflationsbedingten Kaufkraftverluste 2023 gezwungen, auch beim Weinkauf verstĂ€rkt auf den Preis zu achten, sagte DWI-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Monika Reule. «Da treten ansonsten hochgeschĂ€tzte Werte wie RegionalitĂ€t beim Einkauf notgedrungen etwas in den Hintergrund.» Reule hofft, dass sich die Marktsituation entspannt, wenn sich die wirtschaftliche Lage der Konsumenten wieder verbessert.


