Der Aston Martin DB12. Gran-Tourer mit V8 und Fokus auf digitales Cockpit
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 11:53 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDer Aston Martin DB12 steht in der Einfahrt, die Tür fällt satt ins Schloss, und die Finger streichen über das kühl glänzende Aluminium des Startknopfs im Mitteltunnel. Ein Druck, der 4,0-Liter-V8 erwacht, vor der Garagenwand vibriert leise der Putz. Produktchef Roberto Fedeli hat den GT als "Super Tourer" angekündigt – nun ist er auf den Straßen.
Technik-Fokus beim neuen Super Tourer
Mit dem DB12 ersetzt Aston Martin den DB11 und positioniert das Modell als Gran-Tourer mit deutlich mehr Leistung und einem stark modernisierten Innenraum. Der bekannte 4,0-Liter-V8-Biturbo stammt von Mercedes-AMG und leistet im DB12 rund 500 kW, also etwa 680 PS, bei einem maximalen Drehmoment von rund 800 Nm. Laut Hersteller beschleunigt der Wagen von 0 auf 100 km/h in etwa 3,6 Sekunden und erreicht eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von rund 325 km/h.
Die Kraft wird über ein Achtgang-Automatikgetriebe an die Hinterräder übertragen, ein elektronisches Sperrdifferenzial sorgt für Traktion. Aston Martin nutzt ein neues Fahrwerkssetup mit adaptiven Dämpfern, die in mehreren Stufen arbeiten, sowie überarbeitete Stabilisatoren. Das Chassis basiert auf einer weiterentwickelten Aluminiumstruktur, die gegenüber dem DB11 laut Hersteller die Torsionssteifigkeit um etwa 7 Prozent steigern soll. 21-Zoll-Räder und auf Wunsch Karbon-Keramik-Bremsen runden das technische Paket ab.
Aston Martin DB12 und die Rolle im Konzernportfolio
Weitere Hintergründe zur Aston Martin Lagonda Aktie und der Bedeutung des DB12 finden Sie in unserem Themenbereich und beim Hersteller.
Innenraum, Bedienkonzept und Vernetzung
Im Innenraum löst der DB12 das bislang stark von Mercedes abgeleitete Infotainmentkonzept durch ein eigenes System ab. Im Fokus steht ein zentraler 10,25-Zoll-Touchscreen mit hochauflösender Darstellung, ergänzt um ein volldigitales Kombiinstrument vor dem Fahrer. Wichtig für viele Aston-Fans: Fedeli und sein Team haben physische Tasten für Fahrmodi, Klimabedienung und grundlegende Funktionen beibehalten, statt alles in Untermenüs zu verstecken.
Der Bildschirm reagiert schnell auf Eingaben, unterstützt Apple CarPlay und Android Auto, dazu kommen Online-Navigation und Over-the-Air-Updates. Die Lederoberflächen stammen wie bei Aston üblich von spezialisierten Zulieferern, die Nähte sind spürbar leicht erhöht und geben unter der Fingerspitze minimal nach. Wer den optionalen Bowers & Wilkins-Sound wählt, bekommt ein 15-Lautsprecher-System mit einem Verstärker mit rund 1.170 Watt Ausgangsleistung. Ambientebeleuchtung und individuell konfigurierbare Fahrprofile richten sich klar an Kunden, die den GT regelmäßig und nicht nur am Wochenende bewegen.
Design, Aerodynamik und Alltagstauglichkeit
Optisch setzt Aston Martin den DB12 als Evolution des DB11 auf die Straße, aber mit markant größerem Kühlergrill und schärfer gezeichneten LED-Scheinwerfern. Die Front wirkt breiter, was auch aerodynamischen Zielen dient: Ein aktiver Aerodynamik-Unterboden und neu gestaltete Lufteinlässe sollen unter anderem die Kühlleistung verbessern und Abtrieb generieren. Die Seitenlinie bleibt klassischer GT mit langer Motorhaube und kurzem Heck, die Türgriffe sind flächenbündig ausgeführt.
Im Alltag hilft die neu integrierte 360-Grad-Kamera mit klarer Bilddarstellung beim Rangieren. Der Kofferraum bietet genug Platz für zwei große Reisetaschen, was Aston selbst als Argument für die Gran-Tourer-Positionierung kommuniziert. Die elektrisch verstellbaren Sitze lassen sich fein justieren, die Schulterlinie der Türen liegt jedoch relativ hoch – was der Optik dient, aber beim Einsteigen etwas Aufmerksamkeit erfordert. Kunden können über das sogenannte "Q by Aston Martin"-Programm nahezu jede denkbare Farbkombination bestellen, vom klassischen British Racing Green bis zu Metallic-Tönen mit mehrschichtigen Klarlackaufbauten.
Markteinführung, Preise und Zielgruppe
Der DB12 wurde im Mai 2023 vorgestellt und ist seit der zweiten Jahreshälfte 2023 bestellbar. Erste Auslieferungen an Kunden starteten laut Unternehmensangaben im weiteren Verlauf des Jahres 2023, zunächst in Europa und im Nahen Osten, anschließend in Nordamerika und Asien. Der Preis liegt in Großbritannien laut Berichten bei einem Einstieg um 185.000 bis 190.000 Pfund, in Kontinentaleuropa bewegt sich das Modell meist im Bereich deutlich oberhalb von 220.000 Euro, abhängig von Steuern und Ausstattung.
Die Zielgruppe sind vermögende Privatkunden, die einen Gran-Tourer für längere Strecken und zugleich ein emotionales Designobjekt suchen. Aston Martin betont, dass viele DB12-Käufer aus bestehenden DB11- oder Vantage-Kreisen kommen, aber auch Neukunden aus anderen Marken wie Porsche, Ferrari oder Bentley wechseln. Flottenkunden spielen im Segment praktisch keine Rolle, stattdessen arbeiten Händler mit individuell verhandelten Konditionen und engen persönlichen Beziehungen – oft kennt der Händler den Namen und die Vorlieben seiner DB12-Stammkunden seit Jahren.
Einordnung im Modellportfolio und Produktstrategie
Der DB12 fügt sich bei Aston Martin in ein Portfolio mit Vantage, DBX707 und einigen Sondermodellen wie Valkyrie und Valour ein. Während der DBX707 als SUV mit hoher Stückzahl den Cashflow stützt, soll der DB12 als GT das traditionelle Markenbild des britischen Sportwagenbauers pflegen. CEO Amedeo Felisa und Roberto Fedeli sprechen in Interviews von einer klaren Zweiteilung: SUV und GT seien die tragenden Produktsegmente, Sondermodelle kämen ergänzend und begrenzt hinzu.
Strategisch nutzt Aston Martin den DB12 als Plattform, auf der künftige Elektrifizierungsstufen aufgebaut werden könnten. Noch ist der DB12 ein reiner Verbrenner, doch das Unternehmen kündigt für die spätere Dekade vollelektrische Sportwagen und GTs an. Gleichzeitig sorgt der DB12 durch seinen hohen Durchschnittspreis und umfangreiche Personalisierungsoptionen für attraktive Margen. Für Anleger ist wichtig: Der DB12 gehört zur Kernfamilie, nicht zu einmaligen Kleinserien, und dürfte daher über Jahre zur Umsatzbasis beitragen.
Aston Martin DB12 auf einen Blick
- Produkt: Aston Martin DB12
- Hersteller: Aston Martin Lagonda Global Holdings plc
- Kategorie: Lifestyle/Consumer Gran-Tourer
- Markteinführung: Vorstellung im Mai 2023, Auslieferung seit 2023
- UVP / Preis: in Großbritannien ab rund 185.000 GBP, in Europa typischerweise über 220.000 EUR
- Verfügbarkeit: bestellbar in Europa, Naher Osten, Nordamerika und ausgewählten asiatischen Märkten
- Zielgruppe: vermögende Privatkunden mit Fokus auf Gran-Tourer-Eigenschaften und Markenimage
- Besonderheit / USP: Kombination aus 4,0-Liter-V8, neuem digitalen Cockpit und klassischem GT-Design
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