LED-Matrix-Scheinwerfer von Hella - Forvia-Tochter setzt auf adaptive Lichttechnik
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 11:15 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWSLED-Matrix-Scheinwerfer von Hella leuchten in einer Testhalle bei Lippstadt eine mattgraue Motorhaube aus, das Licht lĂ€uft wie ein Vorhang ĂŒber den Betonboden, einzelne Segmente schalten sich sichtbar ab, als eine Ingenieurin mit Laptop, Jana MĂŒller, den Kamerasensor simuliert.
Adaptive LED-Technik aus Lippstadt
Hella positioniert seine LED-Matrix-Scheinwerfer als Kernbaustein moderner Frontbeleuchtung fĂŒr Mittelklasse- und Premiumfahrzeuge, die Technik stammt aus der Business Group Lighting des Konzerns und wird hĂ€ufig in Kooperation mit OEMs wie BMW, Audi oder Mercedes-Benz integriert.
Im Zentrum steht ein Matrix-Modul mit bis zu 84 separat ansteuerbaren LED-Pixeln pro Scheinwerfer, deren Lichtverteilung ĂŒber eine Kombination aus Optiken, Treiber-Elektronik und Fahrzeugsensoren situativ angepasst wird, um den Gegenverkehr auszublenden, ohne das Fernlicht komplett zu deaktivieren.
Hella GmbH & Co. KGaA im Anlegerblick
Wie wichtig das LichtgeschĂ€ft fĂŒr die Umsatzentwicklung der Hella GmbH & Co. KGaA ist, zeigen Kennzahlen und Berichte im Themenbereich zur Aktie.
Wie die Matrix das Fernlicht formt
Im Alltag bedeutet die Matrix-Funktion, dass der Fahrer dauerhaft mit aktiviertem Fernlicht unterwegs sein kann, wÀhrend die Elektronik bestimmte Segmente des Lichtkegels ausblendet, sobald Kameras im Fahrzeug entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge erkennen und diese Bereiche maskieren.
Hella koppelt die Scheinwerfer dazu an das Bordnetz und das Fahrerassistenzsystem, das SteuergerÀt erhÀlt Kameradaten, berechnet aus der Position anderer Verkehrsteilnehmer eine Schattenmaske und schaltet binnen Millisekunden einzelne LED-Pixel aus oder dimmt sie, sodass die Lichtverteilung wie ein digitaler Schleier reagiert.
Technische Plattform und Varianten
Die LED-Matrix-Scheinwerfer von Hella sind keine Einheitslösung, sondern eine modulare Plattform, die in unterschiedlichen Ausbaustufen mit mehr oder weniger Pixeln angeboten wird, abhÀngig von Kostenrahmen, Fahrzeugklasse und Designvorgaben des jeweiligen Automobilherstellers.
Im Einstiegsbereich kommen hĂ€ufig 16 bis 32 adressierbare Segmente pro Scheinwerfer zum Einsatz, wĂ€hrend in höherpreisigen Fahrzeugen eine deutlich feinere Auflösung mit 84 oder mehr Pixeln implementiert wird, um prĂ€zisere Lichtkegel und komplexere Funktionen, etwa eine SpurlichtfĂŒhrung, zu ermöglichen.
Ein weiterer technischer Baustein ist das thermische Management, Hella setzt auf integrierte KĂŒhlkörper im Modul und eine effiziente Ansteuerung, um die LED-Temperatur in einem Fenster zu halten, das die Lebensdauer maximiert und Farbverschiebungen des Lichts vermeidet.
Designfreiheit fĂŒr die Hersteller
Die Scheinwerfer sind integraler Bestandteil des Fahrzeugdesigns, Hella liefert daher nicht nur StandardgehÀuse, sondern arbeitet mit den Designteams der OEMs zusammen, um markentypische Lichtsignaturen und Tagfahrlicht-Grafiken auf Basis der Matrixtechnik umzusetzen.
Designerinnen und Designer können dank der kompakten LED-Module schmale, horizontale Lichtleisten oder vertikal strukturierte FlÀchen planen, die bei Dunkelheit klare Markenmuster erzeugen, wÀhrend Blinker, Tagfahrlicht und Fernlicht oft in einem gemeinsamen Frontrahmen kombiniert werden.
FĂŒr Hella bedeutet das, die Scheinwerferplattform so zu entwickeln, dass optische und funktionale Anforderungen zusammenkommen: Lichtarchitektur, Crash-Anforderungen und Aerodynamik des Fahrzeugs mĂŒssen mit der lichttechnischen Performance kompatibel sein.
Software wird zum Differenzierungsmerkmal
Ein wesentlicher Teil der Innovation steckt nicht in den LEDs selbst, sondern im Software-Stack, der die Matrix-Funktion steuert, Hella entwickelt eigene Algorithmen, die entscheiden, wann und wie stark einzelne Segmente abgeschaltet oder in ihrer Helligkeit verÀndert werden.
Diese Software ist oft spezifisch fĂŒr jeden Fahrzeughersteller angepasst, weil sich Abstandsregeln, gewĂŒnschte Lichtverteilungen und nationale Vorschriften unterscheiden, etwa unterschiedliche Anforderungen an adaptive Fernlichtsysteme in Europa, Nordamerika oder Asien.
Die Aktualisierung der Software erfolgt in modernen Fahrzeugen zunehmend âover the airâ, also per Online-Update, wenn der OEM seine Assistenzfunktionen erweitert, können Hella-Systeme dadurch auch nach dem Fahrzeugkauf zusĂ€tzliche Lichtfunktionen erhalten, sofern die Hardware dies zulĂ€sst.
Energieeffizienz und CO2-Faktor
Im Vergleich zu klassischen Halogen-Fernlichtern und vielen Àlteren Xenon-Systemen bieten LED-Matrix-Scheinwerfer eine deutlich höhere Lichtausbeute pro Watt, was sich direkt in einem geringeren Energiebedarf und damit einem leicht reduzierten CO2-Ausstoà bei Verbrennerfahrzeugen niederschlÀgt.
Bei Elektrofahrzeugen spielt die Effizienz des Lichtsystems ebenfalls eine Rolle, denn jeder eingesparte Wattanteil verlÀngert die Reichweite minimal, Hella hebt daher die Kombination aus hoher Leuchtdichte und optimiertem Stromverbrauch in seinen Produktunterlagen hervor.
Die Ingenieurin Jana MĂŒller beschreibt intern, wie die Entwicklungsteams jeden neuen Matrix-Baustein auf einem PrĂŒfstand analysieren, die Stromaufnahme messen und die Kurve zwischen Helligkeit, Temperatur und Effizienz optimieren, bevor der Scheinwerfer in Serienfahrzeuge geht.
Marktposition im Forvia-Verbund
Hella ist seit der Ăbernahme durch Forvia, den französischen Automobilzulieferer aus dem Faurecia-Verbund, Teil eines gröĂeren Licht- und Interiors-Netzwerks, das hilft, die LED-Matrix-Scheinwerfer weltweit zu vermarkten und in globale Plattformen der Autohersteller einzubinden.
Die Business Group Lighting zÀhlt zu den wichtigsten UmsatzsÀulen von Hella, und adaptive Scheinwerfersysteme wie die Matrix-Technologie sind ein wachsender Unterbereich, weil immer mehr Fahrzeugsegmente mit variabler Frontbeleuchtung ausgestattet werden.
FĂŒr Forvia ermöglicht das LichtgeschĂ€ft, sich als Systemanbieter fĂŒr Sicherheit und Fahrerassistenz zu positionieren, bei dem Frontscheinwerfer, Innenraumbeleuchtung und Cockpitfunktionen zusammen gedacht werden, unter anderem fĂŒr teilautomatisierte Fahrfunktionen.
Integration in Fahrerassistenzsysteme
Matrix-Scheinwerfer entfalten ihre StÀrken erst im Zusammenspiel mit Fahrerassistenzsystemen, Hella arbeitet daher eng mit Herstellern von Kamerasystemen und mit den Elektronikabteilungen der OEMs zusammen, damit die Lichtsteuerung direkt auf die Objekterkennung zugreifen kann.
Typische Szenarien sind das Aufblenden bei freier Fahrbahn, das selektive Ausblenden bei entgegenkommenden Fahrzeugen, die Ausleuchtung kurviger StraĂen anhand von Navigationsdaten sowie eine leichte Betonung der eigene Fahrspurmarkierungen, um die visuelle FĂŒhrung zu verbessern.
FĂŒr die Regulierung bedeutet diese engere Integration, dass nationale Zulassungsstellen adaptive Lichtfunktionen zunehmend detailliert prĂŒfen, Hella muss deshalb nicht nur Lichtlabor-Daten liefern, sondern nachweisen, dass die Software stets innerhalb der zulĂ€ssigen Normen arbeitet.
Produktionsstandorte und QualitÀtssicherung
Hella fertigt LED-Matrix-Scheinwerfer an mehreren Standorten weltweit, darunter Werke in Europa und Asien, um nah an den Fahrzeugwerken der OEMs zu sein, die QualitĂ€tssicherung folgt dabei standardisierten Testprotokollen mit VibrationsprĂŒfungen, Temperaturzyklen und Feuchtigkeitsbelastung.
In Lippstadt betreibt Hella Lichttunnel, in denen komplette Fahrzeugfronten unter verschiedenen Umgebungsbedingungen getestet werden, bevor die Serienproduktion freigegeben wird, hier wird die Matrixfunktion unter realistischen Szenarien simuliert, etwa bei Regen oder leichtem Nebel.
Die Kombination aus automatisierten End-of-Line-Tests in den Werken und Stichproben in den Labors sorgt dafĂŒr, dass jedes Modul nicht nur korrekt leuchtet, sondern Elektronik, KĂŒhlung und Abdichtung den Anforderungen eines mehrjĂ€hrigen Fahrzeugslebens standhalten.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Matrix-Fernlichtsysteme unterliegen spezifischen Vorschriften, in Europa etwa den UNECE-Regelungen fĂŒr adaptive Frontbeleuchtung, Hella entwickelt seine Systeme daher im Rahmen dieser Normen, damit die OEMs eine reibungslose Homologation in ihren ZielmĂ€rkten erreichen.
In einigen MĂ€rkten, beispielsweise den USA, waren adaptive Fernlichtfunktionen lange eingeschrĂ€nkt, erst mit Ănderungen der Vorschriften wurden bestimmte Matrixfunktionen zugelassen, was fĂŒr Hersteller wie Hella neue Absatzchancen, aber auch Anpassungen der Softwarelogik bedeutet.
Die lĂ€nderspezifische Vielfalt erfordert, dass Hella pro Modell und Markt unterschiedliche Konfigurationen vorhĂ€lt, damit die Lichtverteilung jeweils den lokalen Regeln entspricht, gleichzeitig mĂŒssen die Produktion und Logistik diese Varianten wirtschaftlich handhabbar halten.
Kooperationen mit Fahrzeugherstellern
Hella arbeitet seit Jahren eng mit deutschen Premiumherstellern an der Entwicklung von Matrix-Scheinwerfern, konkrete Fahrzeugprojekte sind hĂ€ufig vertraulich, doch in Branchenberichten werden Modelle von Audi, BMW oder Mercedes-Benz regelmĂ€Ăig mit adaptiven Frontlichtsystemen aus Lippstadt in Verbindung gebracht.
FĂŒr Hella ist die Zusammenarbeit mit einem OEM ein mehrjĂ€hriger Prozess, der oft mit Konzeptstudien beginnt, bei denen Lichtdesigner und Ingenieure am Claymodell des Fahrzeugs stehen und die LED-Module im Frontraum platzieren, bevor die finale Geometrie des Scheinwerfers entsteht.
Diese Co-Entwicklung sorgt dafĂŒr, dass Matrix-Funktionen nicht als nachtrĂ€gliches Zusatzfeature wirken, sondern die Lichtsignatur eines Fahrzeugs von Anfang an prĂ€gen, inklusive der typischen âLichtanimationenâ beim Ăffnen und SchlieĂen des Fahrzeugs.
Wettbewerbsumfeld im Lichtmarkt
Hella steht im Wettbewerb mit anderen groĂen Lichtanbietern wie Magneti Marelli oder Valeo, die ebenfalls LED-Matrix- oder Pixel-Scheinwerfer im Portfolio haben, die Unternehmen konkurrieren um Plattformen bei globalen OEMs, bei denen die Scheinwerfer ĂŒber viele Modelljahre eingesetzt werden.
Im High-End-Segment werden zudem Laser- oder hochauflösende Mikrospiegel-Lösungen diskutiert, Hella fokussiert sich mit seinen LED-Matrix-Scheinwerfern derzeit stark auf eine Balance aus Serienreife, Kosten und Funktion, die fĂŒr breite Fahrzeugsegmente geeignet ist.
FĂŒr Investoren ist interessant, dass adaptive Lichtsysteme oft mit höheren StĂŒckpreisen und Margen verbunden sind als einfache Halogenscheinwerfer, was den Umsatzmix der Lichtanbieter beeinflusst und zum Teil den TechnologieeinfĂŒhrungsdruck erklĂ€rt.
Nachhaltigkeit und Recycling
LED-Matrix-Scheinwerfer enthalten Elektronikkomponenten, Optiken und GehĂ€use aus unterschiedlichen Materialien, Hella arbeitet an Konzepten, wie diese nach dem Fahrzeugslebenszyklus dem Recycling zugefĂŒhrt werden können, ohne die Sicherheit oder Funktion in der Nutzung zu beeintrĂ€chtigen.
Die lÀngere Lebensdauer von LEDs im Vergleich zu Halogenlampen reduziert den Bedarf an Ersatzteilen, gleichzeitig bedeutet der höhere KomplexitÀtsgrad, dass Reparaturen in der Werkstatt oft nur auf Ebene des gesamten Moduls erfolgen und nicht durch einfachen Lampentausch.
FĂŒr Flottenbetreiber spielt dieser Aspekt eine Rolle, denn adaptive Scheinwerfer erhöhen zwar die Sicherheit, mĂŒssen aber im Schadenfall als Komplettbaustein ersetzt werden, was die Kosten pro Unfallfrontschaden verĂ€ndern kann.
Ausblick auf kommende Lichtfunktionen
Branchenexperten diskutieren, wie weit sich Matrix-Lichtsysteme entwickeln können, Hella forscht an noch feineren Auflösungen und daran, wie Scheinwerfer in Zukunft nicht nur Fahrbahnen ausleuchten, sondern zusĂ€tzliche Informationen sichtbar machen, etwa eine leuchtende Projektion von Warnsymbolen auf die StraĂe.
Solche Funktionen setzen jedoch voraus, dass Regulierung und Akzeptanz im StraĂenverkehr gegeben sind, derzeit ist vieles noch im Stadium von Konzeptfahrzeugen, doch die zugrunde liegende Pixeltechnologie der LED-Matrix-Scheinwerfer stellt eine mögliche Basis fĂŒr solche Entwicklungen dar.
Im GesprĂ€ch mit Entwicklungsteams wird deutlich, dass Hella seine Rolle nicht nur als Hardwarelieferant sieht, sondern als Partner fĂŒr Lichtinszenierung, Sicherheit und Markenwirkung, in der die Scheinwerfer ein zentrales Element der FahrzeugidentitĂ€t werden.
Kontext und Aktienperspektive
FĂŒr Privatanleger ist wichtig: LED-Matrix-Scheinwerfer sind ein konkretes Produkt aus der Licht-Sparte von Hella, das direkt UmsĂ€tze im GeschĂ€ft mit Automobilherstellern generiert und von der steigenden Verbreitung adaptiver Lichtsysteme in Mittelklasse- und Premiumfahrzeugen profitiert.
Die Hella GmbH & Co. KGaA Aktie (ISIN DE000A13SX22) wird in Deutschland unter anderem im elektronischen Handelssystem Xetra in Euro gehandelt.
Fakten zum Hella LED-Matrix-Scheinwerfer
- Produkt: LED-Matrix-Scheinwerfer
- Hersteller: Hella GmbH & Co. KGaA
- Kategorie: Lifestyle/Consumer (Lichttechnik im Automobilbereich)
- MarkteinfĂŒhrung: schrittweise seit Mitte der 2010er-Jahre in Serienfahrzeugen
- UVP / Preis: je nach Fahrzeugmodell, typischerweise im Rahmen des Lichtpakets des OEM
- VerfĂŒgbarkeit: weltweit ĂŒber Automobilhersteller in ausgewĂ€hlten Fahrzeugmodellen
- Zielgruppe: Autofahrerinnen und Autofahrer in Mittelklasse- und Premiumfahrzeugen mit Fokus auf Sicherheit und Komfort
- Besonderheit / USP: adaptives, blendfreies Fernlicht mit adressierbaren LED-Pixeln zur dynamischen Lichtverteilung
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