Proteste, Italien

Proteste in Italien: Blockierte Autobahnen und leere Regale

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im SĂŒden Italiens weiten sich die Proteste gegen die hohe Inflation aus.

Wegen Straßenblockaden durch Lkw-Fahrer können inzwischen in zahlreichen SupermĂ€rkten die Regale nicht mehr gefĂŒllt werden. In Regionen wie Apulien oder Kalabrien hat dies bereits zu VersorgungsengpĂ€ssen gefĂŒhrt. Die Proteste richten sich insbesondere gegen drastisch gestiegene Diesel-Preise, aber auch gegen hohe Mautkosten sowie die verzögerte Auszahlung von staatlichen Hilfen.

Auf wichtigen Verkehrsachsen des Landes wie den Autobahnen A1 und A30 kam es durch die Blockaden zu langen Staus. Auch Raffinerien sowie Zufahrten von HÀfen wurden blockiert. Den Protesten haben sich auch Landwirte und Spediteure angeschlossen. Verlangt werden sofortige Steuererleichterungen wie die vollstÀndige Befreiung von Agrardiesel und konkrete Zusagen der Regierung von MinisterprÀsidentin Giorgia Meloni. Die rechte Regierungschefin hat GesprÀche zugesagt.

Kein Benzin mehr an Tankstellen, kein Obst in SupermÀrkten

Betroffen sind hauptsĂ€chlich die Regionen Apulien und Kalabrien sowie Italiens grĂ¶ĂŸte Mittelmeerinsel Sizilien. An manchen Tankstellen dort sind Benzin und Diesel ausgegangen. Aus SupermĂ€rkten gibt es Berichte ĂŒber komplett leer gerĂ€umte Regale. Vor allem frische Produkte wie Obst und GemĂŒse sind Mangelware, aber auch andere Lebensmittel waren teils nicht mehr zu bekommen.

Die gestiegenen Lebenshaltungskosten - das "caro vita", das teure Leben - sind in Italien bereits seit Monaten ein landesweites Dauerthema. Im September lag die Inflationsrate bei 4,2 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 3,3 Prozent. DemgegenĂŒber sind die Löhne, die im Durchschnitt ohnehin niedriger liegen als in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern, seit Jahren real nicht gestiegen. Auch bei SchĂŒlerdemonstrationen am Freitag vergangener Woche, aus denen in einigen StĂ€dten schwere Krawalle wurden, ging es um die hohen Preise.

Regierung verweist auf Milliardenhilfe

Melonis Regierung aus drei rechten und konservativen Parteien gerĂ€t durch die Protestbewegung zunehmend unter Druck. Verkehrsminister Matteo Salvini sagte am Mittwoch im Radio, dass der Staat seit MĂ€rz mehr als eine Milliarde Euro an Hilfen fĂŒr Lkw-Fahrer freigegeben habe. MinisterprĂ€sidentin Meloni hatte im vergangenen Monat bereits angekĂŒndigt, dass der Staat im nĂ€chsten Jahr auf die Kfz-Steuer teilweise verzichtet. 2027 wird in Italien gewĂ€hlt.

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