Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Neuer Höchststand mit 184 Fehltagen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 15:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz gesunkener GesamtkrankenstĂ€nde erreichen psychische Leiden einen neuen Höchstwert und sind nun Hauptgrund fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit.

Psychische Erkrankungen auf Rekordhoch: Krankenstand 2026
Eine Gruppe von Mitarbeitern unterschiedlichen Alters arbeitet in einem modernen BĂŒro. Fokus auf Gesundheit und Ergonomie am Arbeitsplatz. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der allgemeine Krankenstand ist im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken – doch psychische Erkrankungen erreichen einen neuen Höchststand. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der DAK.

Der Krankenstand fiel von 5,4 auf 5,3 Prozent. Die durchschnittlichen Ausfalltage pro Versichertem sanken von 9,9 auf 9,6 Tage. Grund dafĂŒr ist vor allem ein deutlicher RĂŒckgang bei Atemwegserkrankungen: Sie gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent zurĂŒck und verursachen nun 175 Fehltage pro 100 Versicherte.

Psychische Belastungen als grĂ¶ĂŸter Krankmacher

Ganz anders sieht es bei psychischen Erkrankungen aus. Sie legten um neun Prozent zu und erreichen mit 184 Fehltagen je 100 Versicherte einen neuen Höchststand. Damit sind sie die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit – noch vor Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 174 Fehltagen.

AuffĂ€llig ist zudem eine altersabhĂ€ngige Spreizung: Bei Versicherten unter 55 Jahren gingen die Fehlzeiten zurĂŒck. Bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen stieg der Krankenstand dagegen um 0,3 Prozentpunkte an.

Demografischer Wandel als Herausforderung

Die Alterung der Belegschaften setzt die Arbeitsmedizin unter Druck. Der FachkrĂ€ftemangel macht sie zum zentralen Faktor fĂŒr die StabilitĂ€t des Arbeitsmarktes. Ein extremes Beispiel: In Bielefeld praktiziert der Arbeitsmediziner Hans-Georg Englitz mit ĂŒber 80 Jahren weiter, um VersorgungslĂŒcken zu schließen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat das Thema in einer Veranstaltungsreihe zur Resilienz aufgegriffen. Experten diskutieren, wie Strukturwandel, demografischer Wandel und KĂŒnstliche Intelligenz die Sozialpartnerschaft belasten. Ziel sind Strategien, um die BeschĂ€ftigungsfĂ€higkeit langfristig zu sichern.

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PrÀvention und Mitarbeiterbindung

Wie wichtig kontinuierliche Gesundheitsbegleitung ist, zeigt ein aktuelles JubilĂ€um: Der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) feierte im Juli sein 125-jĂ€hriges Bestehen. Beim Informationstag in Wuppertal betonte der Verband die Notwendigkeit technischer und organisatorischer UnterstĂŒtzung fĂŒr Betroffene im Berufsalltag.

Auch die Bindung erfahrener Mitarbeiter gewinnt an Bedeutung. In Weeze ehrte ein Unternehmen Mitte Juli 154 BeschĂ€ftigte fĂŒr ihre langjĂ€hrige Betriebszugehörigkeit – zusammengerechnet ĂŒber 4.000 Dienstjahre. Solche Beispiele zeigen: Stabile BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse basieren oft auf funktionierender Gesundheitsförderung.

Geplante Neuregelungen bei Krankschreibungen

Die Politik reagiert auf die verĂ€nderten Bedingungen. Die Bundesregierung plant eine Nachweispflicht fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit ab dem ersten Krankheitstag. Parallel dazu soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden.

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Ein zentrales Element ist die EinfĂŒhrung einer Teilkrankschreibung. Dieses Modell soll Arbeitnehmern ermöglichen, trotz gesundheitlicher EinschrĂ€nkungen stundenweise zu arbeiten – sofern es medizinisch vertretbar ist. Krankenkassenvertreter begrĂŒĂŸen das Vorhaben ausdrĂŒcklich. Der vollstĂ€ndige Kontaktverlust zum Arbeitsplatz ließe sich so vermeiden, was besonders bei langwierigen psychischen Erkrankungen den Genesungsprozess fördern soll.

Gegen die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung regt sich jedoch Widerstand in der Ärzteschaft. Sie befĂŒrchtet eine erhöhte Belastung der Praxen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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