Vorstandvorsitzender von Siemens mit Statement gegen Rechtsradikalismus

13.02.2020 - 08:26:43 | ad-hoc-news.de

Rassismus und Rechtsextremismus haben in einem global agierenden Unternehmen keinen Platz.

Siemens - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Siemens - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, sieht sein Engagement gegen rechtes Gedankengut als Bestandteil der Corporate Identity seines Unternehmens. Gegenüber dem „Handelsblatt“ betonte der Siemens-Chef die Verantwortung, die ein Unternehmen wie Siemens im gesellschaftlichen Diskurs trage. Kaeser hatte sich entschieden gegen die Aussagen der AfD-Bundestagsabgeordneten Alice Weidel positioniert und in den sozialen Medien auf Aussagen der AfD-Politikerin in einer Bundestagsrede reagiert. Für mich waren die diffamierenden Äußerungen von Frau Weigel nicht akzeptabel und das habe ich in meinem Tweet zum Ausdruck gebracht. Und ich würde es wieder tun, betont der Siemens-Manager. Kaesers Entgegnung auf die AfD-Fraktionsvorsitzende, in der er auf rechtsradikale Traditionen der heutigen Fremdenfeindlichkeit verwies, hatte für ein enormes öffentliches Echo gesorgt. Sein Slogan „Lieber Kopftuchmädchen als Bund Deutscher Mädel“ sorgte für heftige Reaktionen, wie Kaeser irritiert feststellen musste. Der Siemens Vorstand war im Mai 2018 vor allem auch über die Außenwirkung einer derartigen Rede besorgt. Da redet Frau Weigel und demonstriert ihre Intoleranz und Ignoranz, und das alles unter dem Bundesadler. Wenn solche Bilder in die Welt gehen, können sie verheerende Folgen für das Deutschlandbild der Menschen im Ausland haben, befürchtet Kaeser. Solche Bilder wecken Erinnerungen an ein Deutschland, von dem ich überzeugt war, dass wir es überwunden haben. Das konnte ich nicht einfach stehen lassen und deshalb habe ich mich in der Öffentlichkeit exponiert, so der Siemens-Chef gegenüber dem „Handelsblatt“. Für Kaeser sind es auch persönliche Erinnerungen, die durch solche Aussagen wieder an die Oberfläche kommen. Seine Familie hatte unter der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu leiden. Kaesers Onkel wurde in den Konzentrationslagern getötet, weil er nicht bei den Verbrechen der Nazis mitmachen wollte. Dieser politische Mord hatte starke Konsequenzen auf unser Familienleben und meine Großmutter hat das nie ganz verwunden. Deshalb ist es für mich besonders wichtig, gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hetze Stellung zu beziehen. Kaeser verweist auf eine TV-Dokumentation, in der eine der letzten Überlebenden der Konzentrationslager auf ihre Angst hingewiesen habe, dass so etwas wieder in Deutschland passieren könne und das 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Ausschwitz. Das hat mich tief getroffen. „We remember“ war auf einem Schild zu lesen, das Kaeser in die Kamera hielt.

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