Mit KI die Zukunft der Luftfahrt gestalten
16.10.2025 - 08:00:24FlughĂ€fen sind Hochleistungsmaschinen - und der Turnaround ist ihr Herzschlag: Im kurzen Zeitfenster zwischen der Landung eines Flugzeugs und dem Abflug zum nĂ€chsten Ziel mĂŒssen eine Vielzahl von Aufgaben wie das Ein- und Aussteigen der Passagiere, das Be- und Entladen von GepĂ€ck, die Reinigung, das Betanken sowie Sicherheitschecks perfekt ineinandergreifen. Viele Prozessschritte, die zwar z. T. auch digital ablaufen, hĂ€ngen weiterhin vom menschlichen Input ab. Vergessene RĂŒckmeldungen sind alltĂ€glich, Informationen werden geschönt, und die tatsĂ€chliche Lage erfĂ€hrt man oft erst am Telefon. Das ist keine Basis fĂŒr ein wirksames Steering, sondern ein NĂ€hrboden fĂŒr Verzögerungen, die erhebliche Kosten nach sich ziehen und zudem zu Anschlussproblemen und Kettenreaktionen bei anderen FlĂŒgen fĂŒhren. Hier setzt der Bedarf an innovativen KI-Lösungen an: Mit intelligenten Systemen, die die komplexen AblĂ€ufe am Boden nicht nur in Echtzeit ĂŒberwachen, sondern auch vorausschauend steuern können.
Im GesprĂ€ch mit Christian Ritter, Head of Product und Manuel van Esch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei zeroG. Die Tochtergesellschaft der Lufthansa Systems entwickelt datengetriebene, KI- und maschinelle Lernlösungen in der Luftfahrt, die Airlines Wettbewerbsvorteile bringen, Kosten senken und Prozesse optimieren.
Herr van Esch, Herr Ritter, wo sehen Sie aktuell den gröĂten Hebel, um die Bodenprozesse am Flughafen besser zu gestalten?
Van Esch: Viele Flughafenprozesse sind noch analog, vorhandene digitale Lösungen oft isoliert und nicht vernetzt. Der entscheidende Hebel liegt in der datengetriebenen Transparenz. Dazu kommt die KI, die Datenströme zusammenfĂŒhrt, Muster bzw. Musterabweichungen erkennt und so den Turnaround proaktiv steuern kann. Genau darauf baut unser Projekt "seer" auf, lokal und einzigartig hier in Hessen entwickelt.
Ritter: Die seer Airport Intelligence Suite, die wir als Lösung zusammen mit dem Flughafen Frankfurt und der Lufthansa-Gruppe entwickelt haben, ist eine kamerabasierte Computer-Vision-Lösung, die KI nutzt, um Echtzeitdaten voll automatisiert von Flugzeugpositionen zu erfassen und zu analysieren. Jeder Schritt der Flugzeugabfertigung, vom Andocken der FluggastbrĂŒcke bis zur GepĂ€ckverladung und Betankung, wird von Kameras erfasst. Die KI versieht die AblĂ€ufe automatisiert mit Zeitstempeln, sodass ein einheitliches transparentes Lagebild aller Bodenprozesse entsteht. Digitale Assistenten ersetzen fehleranfĂ€llige Telefonketten, Ausnahmesituationen werden vorhergesagt und die Prozesssicherheit wird maĂgeblich erhöht. Am Flughafen Frankfurt haben wir seer erfolgreich eingefĂŒhrt und erwarten eine Einsparung von bis zu fĂŒnf Minuten pro Turnaround. Durch seer sind FlughĂ€fen der Zukunft nicht mehr auf reaktive Lösungen angewiesen, sondern können operative Herausforderungen proaktiv behandeln und abmindern. Unsere Technologie erlaubt es, dass diese fĂŒr jeden Flughafen, der seinen Turnaround-Prozess filmen kann - selbst unter suboptimalen Bedingungen, wie niedrig stehende Sonne, Nebel, Vereisungen, Schneefall und Starkregen, funktioniert.
Welche weiteren KI-Initiativen treiben Sie bei zeroG voran, um den Luftverkehr zukunftsfÀhiger zu machen?
Ritter: Neben Computer-Vision gibt es bei uns weitere Projekte, die sich mit dem Einsatz von KI in der Luftfahrt beschĂ€ftigen, wie im Ressourcenmanagement oder in der Netzwerkplanung zur besseren Auslastung der Flotte. Ăber moderne Technologien, wie Reinforcement-Learning-Modelle, schaffen wir Lösungen, um beispielsweise Bodenfahrzeuge, Crews oder Gate-Zuweisungen effizienter zu disponieren.
Van Esch: Heute arbeiten wir mit Observing AI, die Daten sammelt sowie Generative AI, die nicht nur beobachtet, sondern aus diesen Datenergebnissen neues Wissen zu schafft. Aktuell entwickeln wir eine Agentic AI System Intelligence, die den Menschen als Sparring-Partner unterstĂŒtzt: Sie spielt Szenarien durch, bewertet Handlungsoptionen und setzt im Rahmen klarer Leitplanken eigenstĂ€ndig Entscheidungen um. Der Mensch behĂ€lt jederzeit die Kontrolle - er kann eingreifen, Aufgaben delegieren oder bei komplexen FĂ€llen gezielt Feedback geben. Mir ist wichtig zu betonen: KI bedeutet mehr als Kostensenkung. Ihr eigentliches Potenzial liegt darin, völlig neue AblĂ€ufe und Prozesse zu schaffen, die den Luftverkehr nachhaltig verĂ€ndern können. Investitionen sollten daher nicht nur am ROI gemessen, sondern als langfristiger Gewinn fĂŒr Kunden und Mitarbeitende verstanden werden.
Weitere Informationen:
Mit ihren branchenfĂŒhrenden FĂ€higkeiten, Methoden und Prozessen konzentriert sich zeroG auf die individuellen BedĂŒrfnisse von Fluggesellschaften, unabhĂ€ngig davon, wo sich das Unternehmen auf dem Weg zu einem datengesteuerten Ansatz befindet. www.zerog.aero
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