ROUNDUPKreise, Regierung

Regierung bringt Pflegereform auf den Weg

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die geplante Pflegereform rĂŒckt nĂ€her: Nach Verhandlungen bis zuletzt hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zur Neuordnung der Pflegeversicherung beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Details blieben zunÀchst unklar.

Bis zu Beginn der Kabinettssitzung war offen, ob Union und SPD in langen Verhandlungen so weit Einvernehmen erzielten, dass die Reform in der Ministerrunde beraten werden kann. Was eine Einigung möglich machte, wurde zunÀchst nicht mitgeteilt.

Linnemann mit VerspÀtung

Linnemann will in mehreren Bereichen Einsparungen erzielen, da fĂŒr die gesetzliche Pflegeversicherung in diesem Jahr ein Milliardendefizit droht. Nach seiner AnkĂŒndigung, seinen Entwurf an diesem Mittwoch ins Kabinett bringen zu wollen, hatte die SPD Blockade angedroht. Sie lehnte "ein reines KĂŒrzungspaket" ab. Die Verhandlungen darĂŒber zogen sich bis Mittwochmorgen hin. Linnemann stieß laut einem dpa-Reporter etwas verspĂ€tet zur Kabinettssitzung dazu.

Vor allem sollen mit dem geplanten Gesetz steigende BeitrÀge verhindert werden. Der Beitragssatz liegt nach einer Erhöhung vergangenes Jahr bei 3,6 Prozent, bei Kinderlosen bei 4,2 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen.

Die SPD will insbesondere nach den fĂŒr die Koalitionspartner teils verheerenden Landtagswahlen ein Gerechtigkeitssignal senden, wie es hieß. Beide Seiten verhandelten lange ĂŒber einen möglichen Kompromiss. Trotz großen Handlungsdrucks war eine spĂ€tere Kabinettsbefassung in der Koalition dann aber nicht ausgeschlossen worden, weil entscheidende Verhandlungsfortschritte zunĂ€chst ausblieben.

Ziel: Stabilere Finanzen

Die PlĂ€ne Linnemanns auf Basis eines Entwurfs seiner VorgĂ€ngerin, Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU), sahen unter anderem vor, ZuschlĂ€ge fĂŒr Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen zeitlich zu strecken. Das Geld soll die immer weiter steigenden Eigenanteile abfedern. Hier wĂŒrde dann ein Teil gespart. Zu den vorgeschlagenen Sparmaßnahmen zĂ€hlten auch eine strengere Einstufung in Pflegegrade. EinschrĂ€nkungen hatte Warken auch bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern vorgesehen.

SPD pocht auf "gerechter Verteilung"

Die SPD pochte darauf, "die Finanzierungsverantwortung gerechter zu verteilen". Das sollte vor allem durch einen Beitrag der Privatversicherten geschehen. Zumindest wollten die Sozialdemokraten einen "finanziellen Ausgleich" zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung erreichen. Zudem forderte die SPD eine Begrenzung der steigenden Eigenanteile, die PflegebedĂŒrftige und ihre Angehörigen fĂŒr die Pflege in einem Heim zahlen mĂŒssen (Pflegedeckel).

SPD-Finanzminister Lars Klingbeil hatte am Dienstagnachmittag in Mainz bekrĂ€ftigt: "Das darf jetzt nicht ein reines Einsparpaket sein, sondern wir brauchen auch strukturelle VerĂ€nderungen." Linnemann hatte Klingbeil aufgefordert, den Weg zur ZurĂŒckzahlung von mehr als fĂŒnf Milliarden Euro Corona-Hilfen an die Pflegeversicherung freizumachen. Der Finanzminister hatte im Ringen um einen ausgeglichenen Bundeshaushalt SparbeitrĂ€ge aller Ministerien eingefordert.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70203307 |