Reisekostenpauschalen 2026: Genf wird deutlich teurer für Dienstreisen
20.06.2026 - 00:39:14 | boerse-global.de
Besonders Geschäftsreisen in die Schweiz werden teurer – und eine Umfrage zeigt: Deutsche rechnen besonders häufig falsch ab.
Genf wird zum Kostenfaktor
Für Dienstreisen nach Genf gelten ab 2026 deutlich höhere Sätze. Bei einer Abwesenheit von mindestens 24 Stunden können Reisende 70 Euro Verpflegungspauschale geltend machen. Für An- und Abreisetage sowie Aufenthalte über acht Stunden sind es 47 Euro. Die Übernachtungspauschale in der Schweizer Metropole liegt bei 197 Euro.
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Zum Vergleich: In Deutschland gibt es nur 28 Euro für ganztägige Abwesenheiten und 14 Euro für kürzere Reisen. Die Übernachtungspauschale beträgt hier 20 Euro.
Doch Vorsicht bei der Abrechnung: Stellt der Arbeitgeber Mahlzeiten, wird die Pauschale gekürzt – 20 Prozent fürs Frühstück, je 40 Prozent für Mittag- oder Abendessen. Nach drei Monaten am selben Einsatzort entfällt der Anspruch komplett.
Jeder Vierte rechnet falsch ab
Eine Umfrage des Instituts Censuswide unter 8.000 Teilnehmern zeigt: Deutsche Beschäftigte machen besonders oft Fehler bei Spesen. 26 Prozent gaben an, regelmäßig unzulässige Kosten einzureichen. Damit liegt Deutschland vor Frankreich (22 Prozent), Spanien (21 Prozent) und den USA (19 Prozent).
Die häufigsten Fehler: doppelt eingereichte Kosten (38 Prozent), Abrechnungen für Kollegen (34 Prozent) und private Ausgaben (37 Prozent). Gleichzeitig verzichten 44 Prozent der Befragten darauf, legitime Auslagen zurückzufordern.
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Schweiz verschärft Regeln
Für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gibt es zusätzliche Hürden. Ab 2027 gelten in Genf strengere AHV-Praxisregeln für Pauschal-Spesen. Die bisherige Freigrenze von 100.000 CHF pro Jahr soll angepasst werden – mit höheren Nachweis- und Begründungspflichten. Bei Verstößen droht die Umqualifizierung als lohnpflichtiges Einkommen.
Auch die Infrastruktur verändert sich: Der Nationalrat stimmte am 18. Juni für eine gesetzliche Absicherung der Betriebszeiten der Flughäfen Zürich und Genf. Das schafft Planungssicherheit für Geschäftsreisende.
Finanziell wird es ebenfalls teurer: Das Parlament beschloss am 19. Juni eine Mehrwertsteuererhöhung zur Finanzierung der 13. AHV-Rente. Ab 2028 steigt der Normalsatz um 0,4 Prozentpunkte, der Hotellerie-Sondersatz um 0,2 Prozentpunkte.
Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins vorerst bei 0 Prozent und rechnet für 2026 mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent.
