Rentenerhöhung: 140.000 Senioren mĂŒssen erstmals Steuern zahlen
Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 10:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bis zu 140.000 Rentner ĂŒberschreiten durch die Anpassung erstmals die Steuerfreigrenze. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro fĂŒr Alleinstehende und 24.696 Euro fĂŒr Paare. Wer diese Summe ĂŒberschreitet, muss eine SteuererklĂ€rung abgeben.
Was die Erhöhung konkret bedeutet
Der Rentenwert steigt von 40,79 auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Ein Standardrentner mit 45 Beitragsjahren bekommt monatlich rund 77,85 Euro mehr. Aus einer Rente von 1.000 Euro werden so 1.042,40 Euro.
Das Problem: Jede Rentenerhöhung ist zu 100 Prozent steuerpflichtig. Der persönliche Rentenfreibetrag bleibt als fester Euro-Betrag auf dem Niveau des ersten vollen Rentenbezugsjahres eingefroren.
Neurentner zahlen drauf
Wer 2026 erstmals in Rente geht, muss 84 Prozent der Bruttojahresrente versteuern. Nur 16 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei. Zum Vergleich: Bei einem Renteneintritt 2022 lag der steuerpflichtige Anteil bei 82 Prozent.
Die reale Kaufkraft steigt trotz der nominalen Erhöhung kaum. Die Inflation liegt bei 2,6 Prozent. Zudem profitieren rund 1,28 Millionen Grundsicherungsbezieher nicht von der Anpassung â die Erhöhung wird voll auf die staatlichen Leistungen angerechnet.
Durch die steigenden Rentenwerte rutschen immer mehr Senioren in die Steuerpflicht und mĂŒssen sich plötzlich mit dem Finanzamt auseinandersetzen. Dieses kostenlose E-Book erklĂ€rt Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie das offizielle Finanzportal richtig nutzen und durch praktische AusfĂŒllhilfen bares Geld sparen. So erledigen Sie Ihre SteuererklĂ€rung mit MeinElster schneller als je zuvor
So lÀsst sich die Steuerlast senken
Vom Bruttobetrag gehen zunĂ€chst BeitrĂ€ge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Der Krankenversicherungssatz betrĂ€gt 14,6 Prozent plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag. Rentner tragen die HĂ€lfte. Die Pflegeversicherung liegt bei 3,6 Prozent, fĂŒr Kinderlose bei 4,2 Prozent.
Diese BeitrÀge lassen sich als Vorsorgeaufwendungen in der SteuererklÀrung absetzen. Sie mindern das zu versteuernde Einkommen. Hinzu kommt eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro. Auch Krankheitskosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen sind absetzbar.
Viele Rentner zahlen trotz Ăberschreitung des Grundfreibetrags keine Steuer. Sie mĂŒssen aber trotzdem eine ErklĂ€rung abgeben.
Fristen und Hilfsmittel
Die Abgabefrist fĂŒr die SteuererklĂ€rung 2025 endet fĂŒr Selbstzahler am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein einschaltet, hat bis FrĂŒhjahr 2027 Zeit.
Ob Rentenanpassung oder zusĂ€tzliche EinkĂŒnfte â immer mehr Deutsche managen ihre Steuern heute selbst, um teure Beraterkosten zu vermeiden. Ein kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen jetzt, welche versteckten Funktionen im Elster-Portal Ihnen Zeit ersparen und die Abgabe Ihrer Unterlagen zum Kinderspiel machen. Kostenloses MeinElster E-Book jetzt gratis anfordern
Seit dem 1. Juli gibt es die App âMeinElster+â zur Vereinfachung der Prozesse. Die Rentenanpassungsbescheide verschickt die Rentenversicherung bis Ende Juli.
Experten raten, die Bescheide genau zu prĂŒfen. Bei Gefahr einer Doppelbesteuerung sollten Betroffene innerhalb eines Monats Einspruch einlegen. Seit FrĂŒhjahr 2025 enthalten viele Steuerbescheide keinen automatischen VorlĂ€ufigkeitsvermerk mehr zu diesem Thema.
