Rentenreform: Kapitalrente ab 2028, Renteneintritt auf 67,5
24.06.2026 - 01:57:05 | boerse-global.de
Die Regierung will alle 33 Empfehlungen der Rentenkommission umsetzen. Der 80-seitige Abschlussbericht sieht eine grundlegende Modernisierung der Altersvorsorge vor.
Kapitalrente nach schwedischem Vorbild
Ein Kernstück der Reform ist die Einführung einer gesetzlichen Kapitalrente. Ab 2028 sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils einen zusätzlichen Beitrag von 2 Prozent einzahlen. Das Modell orientiert sich am schwedischen System und soll das Rentenniveau durch Kapitalmarkterträge stützen.
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Die gesetzliche Umlagerente bleibt der erste Pfeiler des Systems. Ziel ist eine Nettoersatzquote von 70 Prozent des letzten Nettolohns über alle Vorsorgesäulen hinweg. Experten warnen jedoch: Trotz der Reform könnten die Beitragssätze bis 2031 auf über 22 Prozent steigen.
Rente mit 63 fällt weg
Das Renteneintrittsalter wird an die steigende Lebenserwartung gekoppelt. Bis 2041 steigt die Altersgrenze schrittweise auf 67,5 Jahre. Die „Rente mit 63" wird abgeschafft. Frührentner müssen künftig mindestens 64 Jahre alt sein.
Ab 2031 soll der Nachhaltigkeitsfaktor wieder verschärft werden. Für Neurentner ist ab 2032 ein Übergangsfaktor geplant. Hintergrund: Bis 2040 erreichen rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das Rentenalter.
Mehr Beitragszahler, keine Kürzungen
Die Regierung weitet den Kreis der Beitragszahler aus. Künftig müssen auch Selbstständige, Abgeordnete und Minijobber in die Rentenkasse einzahlen. Für Minijobber entfällt die Beitragsfreiheit.
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Trotz der strukturellen Änderungen betont die Regierung: Die Rentenleistungen werden nicht gekürzt. Das gesetzliche Rentenniveau soll bei mindestens 48 Prozent stabilisiert werden.
Geteiltes Echo und nächste Schritte
Kanzler Merz spricht von einem ausgewogenen Entwurf. Arbeitsministerin Bas warnt vor „Rosinenpicken" und fordert die vollständige Umsetzung.
Die Reaktionen sind gespalten: Union und Wirtschaft begrüßen die Pläne. Gewerkschaften, Sozialverbände, Linke und Grüne kritisieren die Belastungen für die jüngere Generation. Auch aus den Reihen der SPD-Ministerpräsidenten kommt Widerstand.
Der Koalitionsausschuss berät am 1. Juli. Die Gesetzentwürfe sollen nach der Sommerpause vorliegen. Ziel ist der Abschluss des Verfahrens bis Jahresende. Die Reform soll Anfang 2027 in Kraft treten.
