Rentenreform, Kommission

Rentenreform: Kommission fordert Arbeit bis 67 und Abschaffung Rente mit 63

Veröffentlicht am: 20.06.2026 um 09:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Rentenkommission empfiehlt eine VerlĂ€ngerung der Lebensarbeitszeit und stĂ¶ĂŸt damit auf breite Kritik von Gewerkschaften.

Rentenkommission: LÀngere Lebensarbeitszeit und ReformplÀne
Ältere, motivierte FachkrĂ€fte in einem modernen BĂŒro, die gemeinsam an einem Tisch sitzen und sich austauschen. Illustration mit AI erstellt.

Im Zentrum: die VerlĂ€ngerung der Lebensarbeitszeit. Das Gremium unter Vorsitz von Frank-JĂŒrgen Weise und Constanze Janda ĂŒbergab die Ergebnisse an Kanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas.

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Ältere FachkrĂ€fte stĂ€rker einbinden

Ein Kernpunkt des Berichts: Ältere BeschĂ€ftigte sollen lĂ€nger im Job bleiben. Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre bis 2031 reiche nicht aus, heißt es aus Kommissionskreisen.

BA-Chefin Andrea Nahles wies auf die HĂŒrden fĂŒr Ă€ltere Arbeitnehmer hin. Die ErwerbstĂ€tigenquote in dieser Gruppe sei zwar gestiegen. Doch Arbeitslose ĂŒber 55 hĂ€tten weiterhin deutlich schlechtere Chancen auf eine Neuanstellung. Nahles fordert einen „Gesinnungswandel“ bei Arbeitgebern. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt derzeit bei knapp unter 65 Jahren.

Streit um die „Rente mit 63“

Bei der Verabschiedung der rund 30 Empfehlungen herrschte keine Einstimmigkeit. Besonders umstritten: die geforderte Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – bekannt als „Rente mit 63“. Kritiker argumentieren, die Regelung werde vor allem von gut verdienenden FachkrĂ€ften genutzt, die dem Arbeitsmarkt frĂŒhzeitig verloren gingen.

Weitere diskutierte Maßnahmen:
- Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung
- Stabilisierung des Rentenniveaus bei rund 48 Prozent
- Schrittweise Erhöhung der BeitragssÀtze von 18,6 auf 19,9 Prozent ab 2028
- Ausweitung der Versicherungspflicht auf Minijobs
- Verpflichtende betriebliche Altersvorsorge

Gewerkschaften und SozialverbĂ€nde wie Verdi, VdK und SoVD lehnen ein höheres Renteneintrittsalter strikt ab. Sie sprechen von faktischen RentenkĂŒrzungen und warnen vor sozialer Schieflage.

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Koalition unter Zugzwang

Die Umsetzung liegt nun bei der schwarz-grĂŒnen Koalition. Arbeitsministerin Bas betonte, eine schnelle Eins-zu-eins-Umsetzung sei vor allem bei hohem Einigkeitsgrad der Kommission wahrscheinlich. Da der Bericht nun Minderheitsvoten enthĂ€lt, drohen intensive parlamentarische Debatten.

Kanzler Merz und Ministerin Bas wollen bis zur Sommerpause im Juli ein umfassendes Reformpaket schnĂŒren. Neben der Rentensicherung sind Anpassungen am Arbeitsmarkt, Änderungen bei der Einkommensteuer und BĂŒrokratieabbau geplant. Ziel: die langfristige Finanzierbarkeit der Sozialsysteme sichern, ohne jĂŒngere Generationen ĂŒbermĂ€ĂŸig zu belasten. Die offizielle Vorstellung der Ergebnisse ist unmittelbar nach der Übergabe ans Kanzleramt vorgesehen.

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