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Abbas verschiebt Parlaments- und PrÀsidentenwahl

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 12:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der palĂ€stinensische PrĂ€sident Mahmud Abbas verschiebt die fĂŒr Ende November geplante Parlamentswahl in den PalĂ€stinensergebieten auf September 2027.

Auch die seit mehr als zwei Jahrzehnten ĂŒberfĂ€llige PrĂ€sidentenwahl solle am 11. September kommenden Jahres stattfinden, berichtete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf ein Dekret von Abbas.

Als GrĂŒnde fĂŒr die Absage der Wahlen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen nennt Wafa militĂ€rische EinschrĂ€nkungen durch Israel, den Ausbau jĂŒdischer Siedlungen, Angriffe bewaffneter Siedler sowie fehlende Bewegungsfreiheit. FĂŒr den Gazastreifen fĂŒhrt die palĂ€stinensische FĂŒhrung zudem die prekĂ€re Sicherheitslage und die ausstehende Stationierung internationaler SchutzkrĂ€fte an.

Israels Außenminister weist VorwĂŒrfe von Abbas zurĂŒck

Israels Außenminister Gideon Saar warf dem palĂ€stinensischen PrĂ€sidenten Abbas vor, die internationale Gemeinschaft erneut getĂ€uscht zu haben. Abbas behaupte fĂ€lschlicherweise, Israel habe Hindernisse fĂŒr die Abhaltung von Wahlen geschaffen. Damit versuche Abbas, sich der Verantwortung und Rechenschaftspflicht zu entziehen, sagte Saar.

Islamistische Hamas gewann letzte Parlamentswahl

UrsprĂŒnglich sollten die PalĂ€stinenser nach mehr als 20 Jahren am 28. November erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder ein Parlament wĂ€hlen. Bei der letzten Wahl am 25. Januar 2006 gewann die islamistische Hamas eine Mehrheit von 74 der 132 Stimmen im PalĂ€stinensischen Legislativrat. Ein Jahr spĂ€ter ĂŒbernahm sie nach KĂ€mpfen mit der rivalisierenden Fatah von Abbas die alleinige Kontrolle ĂŒber den Gazastreifen. Das Parlament war danach weitgehend handlungsunfĂ€hig. Ende 2018 ordnete das palĂ€stinensische Verfassungsgericht seine Auflösung an.

RegulÀre Amtszeit von Abbas endete bereits 2009

Der amtierende palÀstinensische PrÀsident Mahmud Abbas (90) gewann die Wahl am 9. Januar 2005. Seine regulÀre vierjÀhrige Amtszeit endete 2009. Seither wurden PrÀsidentschaftswahlen mehrfach verschoben oder abgesagt.

Abbas ist in der palĂ€stinensischen Bevölkerung Ă€ußerst unbeliebt. Er ist auch Vorsitzender der PalĂ€stinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Diese vertritt das palĂ€stinensische Volk offiziell auf internationaler Ebene. Die islamistische Hamas im Gazastreifen gehört nicht zur PLO.

Kritik an Abbas aus eigener Fatah-Bewegung

Kritik an der Verschiebung der Wahlen kam aus den Reihen von Abbas' eigener Fatah-Bewegung. Damit werde seine autokratische Herrschaft verlĂ€ngert, teilte Dimitri Diliani, Sprecher der reformistischen demokratischen Fraktion der Fatah, mit. Abbas habe große Angst vor einem WahlbĂŒndnis von oppositionellen KrĂ€ften innerhalb der Fatah, das seine FĂŒhrung ablehne.

Diliani warf der EU vor, sie trage die politische Verantwortung fĂŒr die autokratische Herrschaft von Abbas. Ihre UnterstĂŒtzung verstĂ€rke dessen Korruption und trage dazu bei, ihn vor den Konsequenzen seiner wiederholten Behinderung von Wahlen zu schĂŒtzen. Dies widerspreche dem erklĂ€rten Bekenntnis der EU zur palĂ€stinensischen Demokratie und dem Recht der PalĂ€stinenser, ihre FĂŒhrung selbst zu wĂ€hlen.

Hamas zeigt VerstĂ€ndnis fĂŒr Verschiebung der Wahlen

Die islamistische Hamas, die zweitstĂ€rkste PalĂ€stinenserorganisation nach der Fatah von Abbas, sprach dagegen von einem Schritt in die richtige Richtung. Es fehlten die notwendigen politischen, sicherheitspolitischen und praktischen Voraussetzungen fĂŒr freie und faire Wahlen in den palĂ€stinensischen Gebieten. Die Hamas rief in einer ErklĂ€rung alle PalĂ€stinenserfraktionen zu einem umfassenden und ernsthaften nationalen Dialog auf.

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