ROUNDUP, AsylantrÀge

Etwas mehr AsylantrÀge - Langfristiger AbwÀrtstrend bleibt

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 16:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Deutschland haben im September mehr Menschen erstmals einen Asylantrag gestellt als im Vormonat.

Am langfristigen RĂŒckgang der Zahl der Asylsuchenden Ă€ndert das aber nichts. Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilte, nahm das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) im vergangenen Monat 5.276 AsylerstantrĂ€ge entgegen. Das sind 40 Prozent weniger als im September vergangenen Jahres und 70 Prozent weniger als im September 2024.

Dobrindt verweist auf deutsche und europĂ€ische Maßnahmen

"Der deutliche RĂŒckgang der Asylzahlen zeigt: Unsere Maßnahmen auf nationaler und europĂ€ischer Ebene wirken", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Die EuropĂ€ische Union setze den Kurs "zur Wendung des Asylsystems" weiter fort. Dazu gehöre ein Krisenreaktionsmechanismus, der die EU-Außengrenzen vor "gesteuerten MassenanstĂŒrmen" schĂŒtze, mit einer "schnellen Eingreiftruppe" der EU-Grenzschutzagentur Frontex und Schnellverfahren an den Grenzen.

Nach rund 5.550 AsylerstantrÀgen im Mai war die Zahl der neuen AsylantrÀge noch weiter gesunken, im Juli und August waren es jeweils weniger als 4.000 AntrÀge. Dass in den vergangenen Monaten etliche Menschen, die bereits lÀnger in Deutschland leben, einen Folgeantrag beim Bamf gestellt haben, hÀngt mit einem Urteil des EuropÀischen Gerichtshofs vom Oktober 2024 zur Lage in Afghanistan zusammen. Darin war festgestellt worden, dass Frauen aus dem seit 2021 wieder von den islamistischen Taliban regierten Land grundsÀtzlich einen Schutzanspruch haben.

Deutschland in Europa an dritter Stelle

Innerhalb Europas ist die Zahl der von der EU-Asylagentur erfassten AntrĂ€ge auf internationalen Schutz weiter rĂŒcklĂ€ufig. In den 27 EU-LĂ€ndern sowie Norwegen und der Schweiz wurden innerhalb der ersten neun Monate dieses Jahres vorlĂ€ufigen Zahlen zufolge 452.969 SchutzantrĂ€ge registriert, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Die Zahlen können durch Nachmeldungen aus MitgliedslĂ€ndern noch leicht abweichen. Offiziellen Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat zufolge wurden im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr 598.575 AntrĂ€ge gestellt. Das ist ein RĂŒckgang um fast 25 Prozent. Die "Welt am Sonntag" beruft sich auf ein vertraulich gekennzeichnetes Dokument der EU-Kommission. Demnach wurden in Frankreich (98.822 AsylantrĂ€ge) und Italien (78.496) die meisten AsylantrĂ€ge gestellt, Deutschland steht an dritter Stelle mit 70.257 AntrĂ€gen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70226169 |