ROUNDUP, Ifo-GeschÀftsklima

Ifo-GeschÀftsklima steigt trotz hoher Energiepreise weiter

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 10:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich trotz gestiegener Energiepreise erneut verbessert und deutet auf eine weitere konjunkturelle Belebung hin.

Im Oktober stieg das Ifo-GeschĂ€ftsklima um 0,3 Punkte auf 90,2 Punkte, wie das MĂŒnchner Forschungsinstitut am Montag mitteilte. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer hellte sich damit den sechsten Monat in Folge auf; es erreichte den höchsten Stand seit dem FrĂŒhjahr 2023. Dank eines starken Auftragspolsters rechnen Ökonomen mit einer Fortsetzung der Konjunkturerholung in Deutschland.

Das Ifo-GeschĂ€ftsklima ist besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Sie hatten im Schnitt mit einer Stagnation auf 89,9 Punkte gerechnet. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen. GestĂŒtzt wurde der Indikator durch gestiegene Erwartungen der befragten Unternehmen an kĂŒnftige GeschĂ€fte. Die EinschĂ€tzung der aktuellen Lage ist hingegen schwĂ€cher ausgefallen.

In dem fĂŒr die deutsche Wirtschaft wichtigen Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich die Stimmung deutlich. Hier haben die Unternehmen dank gestiegener NeuauftrĂ€ge sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen "substanziell besser" eingeschĂ€tzt, heißt es in der Mitteilung.

Im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung hingegen verschlechtert. Die Unternehmen waren unzufriedener mit den laufenden GeschĂ€ften. Allerdings zeigte sich bei IT-Dienstleistern einer besseren Stimmung. Die IT-Branche profitiert derzeit von einer starken Nachfrage im Zuge des Booms bei der KĂŒnstlichen Intelligenz, wobei zahlreiche neuen Rechenzentren gebaut oder geplant werden.

"In Anbetracht hoher Energiepreise und Unruhen in den europĂ€ischen NachbarlĂ€ndern hĂ€tte auch ein RĂŒckgang des Konjunkturbarometers nicht weiter verwundert", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex mache Hoffnung, dass sich die Konjunkturerholung dank der guten Auftragslage im kommenden Jahr fortsetzen wird.

Etwas zurĂŒckhaltender zeigte sich Klaus Bauknecht, Analyst bei der IKB Deutsche Industriebank. Die Erwartungen der Unternehmen wĂŒrden auf eine moderate, wenn auch volatilen Konjunkturerholung hindeuten. Allerdings liefere das Ifo-GeschĂ€ftsklima keinen Hinweis auf einen tragfĂ€higen Investitionsaufschwung und damit keine nachhaltige Erholung. "Solange Unternehmen weder von einer robusten Konjunktur noch von einer verlĂ€sslichen Verbesserung der Standortbedingungen ĂŒberzeugt sind, ist mit einer Aufbruchstimmung, die private Investitionen zu einem entscheidenden Wachstumstreiber werden lassen, nicht zu rechnen", sagte Bauknecht.

Zuvor hatten fĂŒhrende deutsche Forschungsinstitute, darunter auch das Ifo-Institut, ihre Prognosen fĂŒr die deutsche Wirtschaft angehoben. Zuletzt hatte auch der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) Mitte Oktober die Erwartungen fĂŒr das deutsche Wirtschaftswachstum angehoben. Dies dĂŒrfte in diesem Jahr mit 1,3 Prozent fast doppelt so stark ausfallen wie noch im Juli erwartet. Auch die Bundesregierung geht von einem Wachstum in dieser Höhe aus.

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