RuhestĂ€ndlerhaushalte verfĂŒgen im Median ĂŒber 2.330 Euro netto im Monat
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 08:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHaushalte von RuhestĂ€ndlern ab 65 Jahren in Deutschland haben im Mittel 2.330 Euro netto im Monat zur VerfĂŒgung. Zwischen den östlichen BundeslĂ€ndern einschlieĂlich Berlin und den westlichen LĂ€ndern bestehen leichte Unterschiede beim Haushaltsnettoeinkommen von Personen im Ruhestand.
Unterschiedliche Mediane in Ost und West
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt das mittlere Haushaltsnettoeinkommen (Median) von Haushalten mit RuhestĂ€ndlern ab 65 Jahren in den östlichen BundeslĂ€ndern einschlieĂlich Berlin bei 2.270 Euro monatlich. In den westlichen BundeslĂ€ndern erreichen vergleichbare Haushalte einen Medianwert von 2.350 Euro.
Betrachtet wurden Haushalte, in denen ausschlieĂlich Rentnerinnen und Rentner sowie PensionĂ€re ab 65 Jahren leben. Im Jahr 2025 gehörten dazu rund 13,6 Millionen Menschen, davon etwa 10,5 Millionen in den westlichen und 3,1 Millionen in den östlichen BundeslĂ€ndern.
Zusammensetzung der Haushaltseinkommen
Das Einkommen von RuhestĂ€ndlern ab 65 Jahren setzt sich ĂŒberwiegend aus AlterseinkĂŒnften wie gesetzlichen Renten, Betriebs- und Privatrenten sowie Pensionen zusammen. Bundesweit stammten im Jahr 2025 durchschnittlich 93 Prozent des Einkommens von Haushalten, in denen ausschlieĂlich Rentner beziehungsweise PensionĂ€re lebten, aus Renten und Pensionen.
Knapp vier Prozent des Einkommens entfielen auf Einnahmen aus Vermögen wie Mieteinnahmen oder KapitalertrĂ€ge, zwei Prozent auf Transferzahlungen wie Grundsicherung im Alter und ein Prozent auf Einkommen aus ErwerbstĂ€tigkeit. Damit bleiben zusĂ€tzliche Einkommensquellen fĂŒr die meisten RuhestĂ€ndler von untergeordneter Bedeutung.
Einkommensstruktur in den Regionen
In den östlichen BundeslĂ€ndern machten Renten und Pensionen durchschnittlich 96 Prozent des Einkommens aus, wĂ€hrend Einnahmen aus Vermögen lediglich einen Anteil von einem Prozent erreichten. In den westlichen BundeslĂ€ndern bezogen RuhestĂ€ndler im Schnitt 92 Prozent ihres Haushaltseinkommens aus Renten und Pensionen, gut vier Prozent stammten aus VermögenseinkĂŒnften.
Mit Blick auf weitere Einkommensquellen wie Transferzahlungen, darunter die Grundsicherung im Alter mit einem Anteil von zwei Prozent, sowie ErwerbstÀtigkeit mit einem Anteil von einem Prozent unterscheidet sich die Einkommensstruktur von Rentnerhaushalten in Ost und West kaum.
ArmutsgefÀhrdung im Ruhestand
Bundesweit lag die ArmutsgefĂ€hrdungsquote von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren im Jahr 2025 bei 18,9 Prozent. In den östlichen BundeslĂ€ndern einschlieĂlich Berlin betrug sie 18,5 Prozent, in den westlichen LĂ€ndern 19,0 Prozent; das Armutsrisiko fĂŒr RuhestĂ€ndler ist damit regional Ă€hnlich ausgeprĂ€gt.
Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung waren bundesweit 16,1 Prozent der Personen armutsgefÀhrdet. In den östlichen LÀndern lag dieser Anteil bei 17,6 Prozent, in den westlichen BundeslÀndern bei 15,8 Prozent.
Definition der ArmutsgefÀhrdung
Die ArmutsgefĂ€hrdungsquote misst die relative Einkommensarmut. Nach der EU-Definition gilt eine Person als armutsgefĂ€hrdet, wenn sie ĂŒber weniger als 60 Prozent des mittleren Ăquivalenzeinkommens (Median) der Gesamtbevölkerung verfĂŒgt.
Vermögenswerte wie selbst genutztes Immobilieneigentum werden in dieser Betrachtung nicht als Einkommen erfasst, solange daraus keine Mieteinnahmen oder KapitalertrÀge entstehen. Dadurch kann sich die Einkommenssituation von RuhestÀndlern statistisch von ihrer tatsÀchlichen wirtschaftlichen Lage unterscheiden.
Wohnen im Eigentum oder zur Miete
Im Jahr 2025 wohnten bundesweit 57 Prozent der RuhestÀndler ab 65 Jahren im Wohneigentum und 43 Prozent zur Miete. In den westlichen BundeslÀndern lebten 61 Prozent der Personen im Ruhestand im Eigentum und 39 Prozent zur Miete.
In den östlichen LÀndern war das VerhÀltnis eher umgekehrt: Dort wohnten 44 Prozent der RuhestÀndler im Eigentum, wÀhrend 56 Prozent zur Miete lebten. Diese Unterschiede bei den WohnverhÀltnissen können die finanzielle Belastung im Alter deutlich beeinflussen.
Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie stark das Einkommen von RuhestÀndlern in Deutschland weiterhin von gesetzlichen Renten und Pensionen abhÀngt. Der Median von 2.330 Euro Haushaltsnettoeinkommen verdeutlicht, dass viele Àltere Menschen mit begrenzten finanziellen SpielrÀumen leben, auch wenn Vermögenseinkommen und ErwerbstÀtigkeit eine Rolle spielen.
Strukturelle Unterschiede zwischen Ost und West
AuffĂ€llig sind die Unterschiede in der Zusammensetzung der Einkommen: In den östlichen BundeslĂ€ndern einschlieĂlich Berlin basiert das Haushaltsbudget von RuhestĂ€ndlern fast vollstĂ€ndig auf Renten und Pensionen, wĂ€hrend VermögenseinkĂŒnfte dort kaum ins Gewicht fallen. In den westlichen LĂ€ndern ist der Anteil von Renten und Pensionen etwas geringer, dafĂŒr tragen Einnahmen aus Vermögen stĂ€rker zum Gesamteinkommen bei. Historische Faktoren wie unterschiedliche Erwerbsbiografien zu DDR-Zeiten und die Vermögensbildung nach der Wiedervereinigung wirken hier bis heute nach.
Zugleich unterscheiden sich die WohnverhĂ€ltnisse deutlich. Der höhere EigentĂŒmeranteil im Westen stĂ€rkt langfristig die finanzielle Sicherheit vieler RuhestĂ€ndler, da keine Miete gezahlt werden muss. Im Osten, wo ein gröĂerer Anteil im MietverhĂ€ltnis lebt, schlagen Wohnkosten stĂ€rker auf das verfĂŒgbare Einkommen durch. Da selbst genutztes Wohneigentum nicht als Einkommen zĂ€hlt, bleiben diese Unterschiede in der reinen Einkommensstatistik unsichtbar, prĂ€gen aber die reale Lebenssituation.
Armutsrisiken und Bedeutung fĂŒr die Sozialpolitik
Die ArmutsgefĂ€hrdungsquote von 18,9 Prozent unter Menschen im Ruhestand ab 65 Jahren liegt ĂŒber dem Wert der Gesamtbevölkerung und unterstreicht, dass Altersarmut ein relevantes Thema bleibt. Dass das Armutsrisiko zwischen Ost und West inzwischen Ă€hnlich hoch ist, deutet auf eine Angleichung der Einkommenslage hin, ohne dass die strukturellen Differenzen vollstĂ€ndig verschwunden wĂ€ren. Besonders betroffen sind Haushalte, deren Einkommen fast ausschlieĂlich aus gesetzlichen Renten besteht und die keine zusĂ€tzlichen VermögenseinkĂŒnfte erzielen.
FĂŒr die Sozialpolitik liefern die Zahlen wichtige Anhaltspunkte. Sie zeigen, wie stark MaĂnahmen bei Renten, Grundsicherung im Alter und der Förderung von Vermögensaufbau darĂŒber entscheiden, ob Ă€ltere Menschen ihren Lebensstandard halten können. Gleichzeitig machen die Daten zur Wohnsituation deutlich, dass steigende Mieten oder Energiekosten fĂŒr viele RuhestĂ€ndler ein unmittelbares Risiko darstellen. In der Debatte um die finanzielle Lage Ă€lterer Menschen wird deshalb neben der Rentenhöhe zunehmend auch die Entlastung bei Wohn- und Nebenkosten eine Rolle spielen.
