Putin kann sich Slowakei als Vermittler vorstellen
27.12.2024 - 06:25:16Der slowakische MinisterprÀsident Robert Fico habe bei seinem Besuch in Moskau am vergangenen Sonntag sein Land als Plattform angeboten, sagte der Kremlchef vor Journalisten. "Wenn es so weit kommt, warum nicht? Denn die Slowakei nimmt aus unserer Sicht eine neutrale Position ein", sagte Putin im Sportzentrum Igora nördlich von St. Petersburg.
In der Slowakei lösten Putins ĂuĂerungen heftige Kritik der Opposition aus. Michal Simecka, der Chef der gröĂten Oppositionspartei, schrieb auf Facebook: "Es ist absurd, dass uns ĂŒber die AuĂenpolitik der Slowakischen Republik wieder jemand anderer informiert als unsere eigene Regierung. (...) Jetzt sogar der russische PrĂ€sident und Verbrecher Wladimir Putin."
Zu Ficos angeblichem Angebot an Putin, russisch-ukrainische GesprÀche in Bratislava zu organisieren, machte Simecka einen Gegenvorschlag: "Wenn Fico Frieden will, sollte er zuerst Putin auffordern, seine Angriffe einzustellen und mit dem Ermorden unschuldiger Menschen in der Ukraine aufzuhören. Wenn die russischen StreitkrÀfte ihre Angriffe aufhören, können sie ruhig auch direkt auf Ficos Terrasse verhandeln", ergÀnzte er sarkastisch.
Slowakisches AuĂenministerium bestĂ€tigt Vermittlungsangebot
Das slowakische AuĂenministerium in Bratislava bestĂ€tigte unterdessen am Donnerstagabend in einer der dpa vorliegenden Aussendung das Angebot, als Ort fĂŒr einen Teil möglicher russisch-ukrainischer FriedensgesprĂ€che zur VerfĂŒgung zu stehen. Der ukrainischen Regierung habe man die Bereitschaft dazu bereits im Oktober im Rahmen einer gemeinsamen slowakisch-ukrainischen Regierungssitzung erklĂ€rt. Die slowakische Regierung setze sich dauerhaft fĂŒr eine nichtmilitĂ€rische Lösung ein und habe immer wieder öffentlich ihre Bereitschaft erklĂ€rt, aktiv dazu beizutragen.
Putin: Schneller neuer Gasvertrag unmöglich
Fico hat sich mit dem Besuch bei Putin Kritik aus der Ukraine, aber auch aus der EU zugezogen. Bei der Visite dĂŒrfte es auch um Gaslieferungen gegangen sein. Die Ukraine stellt mit Jahresbeginn den Transit von russischem Gas ein, was die Slowakei vor Probleme stellt. Putin warf der Ukraine erneut vor, europĂ€ische Kunden von russischem Gas abzuklemmen. Es sei aber nicht möglich, in "drei oder vier Tagen" vor dem Auslaufen des Transitvertrages eine neue Vereinbarung mit anderen Transporteuren zu schlieĂen, sagte der PrĂ€sident.
Die Ukraine verliert zwar die TransitgebĂŒhren, die trotz des Kriegs immer noch gezahlt wurden. Sie will Russland aber die Möglichkeit nehmen, mit dem Gasexport nach Europa Geld fĂŒr seine KriegfĂŒhrung zu verdienen.

