Kretschmer, VerhÀltnis

Kretschmer beklagt schlechtes VerhÀltnis zwischen Bund und LÀndern

29.12.2023 - 06:31:51

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sieht die Beziehungen zwischen Bund und LĂ€ndern auf dem Tiefpunkt.

"Das VerhĂ€ltnis ist noch nie so schlecht gewesen wie jetzt. Das ist keine EinschĂ€tzung von mir, das sagen auch SPD-MinisterprĂ€sidenten", sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Die Vorstellung, dass hier im Freistaat alle LandrĂ€te und OberbĂŒrgermeister einen einheitlichen Standpunkt vertreten und wir als Staatsregierung dann sagen 'Wir machen es trotzdem anders', geht einfach nicht. Aber im VerhĂ€ltnis von Bund und LĂ€ndern ist das genau so der Fall".

Nach Meinung von Kretschmer passierten dadurch viele handwerkliche Fehler und es finde Politikgestaltung vorbei an den tatsĂ€chlichen BedĂŒrfnissen des Landes statt. Dabei marschiere Deutschland an vielen Punkten wirtschaftspolitisch in die falsche Richtung.

"Die Ampel ist an vielen Punkten gescheitert. Sie ist beim Klimaschutz gescheitert, weil sie Ökonomie und Soziales nicht mit bedacht hat. Das sieht man auch daran, wie viele Braunkohlekraftwerke jetzt am Netz sind und dass wir aus der Atomkraft ausgestiegen sind. Man dĂŒrfe die Europawahl im Juni 2024 nicht zu einer Protestwahl verkommen lassen. "Das ist meine Sorge." Die Themen der Menschen lĂ€gen klar auf der Hand: Migration, Energie und Ukraine-Krieg. "Es ist aber immer noch Zeit, das Signal zu senden: Wir haben verstanden", betonte Kretschmer.

"Ein Krieg kann nicht ewig gehen, er muss irgendwann ein Ende haben", sagte Kretschmer. Den Ansatz, dass er auf dem Schlachtfeld gewonnen werden mĂŒsse, gelte es zu hinterfragen. Jetzt mĂŒssten sich alle diplomatischen Anstrengungen auf einen Waffenstillstand richten. "Ein Großteil der Deutschen wĂŒnscht sich mehr Diplomatie und fĂŒhlt sich vor den Kopf gestoßen, dass die Bundesregierung das negiert." Zudem mĂŒsse Europa mehr fĂŒr seine VerteidigungsfĂ€higkeit tun. Doch dafĂŒr brauche der Kontinent ökonomische StĂ€rke.

@ dpa.de