SAP-Wartung: EU erzwingt mehr Wettbewerb fĂŒr zehn Jahre
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Industrie, Banken und öffentliche Einrichtungen suchen hĂ€nderingend Spezialisten fĂŒr den Cloud-Umstieg. Zeitgleich zwingt die EU-Kommission SAP zu mehr Wettbewerb bei Wartungsdienstleistungen.
FachkrÀftemangel in zentralen HR-IT-Positionen
Erst in den vergangenen Tagen haben Unternehmen zahlreiche SAP-HCM-Stellen ausgeschrieben. Der Maschinenbauer BHS Corrugated sucht am Standort Weiherhammer Berater fĂŒr SAP HCM und SuccessFactors. Auch das UniversitĂ€tsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) ist auf der Suche: ein IT-Specialist fĂŒr SAP-Personalsysteme soll den Betrieb sichern und die Weiterentwicklung in Richtung S/4HANA und SAP Business Technology Platform (BTP) vorantreiben.
Im Finanzsektor zeigt sich ein Ă€hnliches Bild. Ein Bankunternehmen in Offenbach mit ĂŒber 6.000 Mitarbeitern sucht ĂŒber einen Personaldienstleister einen Inhouse-Berater. Die Gehaltsspannen liegen laut MarktschĂ€tzungen zwischen 63.000 und ĂŒber 95.000 Euro pro Jahr â abhĂ€ngig von SenioritĂ€t und Sektor. Auch MittelstĂ€ndler wie die Basalt-Actien-Gesellschaft in Linz am Rhein investieren in ihre HR-IT und suchen Personal fĂŒr den Betrieb der SAP S/4HANA HR-Suite.
Neue EU-Richtlinien stÀrken On-Premise-Kunden
Parallel zur hohen Personalnachfrage gibt es bedeutende regulatorische Ănderungen. Die EU-Kommission akzeptierte am 9. Juli 2026 Verpflichtungszusagen der SAP SE, die den Wettbewerb bei Wartungsdienstleistungen fördern sollen. Die Regelungen gelten weltweit fĂŒr zehn Jahre.
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Kunden mit On-Premise-Lösungen profitieren von mehr Transparenz und FlexibilitĂ€t. WiederanmeldegebĂŒhren entfallen, der wechsel zu konkurrierenden Wartungsanbietern wird einfacher. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera spricht von einem Schritt zu mehr Freiheit fĂŒr die Kunden. Das dĂŒrfte die Strategien vieler Unternehmen beeinflussen, die zwischen lokalem System und Cloud-Wechsel abwĂ€gen.
Technologische Kooperationen und Marktkonsolidierung
Der Markt fĂŒr HR-Technologie und SAP-Beratung ist von massiven Investitionen geprĂ€gt. Der Dienstleister HR Path gab am 9. Juli 2026 eine Finanzierungsrunde von fast einer Milliarde US-Dollar bekannt. Die Mittel sollen die internationale Expansion und weitere Akquisitionen fördern â nachdem das Unternehmen bereits im Vorjahr einen Schweizer Beratungsspezialisten ĂŒbernommen hatte.
Bei technischen Migrationen setzen SNP und Palantir auf eine strategische Partnerships. Ziel ist es, den manuellen Aufwand bei der Umstellung auf SAP Cloud ERP durch KI zu reduzieren. Dass solche Transformationen komplex sind, zeigt das Beispiel Swarovski: Der Kristallkonzern vollzog im April 2026 nach zweijĂ€hriger Vorbereitung den Go-live seiner Cloud-Transformation â mit rund 600 Beteiligten, um das System auf kĂŒnftige KI-Anwendungen vorzubereiten.
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Automatisierung und neue Berufsbilder im Personalwesen
Die technologische Entwicklung schafft auch neue Jobprofile. Eine Analyse des Jobportals Indeed vom 9. Juli 2026 zeigt: KI-geprĂ€gte Berufsbezeichnungen nehmen stark zu. Im ersten Quartal 2026 identifizierte Indeed in Deutschland 288 neue Jobtitel mit direktem KI-Bezug â darunter Rollen wie âHR AI & Automation Managerâ. Virginia Sondergeld von Indeed erklĂ€rt: VerstĂ€ndnis fĂŒr KI-Anwendungen werde zunehmend zur Standardanforderung in vielen Berufen.
Spezialisierte Softwarelösungen treiben die Automatisierung in SAP-Systemen zusĂ€tzlich voran. Anfang Juli wurde eine neue Erweiterung fĂŒr den SAP-Mahnprozess vorgestellt. Stadtwerke nutzen sie bereits, um MahngebĂŒhren automatisch und rechtssicher zu verbuchen. Solche Lösungen ersetzen zeitintensive manuelle Prozesse und steigern die Effizienz in Finanz- und Personalabteilungen.
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