Schichtwechsel: 19 HauptzollĂ€mter öffnen 2026 ihre TĂŒren fĂŒr Inklusion
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim bundesweiten Aktionstag âSchichtwechselâ haben BeschĂ€ftigte aus WerkstĂ€tten fĂŒr Menschen mit Behinderungen und Mitarbeitende von Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes die ArbeitsplĂ€tze getauscht.
Das Interesse der Wirtschaft an der Initiative fĂ€llt mancherorts höher aus als das verfĂŒgbare Angebot: Wie Vorstand Maximilian Seidel anlĂ€sslich der erstmaligen Beteiligung der Lebenshilfe Detmold im Kreis Lippe mitteilte, hatten sich dort mehr Betriebe fĂŒr die Aktion beworben, als PlĂ€tze bereitgestellt werden konnten.
Sieben BeschÀftigte mit Behinderung erhielten dort Einblicke in Betriebe des regulÀren Arbeitsmarkts, darunter EinsÀtze in einem Malerbetrieb und der Tischlerei der Werre-Werkstatt.
Die Aktion wird seit 2019 veranstaltet und von der Bundesarbeitsgemeinschaft der WerkstĂ€tten fĂŒr behinderte Menschen koordiniert. Ziel ist es, durch direkte Begegnungen im Arbeitsalltag BerĂŒhrungsĂ€ngste abzubauen und Perspektiven fĂŒr inklusive BeschĂ€ftigung zu eröffnen.
Nachdem sich im Jahr 2025 rund 370 WerkstÀtten und etwa 4.800 Personen beteiligt hatten, nahmen auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert WerkstÀtten mit mehreren Tausend Mitarbeitenden teil.
VielfÀltige Kooperationen in Industrie und Handwerk
In zahlreichen Regionen nutzten Arbeitgeber den Tag fĂŒr praktische Kooperationen. In LĂŒbeck beteiligten sich 35 Firmen an der Aktion, bei der die WerkstĂ€tten der Marli GmbH auf dauerhafte Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt abzielen.
In Leverkusen arbeiteten drei BeschĂ€ftigte des Chemieparkbetreibers Currenta in der Lebenshilfe-Werkstatt BĂŒrrig, die unter anderem Elektromontagen fĂŒr den Export nach Kanada und in die USA durchfĂŒhrt.
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Im Gegenzug besuchten WerkstattbeschĂ€ftigte Bereiche wie GebĂ€udemanagement, Fahrradwerkstatt und Logistik bei Currenta sowie Stationen bei der Pronova BKK und der Volksbank Raiffeisenbank. Die Lebenshilfe Leverkusen/Rhein-Berg setzt zur nachhaltigen Integration auf betriebsintegrierte ArbeitsplĂ€tze mit UnterstĂŒtzung durch Jobcoaches.
In Koblenz beteiligte sich am 24. September 2026 die Rhein-Mosel-Werkstatt, die Qualifizierungs- und Arbeitsangebote fĂŒr mehr als 800 Menschen mit Behinderung bereithĂ€lt, mit Partnern aus Industrie, Handwerk und Verwaltung.
In Baden-WĂŒrttemberg tauschten rund 90 Betriebe und etwa 30 WerkstĂ€tten ihre BeschĂ€ftigten aus; im Center Parcs AllgĂ€u nahmen zehn Personen aus WerkstĂ€tten der Stiftung Liebenau teil.
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In Ostfriesland war eine Mitarbeiterin der Behindertenhilfe Norden auf einem Elektrokatamaran der AG Reederei Norden-Frisia im Einsatz, wÀhrend eine reedereiangestellte den WÀschereibetrieb der Einrichtung kennenlernte.
Im Sana-Herzzentrum Cottbus begleitete eine WerkstattbeschÀftigte einen Servicetechniker, nachdem dieser am Vortag Einblicke in Tourenfahrten der Lebenshilfe-WerkstÀtten erhalten hatte.
Ăffentlicher Dienst öffnet TĂŒren
Auch der öffentliche Sektor beteiligte sich verstÀrkt an dem Austausch. Die Zollverwaltung weitete die Teilnahme 2026 bundesweit auf 19 HauptzollÀmter aus. Am Hauptzollamt Kiel erhielten 30 BeschÀftigte der Stiftung Drachensee Einblicke in die Dienststelle, wÀhrend sechs ZollkrÀfte in den Arbeitsbereichen der Stiftung mitwirkten.
Beim Hauptzollamt MĂŒnster hospitierten zehn Personen aus einer Werkstatt; der Gegenbesuch von Zollbediensteten ist dort fĂŒr den 15. Oktober vorgesehen.
Kommunale Verwaltungen nutzten den Tag ebenfalls fĂŒr praktische Inklusionsschritte. In Potsdam besuchten OberbĂŒrgermeisterin Noosha Aubel und die Behindertenbeauftragte Dr. Tina Denninger am 24. September 2026 den Standort Silbergraben der DRK-WerkstĂ€tten Potsdam, bevor fĂŒr den 28. September 2026 ein Gegenbesuch im Rathaus terminiert wurde.
Die Stadt Kaiserslautern nahm im Rahmen der Schirmherrschaft von OberbĂŒrgermeisterin Beate Kimmel einen Werkstattmitarbeiter auf, wĂ€hrend vier stĂ€dtische Auszubildende hospitierten.
