Verdi-Warnstreiks im Nahverkehr erreichen heute Höhepunkt
01.03.2024 - 03:52:31In vielen BundeslĂ€ndern laufen die Verdi-Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ĂPNV) bereits seit Donnerstag - nun hat die Gewerkschaft den Arbeitskampf noch einmal ausgeweitet.
Zudem sind im ganzen Land Dutzende gemeinsame Kundgebungen und Demonstrationen mit Aktivistinnen und Aktivisten der Klimabewegung Fridays for Future (FFF) geplant, wie beide Organisationen mitteilten. In mehr als 70 StÀdten und knapp 40 Landkreisen soll der Nahverkehr aufgrund des Ausstands weitgehend zum Erliegen kommen, hieà es von Verdi.
In mehreren BundeslĂ€ndern ist der Warnstreik bereits am Donnerstag angelaufen. In anderen, etwa in Hessen und in gröĂeren Teilen Brandenburgs, startete er mit Betriebsbeginn am Morgen. Busse, U- und StraĂenbahnen blieben in den Depots, FahrgĂ€ste mĂŒssen sich in den betroffenen Regionen weiterhin auf erhebliche EinschrĂ€nkungen einstellen.
Verdi-Chef: Attraktive ArbeitsplĂ€tze im ĂPNV wichtig
Verdi-Chef Frank Werneke hĂ€lt bessere Arbeitsbedingungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten im ĂPNV auch fĂŒr den Klimaschutz fĂŒr zentral. «Eine Klimawende im Verkehrsbereich wird es nur mit einem starken und einem ausgebauten ĂPNV auch in lĂ€ndliche RĂ€ume hinein geben», sagte er im rbb24 Inforadio. Und ein solcher starker ĂPNV werde nur funktionieren, «wenn die ArbeitsplĂ€tze so attraktiv sind, dass der Mangel an Fahrerinnen und Fahrern auch endlich behoben wird».
Der ĂPNV könne nicht so funktionieren, wie er mĂŒsste, weil es viele offene Stellen gebe. In den nĂ€chsten Jahren mĂŒssten zudem aufgrund der Alterszusammensetzung der BeschĂ€ftigten Tausende Jobs neu besetzt werden, betonte Werneke. «Wenn die Arbeitsbedingungen nicht besser werden, wird der öffentliche Personennahverkehr immer mehr LĂŒcken haben.»
Verdi verlangt fĂŒr die BeschĂ€ftigten unter anderem kĂŒrzere Arbeitszeiten ohne finanzielle EinbuĂen, lĂ€ngere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld.
«Wir fahren zusammen»
Es handelt ich aktuell die zweite Warnstreikrunde im Tarifkonflikt des ĂPNV, den Verdi parallel in 14 BundeslĂ€ndern austrĂ€gt. UnterstĂŒtzung bekommt die Gewerkschaft dabei von FFF im Rahmen des gemeinsamen BĂŒndnisses «Wir fahren zusammen». Die Aktivistinnen und Aktivisten besuchten am Freitagmorgen erneut Streikposten der BeschĂ€ftigten. Die Bewegung hat fĂŒr den Tag zu einem bundesweiten Klimaprotest aufgerufen. Rund 110 Kundgebungen und Demonstrationen sind geplant.
«WĂ€hrend sich die Regierung im Streit verliert, stehen Fridays for Future und Verdi geschlossen da und kĂ€mpfen gemeinsam fĂŒr Klimaschutz, gute Jobs und lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Investitionen im ĂPNV», teilte die Aktivistin Luisa Neubauer mit.
Nicht gestreikt wird an diesem Freitag in ThĂŒringen, wo der Arbeitskampf am Vortag endete, sowie im Saarland und in Bayern.





