Schulabschlüsse, Erwachsenen

Schulabschlüsse: 18,8% der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Bildungsmonitor 2026 sieht in allen Ländern Rückgänge und 18,8 Prozent ohne Berufsabschluss. Sachsen führt, Bremen bildet das Schlusslicht.

Bildungsmonitor 2026: Sachsen vorn, Niveau sinkt bundesweit
Ein leerer, minimalistischer Klassenraum mit leeren Schreibtischen in einem modernen Schulgebäude bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der aktuelle Bildungsmonitor 2026, erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), zeichnet ein besorgniserregendes Bild der deutschen Bildungslandschaft.

Wie aus Berichten vom 14. September 2026 hervorgeht, ist das Bildungsniveau in allen 16 Bundesländern gesunken. Während Sachsen seine Spitzenposition verteidigen konnte, verdeutlichen die Daten einen langfristigen Rückgang der Leistungsfähigkeit des Systems.

Im bundesweiten Vergleich belegt Sachsen den ersten Platz, gefolgt von Bayern und Hamburg. In der Spitzengruppe konnte sich zudem Baden-Württemberg behaupten. Das Saarland verdrängte Thüringen von Platz 5. Am unteren Ende des Rankings stehen Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und schließlich Bremen auf dem letzten Platz.

Massiver Rückgang der Bildungsleistung und steigende Bildungsarmut

Die Untersuchung, die auf 98 Indikatoren sowie IQB-Daten aus dem Jahr 2024 basiert, zeigt einen deutlichen Abwärtstrend. In 11 der 16 Bundesländer liegt das bildungsökonomische Niveau heute unter dem Stand von 2013. Besonders markant ist die Verschlechterung der Leistungen in den 4. und 9. Klassen.

Zudem zeigt die Analyse, dass ausländische Schüler im Jahr 2026 häufiger ohne Schulabschluss bleiben und seltener die Hochschulreife erlangen als noch im Jahr 2013.

Ein zentraler Kritikpunkt der Studienautoren ist die zunehmende Bildungsarmut. Der IW-Studienleiter Plünnecke wies darauf hin, dass diese deutlich gestiegen sei. INSM-Geschäftsführer Alsleben bezeichnete den Befund als Armutszeugnis für den Bildungsstandort Deutschland und verwies darauf, dass fast ein Fünftel der jungen Erwachsenen ohne formalen Berufsabschluss bleibe.

Konkret liegt diese Quote laut der Studie bei 18,8 %. Ein positiver Aspekt im langfristigen Rückblick von 2004 bis 2024 sei hingegen der gestiegene Bildungsaufstieg junger Erwachsener.

Stärken und Schwächen im Ländervergleich

Sachsen konnte den ersten Platz insbesondere durch Bestnoten im Handlungsfeld Schulqualität sichern. Bayern, auf dem zweiten Gesamtrang, führt bundesweit im Bereich der beruflichen Bildung.

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Mit knapp 6 % verzeichnete Bayern zudem den bundesweit niedrigsten Wert bei Schulabsolventen ohne Abschluss für das Jahr 2024. Die Bildungsausgaben pro Schüler an weiterführenden Schulen liegen im Freistaat mit 14.360 Euro deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 11.638 Euro.

Defizite zeigten sich in Bayern jedoch bei der Infrastruktur: Die Ganztagsbetreuung in Kindergärten lag 2024 bei 33 % (Bund: 48 %), bei Grundschulen sogar nur bei 16 % (Bund: 51 %).

Hamburg erreichte Rang 3 und punktete mit einer Ganztagsquote von 99 % in den Grundschulen sowie einem guten Betreuungsverhältnis von einer Lehrkraft auf 10,9 Kinder in der Sekundarstufe 1. Mecklenburg-Vorpommern verbesserte sich auf Platz 8 und weist hohe Ganztagsquoten in Kitas (77,8 %) sowie in Grundschulen (74,6 %) auf.

Hessen rutschte von Platz 6 auf Rang 7 ab, belegt jedoch bei der Integration den ersten Platz. Hier blieben lediglich 12,6 % der ausländischen Jugendlichen ohne Schulabschluss, während der Bundesdurchschnitt bei 20 % liegt. Schwächen zeigten sich in Hessen hingegen bei der Digitalisierung (Rang 12).

Kritik an Qualität und mangelnden Abschlüssen

Schleswig-Holstein fiel im Ranking von Rang 8 auf Platz 9 zurück. Probleme werden hier vor allem im Bereich Hochschule und MINT (Rang 15) sowie in der beruflichen Bildung (Rang 13) sichtbar. Die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss lag dort 2024 bei 10,1 %, was über dem Bundesschnitt von 7,8 % liegt.

In Nordrhein-Westfalen wurde die Situation im Handlungsfeld Schulqualität mit dem vorletzten Platz bewertet. Zudem blieben in NRW 13,9 % der Bewerber um Ausbildungsstellen unversorgt (Bund: 10,4 %).

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Sachsen-Anhalt belegt Platz 15 und verzeichnete seit 2013 einen Rückgang von 9,2 Punkten. Das Land bildet das Schlusslicht bei der Inputeffizienz und den Betreuungsbedingungen.

Begleitend zur Veröffentlichung des Monitors identifizierte der Deutsche Philologenverband (DPhV) gravierende Mängel bei der Schulqualität und den Bildungschancen. Daten aus der PISA-Studie 2025 unterstreichen den Ernst der Lage: Demnach lernen 52 % der Schüler an Schulen mit Lehrkräftemangel. Laut OECD erreichten 15-Jährige in Deutschland zuletzt die niedrigsten Kompetenzwerte seit dem Jahr 2000.

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