Unternehmensberatung

Nachfolge oder Stilllegung: Warum 2026 immer mehr gesunde Firmen einfach vom Markt verschwinden

11.02.2026 - 09:08:36

Schwarzach - Das GeschĂ€ft lĂ€uft, die Kunden sind da und trotzdem schließen immer mehr Firmen. Der Grund ist oft simpel: Es fehlt eine Nachfolge. Laut KfW zieht inzwischen jedes vierte Unternehmen eine bewusste GeschĂ€ftsaufgabe in Betracht. Hochgerechnet sind das rund 114.000 Stilllegungen pro Jahr bis 2029. Gleichzeitig spitzt sich die Lage zu, weil die Chefs Ă€lter werden: Das Durchschnittsalter liegt bei ĂŒber 54 Jahren, mehr als die HĂ€lfte ist 55 oder Ă€lter.

Die meisten scheitern nicht am Verkauf, sondern an der Vorbereitung. Wer 12 bis 24 Monate vorher Zahlen sortiert, AbhÀngigkeiten vom Inhaber reduziert und Verantwortung im Team aufbaut, bekommt Interessenten und oft auch einen besseren Preis. Wie das konkret geht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Stilllegung ist selten eine wirtschaftliche Entscheidung

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die GeschĂ€ftsaufgabe hĂ€ufig als Konsequenz mangelnder RentabilitĂ€t oder struktureller SchwĂ€che. Die RealitĂ€t im Mittelstand zeichnet jedoch ein anderes Bild. Viele Unternehmen, die ĂŒber eine Stilllegung nachdenken, verfĂŒgen ĂŒber stabile UmsĂ€tze, eingespielte Kundenbeziehungen und erfahrene Mitarbeiter. Die Ursachen liegen deutlich hĂ€ufiger auf der persönlichen Ebene der Inhaber. Das Erreichen oder die NĂ€he zum Rentenalter ist inzwischen der wichtigste Auslöser fĂŒr StilllegungsĂŒberlegungen. Hinzu kommt, dass familieninterne Nachfolgen seltener werden und externe Lösungen als komplex, zeitintensiv und unsicher wahrgenommen werden.

Ein weiterer Faktor gewinnt zunehmend an Bedeutung: der bĂŒrokratische und rechtliche Aufwand rund um eine UnternehmensĂŒbergabe. Gesellschaftsrechtliche Fragen, steuerliche Gestaltung, Haftungsthemen und umfangreiche Informationspflichten wirken auf viele Unternehmer abschreckend. Gerade bei kleineren und mittleren Betrieben entsteht so der Eindruck, dass der Aufwand einer Übergabe in keinem VerhĂ€ltnis zum erwarteten Nutzen steht. Die Stilllegung erscheint dann als der vermeintlich einfachere, kontrollierbare Weg – selbst wenn sie wirtschaftlich nicht zwingend notwendig wĂ€re.

Warum der Markt Nachfolger nicht automatisch findet

Oft wird angenommen, ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen werde frĂŒher oder spĂ€ter einen KĂ€ufer oder Nachfolger finden. Diese Annahme greift zu kurz. Der Markt fĂŒr Unternehmensnachfolgen funktioniert nicht automatisch, sondern folgt eigenen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten. Die Zahl potenzieller Übernehmer ist seit Jahren rĂŒcklĂ€ufig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an fachliche Qualifikation, FĂŒhrungskompetenz und finanzielle TragfĂ€higkeit. Hinzu kommt, dass viele Betriebe stark auf die Person des Inhabers zugeschnitten sind.

AbhĂ€ngigkeiten vom Unternehmer – etwa in Vertrieb, Kundenbeziehungen oder Entscheidungsprozessen – reduzieren die AttraktivitĂ€t fĂŒr externe Interessenten erheblich. Was fĂŒr den laufenden Betrieb lange funktioniert hat, wird im Übergabeprozess zum Risiko. Ohne dokumentierte Prozesse, ohne klare Verantwortungsstrukturen und ohne zweite FĂŒhrungsebene entsteht der Eindruck eines Unternehmens, das ohne seinen GrĂŒnder nicht eigenstĂ€ndig ĂŒberlebensfĂ€hig ist. In solchen FĂ€llen scheitert eine Nachfolge nicht am grundsĂ€tzlichen Interesse, sondern an fehlender Vorbereitung.

Vorbereitung entscheidet ĂŒber Fortbestand und Wert

Erfolgreiche Nachfolgen beginnen selten mit der Suche nach einem KĂ€ufer, sondern mit einer strukturellen Vorbereitung des Unternehmens. Erfahrungswerte zeigen, dass ein Vorlauf von mindestens zwölf bis 24 Monaten entscheidend ist. In dieser Phase werden nicht nur Zahlen aufbereitet, sondern vor allem AbhĂ€ngigkeiten reduziert und Strukturen geschaffen, die eine Übergabe ermöglichen. Dazu gehört eine transparente Finanz- und Ertragslage ebenso wie der systematische Aufbau von Verantwortung im FĂŒhrungsteam.

Unternehmen, die diesen Prozess konsequent angehen, verbessern nicht nur ihre Chancen auf eine Nachfolgelösung, sondern hĂ€ufig auch ihre Bewertung. Klar definierte Prozesse, belastbare Kennzahlen und ein funktionierendes Management erhöhen die Planungssicherheit fĂŒr potenzielle Nachfolger. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass Verhandlungen an Unsicherheit oder mangelndem Vertrauen scheitern. Die Vorbereitung wird damit zum zentralen Hebel zwischen Stilllegung und FortfĂŒhrung.

Nachfolge ist eine strategische Phase, kein letzter Schritt

Die zunehmende Zahl geplanter Stilllegungen zeigt weniger ein wirtschaftliches Problem als ein strukturelles. Nachfolge wird noch immer zu hĂ€ufig als letzter Akt der Unternehmerlaufbahn verstanden statt als eigenstĂ€ndige strategische Phase. Dabei entscheidet sich der Fortbestand eines Unternehmens nicht in den letzten Monaten vor dem RĂŒckzug, sondern Jahre zuvor.

Wer frĂŒhzeitig Klarheit schafft, Alternativen prĂŒft und das Unternehmen auf ÜbergabefĂ€higkeit ausrichtet, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen FortfĂŒhrung erheblich. FĂŒr viele Betriebe bedeutet das nicht nur den Erhalt des Lebenswerks, sondern auch die Sicherung von ArbeitsplĂ€tzen und regionaler Wertschöpfung. Die Alternative – eine geordnete Stilllegung – mag im Einzelfall sinnvoll sein. Sie sollte jedoch das Ergebnis einer bewussten Entscheidung sein, nicht die Folge fehlender Vorbereitung.

Über Fabian Zamzau und Michael Polit:

Fabian Zamzau und Michael Polit sind die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Otter Consult GmbH. Sie unterstĂŒtzen Unternehmer dabei, einen qualifizierten Nachfolger fĂŒr ihren Betrieb zu finden, um ihn im Anschluss gewinnbringend an den Interessenten zu verkaufen. Das Team der Otter Consult GmbH begleitet seine Kunden hierbei bei allen wichtigen Prozessen und Entscheidungen und betreut sie vollumfĂ€nglich bis zum Verkauf. Weitere Informationen unter: https://otterconsult.de/

Pressekontakt:

Otter Consult GmbH
Vertreten durch: Fabian Zamzau & Michael Polit
E-Mail: [email protected]
Webseite: https://otterconsult.de/

Original-Content von: Otter Consult GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5ed3ad

@ presseportal.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt anmelden.