Schweizer Exporte: USA erhöhen Zölle auf 12,5 Prozent wegen Zwangsarbeit
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Vereinigten Staaten haben die Zölle auf Importe aus der Schweiz auf 12,5 Prozent erhöht. Die US-Regierung begründet diesen Schritt mit dem Vorwurf, die Schweiz unternehme keine ausreichenden Anstrengungen gegen Zwangsarbeit. Mit der Neuregelung werden die bisherigen Übergangszölle, die bei 10 Prozent lagen, abgelöst.
Der nun festgelegte Gesamtzoll von mindestens 12,5 Prozent sieht vor, dass bereits bestehende Meistbegünstigungszölle auf diesen Satz angerechnet werden. Durch die Anhebung verschlechtert sich die Position der Schweiz im internationalen Wettbewerb auf dem US-Markt. Während für Exporte aus der Europäischen Union und Taiwan weiterhin ein Satz von 10 Prozent gilt, wird die Schweiz nun analog zu Handelspartnern wie Japan und Südkorea behandelt.
Schweizer Behörden und Verbände weisen Vorwürfe zurück
In der Schweiz stießen die Maßnahmen und insbesondere deren Begründung auf deutliche Ablehnung. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) wies die Vorwürfe bezüglich unzureichender Maßnahmen gegen Zwangsarbeit zurück. Auch aus der Wirtschaft kamen scharfe Reaktionen. Der Dachverband Economiesuisse erklärte, die Entscheidung der US-Regierung sei weder nachvollziehbar noch gerechtfertigt. Der Verband warnte zudem vor konkreten Wettbewerbsnachteilen für die heimische Industrie.
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Der Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, Swissmem, bezeichnete den Vorwurf der Zwangsarbeit als absurd. Die Kritik der USA wird auch auf politischer Ebene als haltlos eingestuft. SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel nannte die Begründung aus Washington eine Farce. Gleichzeitig gab es Kritik am internen Krisenmanagement: SP-Nationalrat Jon Pult bemängelte die bisherige Strategie des Bundesrates im diplomatischen Umgang mit den Vereinigten Staaten.
Völkerrechtlicher Rahmen und weitere Untersuchungen
Trotz der Erhöhung bewegen sich die USA mit dem neuen Zollsatz innerhalb eines bereits gesteckten Rahmens. Im November 2025 hatten beide Staaten ein Joint Statement verabschiedet, welches eine Deckelung der Zölle auf maximal 15 Prozent vorsieht. Die Schweiz strebt unterdessen weiterhin den Abschluss eines rechtsverbindlichen Handelsabkommens mit den USA an, um die Planungs- und Rechtssicherheit für Exportunternehmen zu erhöhen.
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Die bilateralen Handelsbeziehungen bleiben jedoch belastet. Neben den neuen Zollsätzen führt die US-Seite derzeit eine weitere Untersuchung zu möglichen Überkapazitäten in der Schweiz durch. Zudem verbleibt die Schweiz auf einer US-Überwachungsliste. Grund hierfür ist der anhaltend hohe Leistungsbilanzüberschuss des Landes, den die US-Finanzbehörden kritisch beobachten. Eine Entspannung in den Handelsfragen ist damit vorerst nicht in Sicht, während die Schweizer Exportwirtschaft die Auswirkungen der höheren Abgaben abfedern muss.
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