SEC-Regulation, Crypto

SEC-Regulation Crypto: Erste formale Regeln für digitale Assets

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die SEC präsentiert mit „Regulation Crypto“ einen Regelentwurf mit gestaffelten Ausnahmen für Krypto-Emissionen. Krypto-Aktien legen zu, während der Clarity Act weiter auf sich warten lässt.

SEC-Regelvorschlag für Krypto: Neue Ausnahmepfade für digitale Wertpapiere
Ein Geschäftsmann hält ein Smartphone mit digitalen Datenmustern vor einem modernen Bürogebäude in Washington D.C. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat am 18. August 2026 mit „Regulation Crypto“ den ersten formalen Regelvorschlag für den Sektor der digitalen Vermögenswerte vorgelegt. Der Entwurf markiert einen bedeutenden Kurswechsel in der US-Regulierungspolitik und sieht spezifische Ausnahmepfade für die Registrierung von Krypto-Wertpapieren vor.

SEC-Vorsitzender Paul Atkins bezeichnete das Vorhaben als den historischsten Schritt zur Modernisierung der Wertpapiergesetze im Hinblick auf digitale Assets und betonte den Anspruch der USA, in diesem Bereich eine führende Rolle einzunehmen.

Strukturierte Ausnahmeregelungen für Emittenten

Im Zentrum des Vorschlags stehen zwei klar definierte Pfade, die es Unternehmen ermöglichen sollen, Krypto-Securities unter erleichterten Bedingungen zu emittieren.

Der erste Pfad sieht eine Befreiung von der regulären Registrierungspflicht für einmalige Emissionen bis zu einem Volumen von 5 Millionen US-Dollar (entspricht 4,3 Millionen Euro) innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren vor. In diesem Fall müssen die Emittenten primär narrative Informationen zu ihrem Projekt bereitstellen.

Der zweite Pfad erlaubt jährliche Emissionen von bis zu 75 Millionen US-Dollar (64,8 Millionen Euro). Hierbei stellt die SEC jedoch strengere Anforderungen: Neben den narrativen Projektbeschreibungen sind die Unternehmen zur Vorlage regelmäßiger Jahresabschlüsse verpflichtet.

Atkins stellte zudem in Aussicht, dass nach dem endgültigen Abschluss des Regelsetzungsverfahrens ein sogenannter „Safe Harbor“ für Markteilnehmer geschaffen werden könnte. Bevor die Regeln finalisiert werden, sind nun öffentliche Stellungnahmen vorgesehen.

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Regulatorisches Vakuum und der Clarity Act

Die Initiative der SEC erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Gesetzgebung im US-Kongress stockt. Während das Weiße Haus und Teile der Aufsichtsbehörden versuchen, durch eigene Richtlinien Klarheit zu schaffen, verharrt der sogenannte Clarity Act in den parlamentischen Instanzen.

Branchenvertreter wie Andrew Cuomo, der das Joint Venture von OKX und ICE leitet, mahnten am 18. August 2026 zur Eile. Cuomo wies darauf hin, dass die USA bereits weit zurücklägen, während die Europäische Union bereits über ein funktionierendes Rahmenwerk für Kryptowerte verfüge.

Der US-Senat hat die Abstimmung über den Clarity Act jüngst auf September vertagt. Innerhalb der demokratischen Fraktion werden zudem Forderungen nach strengeren Ethik-Regeln laut. Die CFTC erörtert parallel zur SEC eigene Regeln, was in der Branche jedoch Sorgen vor einer späteren regulatorischen Umkehr schürt, sollte die Gesetzgebung nicht bald eine einheitliche Basis schaffen.

Positive Signale an den Finanzmärkten

Trotz der legislativen Verzögerungen reagierten die Aktienkurse von Kryptounternehmen am 19. August 2026 positiv auf die neuesten Entwicklungen und die Signale aus dem Umfeld der US-Regierung.

Die Papiere von Coinbase und Bullish verzeichneten Kursgewinne von jeweils 8 Prozent, während die Anteile von Circle um 10 Prozent stiegen. Marktbeobachter führen dies neben technischen Faktoren im KI-Handel vor allem auf einen wachsenden Optimismus bezüglich des Clarity Act zurück.

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Regierungsberater Patrick Witt sowie die Senatoren Scott und Lummis äußerten sich zuversichtlich über den Fortgang des Gesetzesvorhabens. Witt hob hervor, dass die Definitionen sowie die Aufsicht und das Management von Stablecoins die zentralen Streitpunkte der Verhandlungen blieben. Eine erste Verfahrensabstimmung ist für den 15. September geplant.

Auch die American Bankers Association (ABA) signalisierte am 19. August 2026 Unterstützung für den Clarity Act, forderte jedoch spezifische Anpassungen.

Die Vereinigung kritisiert insbesondere die Gewährung zinsähnlicher Belohnungen bei Stablecoins, da diese Einlagen von klassischen Bankkonten abziehen könnten. Die ABA schlug daher Wortänderungen vor, um den Abfluss von Bankliquidität zu verhindern und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.

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