Produktion/Absatz, Konjunktur

Mehr Cyberangriffe auf deutsche SeehÀfen

05.09.2024 - 06:05:14

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs haben es Hacker vermehrt auf deutsche SeehÀfen abgesehen.

Die Zahl der Cyberangriffe auf den Hamburger Hafen habe sich seitdem mehr als verhundertfacht, teilte die Hamburger Hafenverwaltung (HPA) der Deutschen Presse-Agentur mit. "Die HPA registriert viele Attacken auf kritische Infrastruktur." Auch die HĂ€fen in Bremerhaven und Wilhelmshaven stehen nach Angaben der Betreiber zunehmend im Fokus von Cyberkriminellen. Der grĂ¶ĂŸte Hafen in Mecklenburg-Vorpommern hielt sich bei der Frage bedeckt: Rostock Port wollte keine Angaben machen.

Die Strategie des Hamburger Hafens zur Abwehr der Angriffe habe sich bewĂ€hrt, teilte HPA mit. Die Hafenverwaltung stehe im Austausch mit PartnerhĂ€fen wie Barcelona, Singapur und Los Angeles. Es sei wichtig, dass alle Partner entlang der Lieferkette sich bestmöglich schĂŒtzten und voneinander lernten. Welche Form die Cyberattacken haben und wer dahintersteckt, erlĂ€uterte die Behörde nicht nĂ€her.

Bremenports: Viele Angriffe werden automatisiert abgewehrt

Auch der Hafenbetreiber Bremenports verzeichnet seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine Zunahme von Cyberattacken. "Das Gros sind dabei mehr oder weniger ungezielte Angriffe, die durch automatisierte Systeme abgewehrt werden können", teilte ein Sprecher mit. GrĂ¶ĂŸere Attacken konnten bisher in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik rechtzeitig entdeckt und bekĂ€mpft werden.

Niedersachsen Ports: Herkunft der Angriffe verschleiert

Die kritische Infrastruktur in Wilhelmshaven sei zunehmend Ziel von Cyberangriffen, teilte eine Sprecherin des Hafenbetreibers Niedersachsen Ports mit. Die Herkunft der Cyberangriffe sei verschleiert, deshalb könnten die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs nicht direkt beurteilt werden. "Wir gehen davon aus, dass grundsĂ€tzlich alle weltweit politisch und diplomatisch destruktiven Verhaltensweisen in einer globalisierten und vernetzten Welt auch zu vermehrten Cyberangriffen fĂŒhren." Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen erfolgreichen Angriff sei nach wie vor niedrig, versicherte die Sprecherin.

Laut Bundesinnenministerium hat die Zahl der Straftaten im Bereich CyberkriminalitÀt zuletzt zugenommen. Im engeren Sinne umfasst der Begriff Straftaten, die auf Computersysteme und Netzwerke selbst zielen. Dabei kann es sich auch um Cyberspionage oder Cyberterrorismus handeln. Das betrifft vor allem die Taten, die vom Ausland oder von einem unbekannten Ort aus begangen wurden.

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