GDL-Warnstreik lĂ€uft - Starke Auswirkungen fĂŒr die FahrgĂ€ste
16.11.2023 - 03:44:18Mit einem 20-stĂŒndigen Warnstreik legt die Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) seit Mittwochabend bundesweit den Bahnverkehr weitgehend lahm. Die Auswirkungen werden FahrgĂ€ste vor allem heute zu spĂŒren bekommen, dem Haupttag des Arbeitskampfes.
In der Nacht sind vor allem im Personenverkehr kaum ZĂŒge unterwegs. Der regulĂ€re Betriebsbeginn ist am frĂŒhen Morgen. Vor allem Pendlerinnen und Pendler mĂŒssen sich dann eine Alternative suchen oder von zu Hause aus arbeiten. Die Bahn geht davon aus, dass in manchen Regionen kein Regionalzug unterwegs sein wird. Auch der S-Bahn-Verkehr in gröĂeren StĂ€dten ist betroffen.
Weitreichende Folgen
Im Fernverkehr rechnet der Konzern mit dem Ausfall von mehr als 80 Prozent aller ICE- und IC-ZĂŒge. Im GĂŒterverkehr dĂŒrften die Folgen ebenfalls weitreichend sein. Die Bahn erwartet eigenen Angaben zufolge einen RĂŒckstau von mehreren hundert GĂŒterzĂŒgen mit teilweise dringlicher Terminfracht. «Nach Streikende wird es mehrere Tage dauern, bis dieser Stau abgebaut ist», teilte die Bahn mit.
Das offizielle Ende des Warnstreiks hat die GDL fĂŒr 18.00 Uhr angekĂŒndigt. Bis im Personenverkehr alles wieder rund lĂ€uft, dĂŒrfte es allerdings noch etwas lĂ€nger dauern. Ziel der Bahn ist ein reibungsloser Betriebsablauf zum Betriebsbeginn am frĂŒhen Freitagmorgen.
NĂ€chster Verhandlungstermin noch offen
Es ist der erste Arbeitskampf der GDL im laufenden Tarifkonflikt. Sie fordert 555 Euro mehr pro Monat sowie eine InflationsausgleichsprĂ€mie bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Als Kernforderung will sie zudem eine Absenkung der Arbeitszeit fĂŒr Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen.
Die Bahn bezeichnet das als unerfĂŒllbar. In der ersten Tarifrunde vergangene Woche hat sie den Arbeitnehmern eine Entgelterhöhung von elf Prozent bei einer Laufzeit von 32 Monaten sowie die geforderte InflationsausgleichsprĂ€mie in Aussicht gestellt. Zur Arbeitszeit machte der Konzern aber kein Angebot.
Trotzdem einigten sich beide Seiten auf weitere Verhandlungstermine, zunĂ€chst im Wochentakt. Die nĂ€chste GesprĂ€chsrunde war fĂŒr heute und morgen angesetzt. Nach der ĂŒberraschenden WarnstreikankĂŒndigung der GDL hatte die Bahn den Termin allerdings abgesagt. Wann die Tarifpartner wieder zusammen kommen, bleibt offen.
Kundgebungen geplant
Beide Seiten warfen sich vor, getroffene Vereinbarungen nicht einzuhalten. Die Bahn nannte das Vorgehen der GDL «eine einmalige Eskalation in unserer Sozialpartnerschaft, die wir nicht akzeptieren». Die GDL wiederum warf der Bahn vor, kein Interesse an einer Lösung am Verhandlungstisch zu haben.
Die Gewerkschaft hat fĂŒr heute zwei Kundgebungen angekĂŒndigt, eine in Berlin vor dem ursprĂŒnglich geplanten Verhandlungsort. Die andere soll gemeinsam mit dem Deutschen Beamtenbund (dbb) in Schwerin stattfinden.


