Deutschland, Jahrzehnt

Deutschland verliert seit einem Jahrzehnt Anteile im Welthandel

28.08.2025 - 08:44:19

Seit etwa einem Jahrzehnt schrumpft Deutschlands Marktanteil auf wichtigen AbsatzmĂ€rkten und in SchlĂŒsselindustrien wie der Autobranche und dem Maschinenbau.

Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Analyse des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. Der Marktanteilsverlust am Welthandel betrug seit 2013 im Schnitt rund 0,11 Prozentpunkte pro Jahr. Die Exporte Deutschlands sind in dieser Zeit weniger stark gestiegen als das Welthandelsvolumen.

Vor allem der Aufstieg Chinas und die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump haben die Handelsstrukturen erheblich verĂ€ndert. Etwa ein Drittel des globalen Volumens entfiel zuletzt auf die USA und Europa, gut ein Sechstel auf China. Insgesamt stehen die drei großen WirtschaftsrĂ€ume fĂŒr die HĂ€lfte des Welthandels. China gewann von 2013 bis 2024 im Schnitt rund 0,36 Prozentpunkte am Weltmarkt dazu. Dabei steigerte die Volksrepublik ihren Anteil vor allem außerhalb der USA, auf dem US-Markt musste das Land laut Analyse "spĂŒrbare Einbußen" hinnehmen. Bereits ab 2018, wĂ€hrend Trumps erster Amtsperiode, stieg der Anteil jener chinesischen Exporte, die von den USA mit Zöllen belegt wurden, von knapp einem Prozent auf zwei Drittel. Mittlerweile haben beide LĂ€nder gegenseitige Zölle auf praktisch alle Importe verhĂ€ngt. Dies fĂŒhrt zu einer Umlenkung der Handelsströme. Die Verluste in den USA kompensierte China unter anderem mit höheren Marktanteilen in Europa. Auch die USA glichen den RĂŒckgang im ChinageschĂ€ft teils mit Zugewinnen in Europa aus. Europa wiederum gewann Marktanteile von China auf dem US-Markt. Deutschland hingegen konnte von diesem Trend nicht profitieren. Die zusĂ€tzlichen Anteile sicherten sich die anderen EU-LĂ€nder. Auch die Zugewinne Chinas auf dem europĂ€ischen Markt gingen vor allem zulasten Deutschlands. Als Haupttreiber fĂŒr die Verluste der Bundesrepublik sieht die Studie die deutsche Autoindustrie, sie habe "zentrale Zukunftstrends" wie die Wende zu alternativen Antrieben "zu spĂ€t aufgegriffen". Grundlage der Analyse war die Datenbank der Vereinten Nationen, die Handelsdaten von mehr als 170 LĂ€ndern umfasst.

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