Echtzeitinfos in anderen Apps: Bahn schlieĂt neue VertrĂ€ge
15.08.2024 - 15:09:29FahrgĂ€ste sollen bei Online-MobilitĂ€tsplattformen genauso umfassende Informationen ĂŒber VerspĂ€tungen bekommen wie bei der Deutschen Bahn selbst: DafĂŒr hat die Bahn mit mehreren Plattformen neue VertrĂ€ge zum Verkauf von Fahrkarten geschlossen. Die VertrĂ€ge sehen die Weitergabe bestimmter Echtzeitdaten ĂŒber den laufenden Bahnbetrieb an die Plattformen vor sowie die Zahlung einer Provision fĂŒr die Vermittlung von Bahntickets, wie das Bundeskartellamt mitteilte.Â
«Die MobilitĂ€tsplattformen erhalten nunmehr etwa VerspĂ€tungsdaten, Daten ĂŒber ZugausfĂ€lle, aktuelle Gleisangaben oder Informationen zu GroĂstörungsereignissen in Echtzeit», heiĂt es von der Behörde. Die GeschĂ€ftsmodelle der Plattformen könnten ohne die Weitergabe der Daten durch die marktbeherrschende Deutsche Bahn nicht ordentlich funktionieren.Â
Verkauf von Karten bei Omio oder Trainline
Hintergrund ist der Verkauf von Bahntickets auf Plattformen wie Omio oder Trainline. Damit es fĂŒr Kundinnen und Kunden ĂŒberhaupt attraktiv ist, ĂŒber solche KanĂ€le Tickets zu kaufen, sollen sie auf den Plattformen die gleichen Informationen ĂŒber VerspĂ€tungen, ZugausfĂ€lle oder FahrplanĂ€nderungen erhalten wie bei der Bahn selbst.Â
Die Bahn verweist stets darauf, dass sie diese Daten im Rahmen der EU-Fahrgastrechteverordnung lĂ€ngst zur VerfĂŒgung stellt. Doch aus Sicht des Kartellamts ging diese Bereitstellung bislang nicht weit genug. FĂŒr die Vermittlung der Bahntickets habe der Konzern den Wettbewerbern zudem eine Provision vorenthalten.
Die Behörde hatte die Bahn im vergangenen Jahr deshalb angewiesen, kĂŒnftig «ein an kartellrechtlichen Mindeststandards orientiertes Leistungsentgelt zu zahlen». Die nun abgeschlossenen VertrĂ€ge zwischen der Bahn und den Plattformen beinhalten sowohl die Datenweitergabe als auch die Provision.Â
Rechtsstreit lÀuft noch
«Die DB kann bestĂ€tigen, dass mit zwei MobilitĂ€tsplattformen kĂŒrzlich VertrĂ€ge zur Datenbereitstellung geschlossen wurden», teilte der Konzern auf Anfrage mit. «Die Datenlieferung wird danach zum 1. September beginnen.» Trainline Ă€uĂerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht zu den VorgĂ€ngen.Â
Die Bahn hatte ursprĂŒnglich gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts geklagt. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht DĂŒsseldorf lĂ€uft noch.Â


