Sekt, Sirup

Sekt - immer öfter alkoholfrei oder mit Sirup

23.12.2024 - 06:30:37 | dpa.de

Sekt ist nirgendwo so beliebt wie in Deutschland. Die Sektlaune steigt in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel. Aber die Vorlieben Àndern sich.

  • Deutschland gehört zu den LĂ€ndern, in denen weltweit am meisten Sekt getrunken wird. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Deutschland gehört zu den LÀndern, in denen weltweit am meisten Sekt getrunken wird. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Sekt wird in der Weihnachtszeit und zu Silvester besonders gerne getrunken. (Illustrationsfoto)  - Foto: Peter Endig/zb/dpa
    Sekt wird in der Weihnachtszeit und zu Silvester besonders gerne getrunken. (Illustrationsfoto) - Foto: Peter Endig/zb/dpa
  • Alkoholfreier Sekt wird immer beliebter. (Archivfbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
    Alkoholfreier Sekt wird immer beliebter. (Archivfbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
  • Selbstgemachte Aperitifs sind zunehmend gefragt. (Archivbild)   - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
    Selbstgemachte Aperitifs sind zunehmend gefragt. (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Wenn in Deutschland zu Weihnachten oder an Silvester die Sektkorken knallen, wird immer hĂ€ufiger in CocktailglĂ€sern ausgeschenkt. «Der Aperitif-Markt, der ohne prickelnde Sekte undenkbar wĂ€re, gewinnt an Dynamik», sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Sektverbands, Alexander Tacer. Der Chef der Kellerei Henkell-Freixenet, Andreas Brokemper, stellt im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur fest: «Der Aperitif-Trend hat in diesem Jahr weiter zugenommen.» 

«Viele erkennen die Möglichkeiten, die man an einfachen Cocktails und Aperitifs auf Sektbasis machen kann», sagt Brokemper und nennt als Beispiel den klassischen Spritz. «Aber eben nicht mehr nur als Aperitivo, sondern in einer Vielzahl von Varianten wie zunehmend Limoncello.» Das gelte auch fĂŒr die Gastronomie. «Dort, wo auf der Weinkarte frĂŒher ein Spritz stand, sind es heute oft zwei, drei oder vier - wie auch der Holunderspritz, den wahrscheinlich alle vor zehn Jahren noch Hugo genannt haben.»

Selbstgemixte Aperitifs sind gefragt 

Ob Sirup, Likör, Obst oder KrĂ€uter: «Konsumenten kreieren ihre eigenen Aperitifs mit Sekt», stellt Tacer fest. Aber auch bereits fertig gemischte GetrĂ€nke auf der Basis von Sekt wĂŒrden gerne getrunken. Genaue Zahlen dazu erhebt sein Verband aber nicht. 

«Es gewinnt dabei immer auch ein gewisser Convenience-Trend», sagt Brokemper. Convenience bedeutet fertig zum Trinken. «Aber das GefĂŒhl, einen Cocktail selbst kreiert zu haben, spielt fĂŒr viele inzwischen eine große Rolle.» 

Im Advent und fĂŒr Silvester wird besonders viel Sekt gekauft

Ob trinkfertig oder selbst gemixt: Aperitifs als Spritz in Kombination mit Schaumweinen seien gerade auch bei Silvesterfeiern beliebt, berichtet die Leiterin der Marktforschungsabteilung von RotkÀppchen-Mumm, Claudia Burgdorf. 

Das JahresendgeschĂ€ft ist fĂŒr die Sekthersteller traditionell besonders wichtig. «Alleine der Monat Dezember macht im Mittel rund 14 Prozent des gesamten Jahresabsatzes aus», sagt Tacer. Dabei greifen die Verbraucher auch immer hĂ€ufiger zu alkoholfreiem Schaumweinen. FĂŒr den letzten Monat des Jahres sind zudem hochwertige Produkte gefragt, neben Markensekt etwa auch CrĂ©mant oder Champagner. 

Das QualitÀtsbewusstsein wÀchst

«Wir haben einen wesentlich bewussteren Konsum und vor allem einen wesentlich qualitĂ€tsbewussteren Verbraucher», sagt Brokemper. «Die Kategorisierung und das Know-how ĂŒber die Produkte nimmt zu. Heutzutage weiß man schon, was ein Prosecco, ein CremĂĄnt oder ein deutscher Sekt ist.»

Die spĂŒrbare KonsumzurĂŒckhaltung der Bevölkerung zeige sich beim Sekt nicht, sagt Tacer. Der Absatz im laufenden Jahr sei stabil mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent bereits vor dem HauptgeschĂ€ft im November und Dezember. Allerdings: «Kleinere und mittelstĂ€ndische Betriebe, die pro Jahr weniger als fĂŒnf Millionen Flaschen Sekt produzieren, setzt die wirtschaftliche Gesamtlage stĂ€rker unter Druck.» 

Preise waren 2024 stabil - Entwicklung 2025 ist offen

Die Preise seien nach Steigerungen 2023 in diesem Jahr weitgehend stabil geblieben, sagt Tacer. Eine Prognose fĂŒr 2025 sei noch nicht möglich. 

«In Deutschland ist der Anteil von alkoholfreiem Schaumweinen am Sekt mit einer der höchsten weltweit», beschreibt Brokemper einen weiteren Trend. Fast jede zehnte verkaufte Flasche Schaumwein ist in Deutschland mittlerweile alkoholfrei.

Deutsche trinken besonders viel Sekt - auch ohne Alkohol

Die Nachfrage nach alkoholfreien Sparklingvarianten liege im bisherigen Jahresverlauf bereits rund zehn Prozent ĂŒber dem Vorjahresniveau, ergĂ€nzt Tacer. Zudem erwarte er, dass alkoholfreie Sektalternativen auch im Premiumsegment zukĂŒnftig an Bedeutung gewinnen werden.

«Die QualitĂ€t alkoholfreier Produkte ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen», stellt Brokemper fest. Das habe auch technologische GrĂŒnde, weil sich die Verfahren der Entalkoholisierung beim Wein deutlich weiter entwickelt hĂ€tten.

Als Basis fĂŒr den Sekt wĂŒrden wegen des Geschmacks hochwertige CuvĂ©es ausgesucht und durch möglichst schonende Verfahren zu qualitativ hochwertigen Produkten gemacht. «Anders als frĂŒher ist auch eine Bereitschaft da, alkoholfreie Varianten auf höherem QualitĂ€tsniveau zu konsumieren und zu probieren.» 

Die QualitÀt von alkoholfreiem Sekt ist besser geworden

Alkoholfreie Alternativen gewönnen langfristig und das ganze Jahr ĂŒber an Beliebtheit. Besonders bei jĂŒngeren Menschen seien alkoholfreie Schaumweine und Aperitifs ohne Prozente gefragt. «2024 zeichnete sich dabei eine verstĂ€rkte Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, geschmacklich anspruchsvollen alkoholfreien Alternativen ab», sagt Burgdorf. 

«Tages- und Lebenssituationen, wie eine Schwangerschaft oder das bewusstere Konsumverhalten der jĂŒngeren Generation spielen auch eine Rolle», ergĂ€nzt Brokemper. Dazu komme die 0,0-Promille-Regelung in Deutschland fĂŒr FahranfĂ€nger. 

Kleine Piccolo-Flaschen etwas stÀrker gefragt

Brokemper betont aber auch: «Der Genuss eines hochwertigen Schaumweines, ob das jetzt Champagner, Cava, CremĂĄnt, Prosecco oder eben auch deutsche Sekte sind, wird immer den grĂ¶ĂŸten Teil des Konsums bestimmen. Dahinter stecken teilweise auch jahrhundertealte Traditionen.» 

Neben der klassischen 0,75-Liter-Sektflasche greifen die Menschen auch etwas hĂ€ufiger zu den kleinen 0,2-FlĂ€schchen. Ihr Anteil sei in den vergangenen fĂŒnf Jahren leicht von 13,3 auf 15,6 Prozent gestiegen, sagt Tacer. Magnumflaschen machten weniger als ein Prozent aus, seien aber gerade bei besonderen AnlĂ€ssen beliebt.

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