Mittelstand, VerbÀnde

SelbststÀndigen-Report 2026: Viele SelbststÀndige sehen ihre Lage weiter kritisch

26.03.2026 - 09:04:17 | presseportal.de

Neunkirchen (Siegerland)/ MĂŒnchen - Umfrage von WISO MeinBĂŒro und VGSD zeigt: Schwache Planungssicherheit, hohe Abgaben und politische Frustration prĂ€gen den Alltag vieler SelbststĂ€ndigen

SelbststÀndigen-Report 2026: Viele SelbststÀndige sehen ihre Lage weiter kritisch - Foto: presseportal.de
SelbststÀndigen-Report 2026: Viele SelbststÀndige sehen ihre Lage weiter kritisch - Foto: presseportal.de

Die deutsche Wirtschaft sendet erste Signale der Erholung, doch bei vielen SelbststĂ€ndigen kommt davon bislang wenig an. Viele SelbststĂ€ndige schĂ€tzen die wirtschaftliche Lage als schlecht ein, ebenso wird das GeschĂ€ftsklima als schlecht empfunden und die gefĂŒhlte WertschĂ€tzung durch die Politik sinkt erneut. Die Risiken zum Thema ScheinselbststĂ€ndigkeit sind vielen noch nicht bewusst. Welche politischen und bĂŒrokratischen Belastungen sie besonders stark beschĂ€ftigen und mit welchem Maß an Zuversicht sie auf die kommenden Jahre blicken, zeigt der neue SelbststĂ€ndigen-Report 2026, den WISO MeinBĂŒro gemeinsam mit dem Verband der GrĂŒnder und SelbststĂ€ndigen Deutschland e. V. (VGSD) heute veröffentlicht.

Bereits zum dritten Mal zeichnet der Report ein differenziertes Bild der selbststÀndigen Unternehmer und Unternehmerinnen in Deutschland. Er macht Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre sichtbar, beleuchtet regionale Unterschiede und zeigt, welche Themen die SelbststÀndigen im Jahr 2026 besonders bewegen. An der Online-Befragung beteiligten sich zwischen Mitte Dezember 2025 und Mitte Februar 2026 insgesamt 2684 Personen.

Die EinschÀtzung der eigenen wirtschaftlichen Lage hat sich verschlechtert - Brandenburg bildet eine Ausnahme

Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,2 Prozent gestiegen und zeigt damit, dass die Volkswirtschaft wieder leicht wÀchst. Es zeigt aber nicht, dass dieses Wachstum bei SoloselbststÀndigen, Freiberuflern, Handwerkern oder kleinen Dienstleistern schon ankommt. Genau hier ist die Stimmung Anfang 2026 schlecht. Nur noch knapp 46 Prozent schÀtzen die Lage ihres Unternehmens als gut bis hervorragend ein. Der Report zeigt einen deutlichen AbwÀrtstrend: 2024 waren es noch 55 Prozent, im Jahr 2018 waren es sogar 60 Prozent.

In 15 von 16 BundeslÀndern hat sich die wirtschaftliche Lage der SelbststÀndigen nach EinschÀtzung der Befragten in den letzten zwei Jahren verschlechtert.

Nur in Brandenburg scheint sich die Lage gebessert zu haben: Dort bewerteten rund 46 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als gut. Das ist eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Umfrage in 2024. Seinerzeit lag der Anteil derer, die die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als gut bis hervorragend eingeschÀtzt haben, in Brandenburg bei 43 Prozent.

Verglichen mit 2018, ist die Zufriedenheit in dem Bundesland insgesamt dennoch gesunken, denn damals waren noch 69 Prozent der SelbststĂ€ndigen sehr zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation. In 2018 war Brandenburg das Bundesland mit den meisten SelbststĂ€ndigen, die ihre wirtschaftliche Lage als mindestens gut beurteilt haben. ThĂŒringen hingegen bildet 2026 das Schlusslicht. Nur rund 37 Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage als gut oder hervorragend.

Im Rahmen dieser Studie wurde auch nach der ParteinĂ€he gefragt. Rund 32 Prozent der Befragten fĂŒhlten sich zum Untersuchungszeitpunkt dieser Studie den GrĂŒnen am nĂ€chsten. Rund 15 Prozent der Befragten fĂŒhlen sich der CDU / CSU nahe, gefolgt von der FDP mit 12,6 Prozent. Die AfD fand 9,5 Prozent Zustimmung, die Linke 7 Prozent, die SPD 5,7 Prozent und das BSW lag bei 1,8 Prozent. Rund 16 Prozent gaben sonstige Parteien als PrĂ€ferenz an.

Region und Geschlecht beeinflussen Jahresumsatz und Stundenlohn weiterhin, aber die Frauen passen ihren Preis an

Rund ein Drittel der Frauen, nĂ€mlich 28,6 Prozent, planen fĂŒr 2026 einen Jahresumsatz zwischen 25.001-50.000 Euro. Ein knappes weiteres Drittel, 27,4 Prozent, peilen einen Jahresumsatz zwischen 50.001-100.000 Euro an. 10,1 Prozent streben danach, nach einem Jahresumsatz zwischen 100.001-150.000 Euro zu erreichen.

Von den selbststĂ€ndigen MĂ€nnern erwarten 14,7 Prozent einen Jahresumsatz zwischen 25.001-50.000 Euro, hingegen planen 22,2 Prozent einen Jahresumsatz zwischen 50.001-100.000 Euro. Einen Umsatz von 100.001-150.000 Euro streben 18,8 Prozent an. Frauen planen einen wesentlich geringeren Jahresumsatz als die MĂ€nner. Dieses Bild zeigte sich in den vergangenen beiden Reports ebenfalls. Die Umfrage hat aber auch gezeigt, dass Frauen deutlich weniger Wochenstunden in ihrer selbststĂ€ndigen TĂ€tigkeit arbeiten als MĂ€nner. So liegt bei den MĂ€nnern die durchschnittliche Arbeitszeit bei 37,9 Stunden pro Woche und bei den Frauen bei 33,3 Stunden pro Woche. Dies könnte eine ErklĂ€rung fĂŒr das geringere geplante Jahreseinkommen darstellen.

Ein Viertel der mÀnnlichen SelbststÀndigen und mittlerweile 21,1 Prozent der weiblichen SelbststÀndigen rufen einen Stundensatz zwischen 76 und 100 Euro auf. Das ist ein Fortschritt: Die letzte Umfrage aus 2024 zeigte noch, dass die meisten Frauen einen Stundensatz zwischen 51 und 75 Euro erzielten.

In Sachsen-Anhalt sind die StundensÀtze am geringsten. Knapp 21,7 Prozent der befragten SelbststÀndigen - so viele wie sonst nirgendwo - geben an, ein Stundenhonorar von höchstens 20 Euro in Rechnung zu stellen. Vor zwei Jahren war Brandenburg das Schlusslicht.

GeschĂ€ftsklima fĂŒr SelbststĂ€ndige wird als schlecht empfunden, gefĂŒhlte WertschĂ€tzung durch die Politik sinkt erneut

Unter den Befragten bewerten rund 20 Prozent das GeschĂ€ftsklima fĂŒr ihre SelbststĂ€ndigkeit in Deutschland als sehr schlecht, 42 Prozent als schlecht und knapp 33 Prozent als mittel.

Rund 90 Prozent der Befragten teilten mit, dass sie sich als SelbststĂ€ndige ĂŒberhaupt nicht bis wenig von der Politik respektiert fĂŒhlen. Was die empfundene WertschĂ€tzung durch die Politik betrifft, so fĂŒhlten sich im Jahr 2018 bereits 80 Prozent der Befragten von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. 2024 stieg der Anteil auf 87 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen einen wachsenden Frust einer wichtigen Gruppe der Wirtschaft und sind ein deutliches Signal an die Politik.

Mehr als drei Viertel der SelbststĂ€ndigen, 76,4 Prozent, wĂŒnscht sich mehr Respekt fĂŒr den Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft, gefolgt von dem Wunsch nach einer fairen Beitragsbemessung bei der gesetzlichen Krankenversicherung und nach einer Gleichbehandlung von SelbststĂ€ndigen und Angestellten in Bezug auf die BeitrĂ€ge zur Krankenkasse, 63,7 Prozent.

"SelbststĂ€ndige erwarten keine Sonderbehandlung, wollen aber auch nicht stĂ€ndig schlechter behandelt werden. Insbesondere bei der Berechnung der Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge erleben freiwillig Versicherte seit Jahren eine massive Benachteiligung gegenĂŒber Angestellten. FĂŒr uns ist es selbstverstĂ€ndlich, dass wir als SelbststĂ€ndige sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmeranteil tragen mĂŒssen, aber tatsĂ€chlich zahlen SelbststĂ€ndige mindestens noch einmal 20 Prozent zusĂ€tzlich", sagt Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.

Zur ErklÀrung: Ein Angestellter mit 3.000 Euro Bruttogehalt kostet seinen Arbeitgeber wegen der ArbeitgeberbeitrÀge zur Sozialversicherung tatsÀchlich ca. 3.600 Euro. Seinen Krankenkassenbeitrag zahlt er aber nur auf die 3.000 Euro.

Ein SelbststĂ€ndiger mit 3.600 Euro Gewinn - aus dem er die gleichen Kosten decken muss - zahlt seine BeitrĂ€ge auf die vollen 3.600 Euro. Er zahlt also BeitrĂ€ge auf Geld, das eigentlich fĂŒr seine Sozialversicherung gedacht ist - eine Art "Beitrag auf den Beitrag". Wirklich bemerkenswert ist aber, dass SelbststĂ€ndige im Gegensatz zu Angestellten oft auch auf private Einnahmen wie Mieten oder Zinsen KrankenkassenbeitrĂ€ge zahlen mĂŒssen.

Insbesondere Teilnehmer, die sich der AfD nahe fĂŒhlen, fĂŒhlen sich von der Politik nicht respektiert. Knapp 66 Prozent gaben dies an. Die Befragten, die sich den GrĂŒnen am nĂ€chsten fĂŒhlen, gaben lediglich zu 33,6 Prozent an, sich nicht respektiert zu fĂŒhlen. Jene Befragte, die sich der CDU nahe fĂŒhlen, gaben zu 26,1 Prozent und jene, die sich der SPD nahe fĂŒhlen, zu 20,4 Prozent an, sich von der Politik nicht respektiert zu fĂŒhlen.

Auswandern als Reaktion auf BĂŒrokratie und Steuern?

Rund 38 Prozent der Befragten haben in den letzten zwei Jahren darĂŒber nachgedacht, auszuwandern. Knapp sechs Prozent haben bereits konkrete AuswanderungsplĂ€ne.

BĂŒrokratie ist der potenzielle Auswanderungsgrund Nummer eins, genannt von 41,6 Prozent. FĂŒr weitere knapp 40 Prozent der Befragten sind es die Steuern, die sie veranlassen wĂŒrden, die Koffer zu packen. Hohe Lebenshaltungskosten wĂ€ren fĂŒr etwas mehr als 30 Prozent ein Grund, Deutschland zu verlassen. Knapp 20 Prozent wĂŒrde ein mögliches Statusfeststellungsverfahren, also ein offizielles PrĂŒfverfahren, mit dem geklĂ€rt wird, ob eine Person selbststĂ€ndig tĂ€tig oder sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt ist, ins Ausland treiben.

"Wenn fast vier von zehn SelbststĂ€ndigen ĂŒber Auswanderung nachdenken, ist das kein RandphĂ€nomen mehr, sondern ein Warnsignal. Viele gehen nicht, weil sie Deutschland den RĂŒcken kehren wollen, sondern weil sie sich von BĂŒrokratie, Abgaben und rechtlicher Unsicherheit zermĂŒrbt fĂŒhlen. Deutschland als Wirtschaftsstandort verliert, wenn SelbststĂ€ndige ihre Energie nicht in Kunden und Innovation, sondern in Formularlogik und Abgrenzungsfragen stecken mĂŒssen. Und Deutschland verliert erst recht, wenn hoch qualifizierte Wissensarbeiter und Wissensarbeiterinnen sich gezwungen sehen, ins Ausland abzuwandern", warnt Dr. Andreas Lutz, VGSD e. V.

Als grĂ¶ĂŸte bĂŒrokratische HĂŒrde wird von einem Drittel der Befragten das Steuerrecht im Allgemeinen empfunden, gefolgt von der SteuererklĂ€rung (14,4 Prozent), dem Statusfeststellungsverfahren (13,8 Prozent) und der BuchfĂŒhrung (13,5 Prozent).

ScheinselbststÀndigkeit - die Risiken sind hoch, doch weiterhin nicht allen bewusst

Die Dringlichkeit des Themas ScheinselbststĂ€ndigkeit scheint bei vielen Befragten noch nicht angekommen zu sein. Nur knapp 16 Prozent mussten bereits ein Statusfeststellungsverfahren zur PrĂŒfung der ScheinselbststĂ€ndigkeit durchlaufen.

Ein Viertel der Befragten hat bereits AuftrĂ€ge verloren oder weiß, dass AuftrĂ€ge nicht zustande gekommen sind, weil der Auftraggeber Angst vor einer RentenversicherungsprĂŒfung und der Verpflichtung zur Nachzahlung von SozialversicherungsbeitrĂ€gen hatte. Rund drei Vierteln ist nicht bekannt, ob sie in der Vergangenheit aus diesem Grund eventuell AuftrĂ€ge nicht erhalten haben.

Befragt nach den Negativkriterien fĂŒr eine Einordnung als ScheinselbststĂ€ndiger, glauben 72 Prozent, dass das Vorhandensein mehrerer Auftraggeber eine ScheinselbststĂ€ndigkeit widerlegen wĂŒrde. Sie irren sich. Denn entgegen der Annahme der meisten Befragten sind mehrere Auftraggeber kein ausreichender Grund dafĂŒr, eine ScheinselbststĂ€ndigkeit zu widerlegen.

Es gibt schlichtweg keine Positivkriterien, also Kriterien, die klar zeigen, dass jemand selbststĂ€ndig ist. Es gibt lediglich Kriterien, die fĂŒr eine ScheinselbststĂ€ndigkeit sprechen. Im PrĂŒfverfahren wird immer nur ein Auftraggeber konkret angeschaut. Dieses Verfahren birgt Unsicherheiten bei den SelbststĂ€ndigen.

Aufgrund eines theoretisch möglichen Statusfeststellungsverfahrens haben 18 Prozent der Befragten bereits darĂŒber nachgedacht, ihre SelbststĂ€ndigkeit zu beenden, fast genauso viele haben darĂŒber nachgedacht, ihre SelbststĂ€ndigkeit ins Ausland zu verlegen und zehn Prozent der Befragten haben sogar bereits ein Angebot fĂŒr eine Festanstellung erhalten. Das Damoklesschwert der ScheinselbststĂ€ndigkeit war fĂŒr sechs Prozent der Grund fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen oder fĂŒr eine Weiterbildung. Insgesamt 65 Prozent aber lassen sich von einem möglichen Statusfeststellungsverfahren nicht bedrohen.

"Die Umfrage zeigt, dass noch immer viele SelbststĂ€ndige glauben, das Thema ScheinselbststĂ€ndigkeit betreffe vor allem andere. Das ist ein gefĂ€hrlicher Irrglaube. Denn ein Statusfeststellungsverfahren kann jeden treffen, der selbststĂ€ndig arbeitet - unabhĂ€ngig von der Branche oder der Anzahl der Auftraggeber. Die Unsicherheit auf Auftraggeberseite ist groß und verhindert die Auftragsvergabe an Solo-SelbststĂ€ndige von Vornherein. Genau deshalb braucht es endlich eine branchenĂŒbergreifende Reform der Statusfeststellung und klare Regeln fĂŒr die Abgrenzung selbststĂ€ndiger Arbeit von einem AnstellungsverhĂ€ltnis. Diese Unsicherheit trifft weit ĂŒber den Bildungsbereich hinaus Branchen wie IT, Kreativwirtschaft, Beratung und Gesundheitswesen", so Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.

Viele SelbstÀndige arbeiten auch im Rentenalter

Ein Trend zeichnet sich ab: Mehr als die HĂ€lfte der Befragten, 55,6 Prozent, gaben an, bis ĂŒber das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind einerseits existenzieller Natur: So sagen rund 44 Prozent, dass sie auf Zuverdienst angewiesen seien und deshalb weiter arbeiten wĂŒrden. WĂ€hrenddessen wollen rund 35 Prozent aus reiner Freude weiterarbeiten und 13,2 Prozent möchten sich durch ihre TĂ€tigkeit geistig fit halten.

"Dass so viele SelbststĂ€ndige ĂŒber das Rentenalter hinaus arbeiten wollen oder mĂŒssen, hat zwei Seiten: FĂŒr viele ist Arbeit Teil ihrer IdentitĂ€t, fĂŒr andere ist sie wirtschaftliche Notwendigkeit. Umso wichtiger ist es, faire Regeln zu schaffen. Zum einen braucht es faire Honorare und SozialversicherungsbeitrĂ€ge, damit SelbststĂ€ndige ausreichend fĂŒrs Alter vorsorgen können: Gerade in sozialen Berufen, in denen der Staat das Honorar festlegt, reicht das Geld fĂŒr eine auskömmliche Rente oft nicht aus. Zum anderen darf nicht sein, dass gerade diejenigen, die eigenverantwortlich vorsorgen und auch im Alter weiter Leistung bringen, steuerlich und sozialpolitisch schlechter behandelt werden als Angestellte", meint Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.

Mehr als die HĂ€lfte der Befragten, 52,4 Prozent, investiert bis zu 500 Euro monatlich in die Altersvorsorge. 25,8 Prozent legen 501 bis 1000 Euro zur Seite, 11,1 Prozent spart 1001 bis 1500 Euro, 5,2 Prozent investiert sogar 1501 bis 2000 Euro und 5,6 Prozent spart mehr als 2000 Euro.

Rund 85,5 Prozent finden, dass die SozialversicherungsbeitrÀge fairer berechnet werden sollten. Nur vier Prozent sagen, dass die Berechnung fair gestaltet ist.

Hier zeigen die Daten einen Trend: Im Jahr 2024 waren es rund 83 Prozent der SelbststÀndigen, die mitunter erheblichen Verbesserungsbedarf bei der sozialen Absicherung sahen. In 2018 lag der Anteil bei 82,4 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Aktivrente. Rentner können bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen, wenn sie in einem AngestelltenverhÀltnis sind. SelbststÀndige Rentnerinnen und Rentner dagegen sind weiterhin voll steuerpflichtig. Rund 81 Prozent der Befragten finden das ungerecht.

"Angestellte, die im Alter weiterarbeiten, können monatlich bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen - SelbststĂ€ndige bleiben außen vor. Dass sie von diesem Steueranreiz nicht profitieren dĂŒrfen, empfinden viele SelbststĂ€ndige zurecht als ungerecht. Zumal sie die Aktivrente ĂŒber ihre Steuergelder mitfinanzieren. Die Regierung tut alles, um FachkrĂ€fte möglichst lange im Arbeitsmarkt zu halten - und ĂŒbersieht dabei, dass sie Millionen hoch qualifizierte SelbststĂ€ndige mit ihren Entscheidungen vor den Kopf stĂ¶ĂŸt. Diese Benachteiligung aufgrund der Erwerbsform muss aufhören: Die Politik sollte die Aktivrente schnellstmöglich auch fĂŒr SelbststĂ€ndige öffnen", erklĂ€rt Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.

Selbstbestimmung und FlexibilitĂ€t wichtiger als unregelmĂ€ĂŸige AuftrĂ€ge und dauerhaft hohe Abgaben

Die Hauptmotivationen, selbststĂ€ndig zu sein, sind - wie auch bei den letzten beiden Befragungen - eigenbestimmtes Arbeiten und flexible Arbeitszeiten. Und die Motivation ist gestiegen. Gaben bei der Befragung im Jahr 2018 rund 45 Prozent der Teilnehmer das selbstbestimmte Arbeiten als eine der Hauptmotivationen ihrer SelbststĂ€ndigkeit an, waren es 2024 mit 92,2 Prozent mehr doppelt so viel. Heute sind es 89,2 Prozent. Ebenso war im Jahr 2018 fĂŒr rund 27 Prozent die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens am wichtigsten, 2024 waren dies fĂŒr 72,1 Prozent das entscheidende Kriterium und heute ist es fĂŒr 62,1 Prozent der wichtigste Grund.

Die hohe Selbstbestimmung durch Freiheit und FlexibilitÀt kann mit einer geringeren Vorhersehbarkeit der Einnahmen einhergehen. Am meisten Sorgen macht den Befragten in diesem Jahr die Unplanbarkeit der AuftrÀge und Kunden, 40,9 Prozent, gefolgt von einer dauerhaft hohen Abgabeverpflichtung in Zeiten schwankender Einnahmen, 39,5 Prozent.

Dennoch wĂŒrden sich mehr als 83,3 Prozent der Befragten wieder selbststĂ€ndig machen. Mehr als die HĂ€lfte, 57,2 Prozent, denkt ĂŒberhaupt nicht daran, in ein AngestelltenverhĂ€ltnis zu wechseln, etwas mehr als 37,1 Prozent kommen manchmal ins GrĂŒbeln und knapp sechs Prozent planen es.

Viel Heimatliebe, viel Pragmatismus, wenig Zuversicht

Befragt nach ihrer Perspektive fĂŒr die kommenden fĂŒnf Jahre, sehen sich fast 90 Prozent der Befragten weiterhin in Deutschland. Knapp ein Drittel davon erwartet, dass die eigene finanzielle Lage unverĂ€ndert bleibt. Ein Viertel erwartet eine Verbesserung der persönlichen finanziellen Situation, knapp 22 Prozent befĂŒrchten eine verschlechterte finanzielle Lage. 14 Prozent schĂ€tzen, dass sie ihre selbststĂ€ndige Arbeit aufgegeben haben werden.

Von den 11,3 Prozent, die sich in fĂŒnf Jahren im Ausland sehen, erwarten 7,5 Prozent eine Verbesserung ihrer persönlichen finanziellen Situation.

So zieht Dr. Andreas Lutz, VGSD e. V., das Fazit: "Die Ergebnisse zeigen eine Mischung aus dem fĂŒr SelbststĂ€ndige typischen Unternehmergeist, Resilienz und Durchhaltevermögen einerseits und einem hohen Maß an Frustration ĂŒber die politischen Rahmenbedingungen andererseits. Viele SelbststĂ€ndige blicken nicht optimistisch, aber sehr realistisch auf die Zukunft: Sie erkennen die Herausforderungen der Zeit, leiten Maßnahmen ab, treiben ihr GeschĂ€ft aktiv voran und tragen auch in schwierigen Zeiten Verantwortung. Dieses Potenzial fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft muss die Politik erkennen und nutzen - und Bedingungen schaffen, die es ihnen nicht weiter unnötig schwer machen. Genau darin liegt die politische Botschaft dieses Reports."

Der gesamte Report sowie weitere Informationen stehen unter dem folgenden Link zum kostenlosen Download bereit: https://www.meinbuero.de/selbststaendigen-report-2026/

Über WISO MeinBĂŒro

WISO MeinBĂŒro bietet umfassende SaaS-Lösungen fĂŒr SelbststĂ€ndige und Kleinunternehmer an. Die cloudbasierte Software vereint alle zentralen Funktionen in einer Anwendung - von der Rechnungsstellung ĂŒber das Dokumentenmanagement bis hin zu Lösungen fĂŒr die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei. Mit seinem eigenen, nach VdS-10.000-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland stellt das Unternehmen sicher, dass sĂ€mtliche Kundendaten nach höchsten Sicherheitsstandards verschlĂŒsselt und aufbewahrt werden.

Mehr Informationen unter https://www.meinbuero.de/

Über den VGSD

Der VGSD e. V. vertritt die Interessen von Solo- und Kleinstunternehmern, GrĂŒndern sowie Teilzeit-SelbststĂ€ndigen in Deutschland. Der 2012 gegrĂŒndete Verband zĂ€hlt aktuell rund 5.750 Vereins- und etwa 15.000 Communitymitglieder. Der VGSD setzt sich fĂŒr Rechtssicherheit ein (in Bezug auf ScheinselbststĂ€ndigkeit), fĂŒr faire SozialversicherungsbeitrĂ€ge, eine sinnvolle Ausgestaltung der geplanten Altersvorsorge-Pflicht, fĂŒr weniger unnötige BĂŒrokratie und eine sinnvolle GrĂŒndungsförderung. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Lutz ist zugleich Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft SelbststĂ€ndigenverbĂ€nde (BAGSV).

Mehr Informationen unter https://www.vgsd.de/

Pressekontakt:

PIABO Communications
Sabine Blumrich
presse@meinbuero.de
+49 30257620515

Original-Content von: WISO MeinBĂŒro ĂŒbermittelt durch news aktuell

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