Firmen, EngpÀssen

Deutsche Firmen vor EngpÀssen bei seltenen Erden aus China

04.06.2025 - 12:15:26 | dpa.de

Seltene Erden machen in vielen Produkten nur einen kleinen Teil aus, sind jedoch unerlĂ€sslich. Chinas Exportkontrolle trifft die Industrie deshalb hart. Wie bekommen das deutsche Firmen zu spĂŒren?

China ist ein weltweiter Hauptproduzent wichtiger seltener Erden. (Symbolbild)  - Foto: Ren Junchuan/Xinhua via ZUMA Wire/dpa
China ist ein weltweiter Hauptproduzent wichtiger seltener Erden. (Symbolbild) - Foto: Ren Junchuan/Xinhua via ZUMA Wire/dpa

Chinas strenge BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Export bestimmter Mineralien lassen in der deutschen Wirtschaft Sorgen vor EngpĂ€ssen grĂ¶ĂŸer werden. «Kritisch ist die Lage vor allem bei den sogenannten schweren seltenen Erden, weil China dort rund 70 Prozent der FörderkapazitĂ€ten hat», sagte der Berater bei Alixpartners, Christian Grimmelt, der Deutschen Presse-Agentur. Gebraucht wĂŒrden sie insbesondere fĂŒr Permanentmagnete, die in den meisten Elektromotoren eine wichtige Rolle spielten.

Laut Grimmelt brauchen zum Beispiel die meisten Autohersteller solche Magnete, die in einem Fahrzeug zwar an Gewicht nicht viel ausmachen, aber ihm zufolge fĂŒr die Produktion eines Autos unabdingbar sind. «Die seltenen Erden haben das Potenzial, die nĂ€chste Chipkrise zu werden – das ist bereits in vollem Gange», sagte er. Andere Medien hatten zuvor bereits ĂŒber ProduktionskĂŒrzungen in Deutschland berichtet. 

Peking reagiert im Handelsstreit

China hatte Anfang April im laufenden Handelskonflikt mit den USA Ausfuhrkontrollen auf sieben seltene Erden und magnetische Materialien erlassen. Die Maßnahme gilt allgemein und betrifft damit auch deutsche Unternehmen. Laut der EU-Handelskammer in Peking sind Hunderte Unternehmen in Europa davon betroffen. Ein Problem sei, dass sich viele Export-AntrĂ€ge bei den chinesischen Behörden angestaut hĂ€tten, die nicht schnell genug bearbeitet wĂŒrden. 

Der Autobauer Mercedes erklĂ€rte auf Anfrage, man prĂŒfe die aktuellen Anforderungen und sei im Austausch mit Zulieferern. Eine jĂŒngst zunehmende Erteilung von entsprechenden Exportlizenzen bewerte das Unternehmen als positives Zeichen. Allgemein habe sich Mercedes als Lehre aus der Corona-Zeit und um Risiken von globalen Lieferkettenunterbrechungen vorzubeugen, im Einkauf weltweit mit «mehr OptionalitĂ€t» aufgestellt.

Auswirkungen auf die Fahrzeugproduktion gebe es bisher nicht, hieß es bei Volkswagen und BMW. «Derzeit ist die Versorgung von Bauteilen, die Seltene Erden enthalten, stabil und es gibt keine EngpĂ€sse», sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage. «Die Produktion in unseren Werken lĂ€uft derzeit planmĂ€ĂŸig», hieß es bei BMW. Von den neuen Exportregeln in China seien Teile des eigenen Lieferantennetzwerks betroffen. BMW stehe mit seinen Lieferanten in engem Austausch, um Versorgungsrisiken frĂŒhzeitig zu erkennen.

Auch andere Branchen betroffen

Der Automobilzulieferer ZF bezieht nach eigenen Angaben die Rohstoffe nicht selbst, sondern Zulieferteile wie Elektromotoren oder deren Komponenten, zu deren Herstellung seltene Erden benötigt werden, wie ein Sprecher sagte. «Hier sehen wir erste Auswirkungen in den Lieferketten eines Teils unserer Lieferanten.» Je nach Dauer fĂŒr die Erteilung neuer Exportlizenzen seien auch kurzfristige Lieferunterbrechungen nicht auszuschließen.

Auch andere Branchen neben der Automobilindustrie sorgen sich. «Die Knappheiten bei seltenen Erden nehmen weiter zu und stellen die Unternehmen vor immer grĂ¶ĂŸere Herausforderungen», sagte der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung beim Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Wolfgang Weber. Die EU-Kommission mĂŒsse deutlicher intervenieren. 

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) stehe mit betroffenen Unternehmen in Kontakt, sagte Oliver Richtberg, Leiter VDMA-Außenwirtschaft. Ihre Anzahl sei ĂŒberschaubar, die Art und IntensitĂ€t der Auswirkungen sei von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich.

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