Serielles Sanieren 1.0: GdW startet 10-Milliarden-Ausschreibung
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft, GdW, hat den Start der europaweiten Rahmenausschreibung âSerielles Sanieren 1.0â bekannt gegeben. Die offizielle Veröffentlichung der Ausschreibung erfolgte auf der europĂ€ischen Vergabeplattform TED (Tenders Electronic Daily).
Mit dieser Initiative soll die energetische Modernisierung des GebĂ€udebestands durch industriell vorgefertigte Lösungen massiv beschleunigt werden. Die Rahmenvereinbarung dient als zentrale Plattform, ĂŒber die Wohnungsunternehmen standardisierte Sanierungsleistungen abrufen können.
Finanzvolumen und Laufzeit der Vereinbarung
Die wirtschaftliche Dimension der Ausschreibung unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens fĂŒr die Baubranche. Der geschĂ€tzte Auftragswert der Rahmenvereinbarung wird auf 10,3 Milliarden Euro ohne Mehrwertsteuer beziffert. Um eine ausreichende FlexibilitĂ€t fĂŒr die teilnehmenden Unternehmen und potenzielle Ausweitungen der SanierungsaktivitĂ€ten zu gewĂ€hrleisten, wurde ein Höchstwert von insgesamt 17,16 Milliarden Euro festgesetzt.
Die Laufzeit der Rahmenvereinbarung ist auf fĂŒnf Jahre ausgelegt. Dieser Zeitraum soll den beteiligten Akteuren, insbesondere den Herstellern und Sanierungspartnern, die notwendige Planungssicherheit bieten, um ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr serielle Komponenten aufzubauen oder zu erweitern.
Durch die BĂŒndelung der Nachfrage ĂŒber den GdW wird angestrebt, Skaleneffekte zu erzielen und die Kosten fĂŒr energetische Sanierungen pro Wohneinheit langfristig zu senken.
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Strukturierung in vier Fachlose
Die Ausschreibung ist in vier spezialisierte Fachlose unterteilt, um den unterschiedlichen technischen Anforderungen der BestandsgebĂ€ude gerecht zu werden. Ein Los konzentriert sich dabei spezifisch auf die GebĂ€udehĂŒlle durch das Fachlos AuĂenwand.
Die weiteren drei Lose orientieren sich an den gĂ€ngigen energetischen Standards fĂŒr EffizienzhĂ€user. Hierbei werden Leistungen fĂŒr die Zielvorgaben EH85, EH70 sowie den anspruchsvollen Standard EH55 ausgeschrieben.
Durch diese fachliche Differenzierung können Unternehmen gezielt Angebote fĂŒr einzelne Sanierungstiefen oder Komponenten abgeben. Das serielle Sanieren zeichnet sich dadurch aus, dass Fassaden- oder Dachelemente sowie die Haustechnik industriell vorgefertigt und vor Ort in kurzer Zeit montiert werden.
Ziel ist es, die Belastung fĂŒr Mieter wĂ€hrend der Bauphase zu minimieren und gleichzeitig eine hohe QualitĂ€t der energetischen ErtĂŒchtigung sicherzustellen.
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Marktpotenzial und bisherige Entwicklung
Das Programm blickt bereits auf eine erste Phase zurĂŒck. Branchenberichten zufolge wurden im Rahmen des bisherigen Programms bereits rund 2 Milliarden Euro umgesetzt. Die nun gestartete Rahmenausschreibung 1.0 stellt eine deutliche Ausweitung dieser BemĂŒhungen dar.
Die langfristige Bedeutung des seriellen Sanierens wird durch Prognosen zum Marktvolumen untermauert. SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass das Marktpotenzial fĂŒr industrielle Sanierungslösungen bis zum Jahr 2045 ein Gesamtvolumen von 500 Milliarden Euro erreichen könnte.
Die aktuelle Ausschreibung gilt vor diesem Hintergrund als ein wesentlicher Schritt, um die notwendigen KapazitĂ€ten im Markt zu etablieren und die Klimaschutzziele im GebĂ€udesektor durch innovative Bauverfahren zu unterstĂŒtzen.
