SharePoint-Sicherheit: Zwei Zero-Day-Lücken mit CVSS 9,8 aktiv ausgenutzt
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat im Rahmen seines umfangreichen Patch-Dienstags am 14. Juli 2026 eine kritische Sicherheitslücke in SharePoint adressiert, die unter der Kennung CVE-2026-58644 geführt wird. Die Schwachstelle weist eine Bewertung von 9,8 auf der CVSS-Skala auf und wurde bereits vor der Bereitstellung der Korrekturen als Zero-Day-Lücke aktiv ausgenutzt. Von der Deserialisierungs-Schwachstelle, die eine Remotecodeausführung (RCE) ermöglicht, sind die SharePoint Server-Versionen 2016, 2019 sowie die Subscription Edition betroffen.
Massive Bedrohung durch SharePoint-Exploits
Angreifer nutzen die Sicherheitslücke CVE-2026-58644 laut Berichten dazu, Maschinenschlüssel ohne vorherige Authentifizierung zu entwenden. Neben dieser Schwachstelle steht eine weitere Lücke im Fokus der Sicherheitsbehörden: CVE-2026-50522, ebenfalls mit einem CVSS-Wert von 9,8 eingestuft. Auch hier handelt es sich um eine Deserialisierungs-Lücke in SharePoint Server 2016, 2019 und der Subscription Edition, die Maschinenschlüssel-Diebstahl und Remotecodeausführung erlaubt.
Obwohl Microsoft im Juli-Update Patches bereitstellte, ist für eine vollständige Absicherung zusätzlich eine Rotation der Schlüssel erforderlich. Sicherheitsanalysten beobachteten nach der Veröffentlichung eines Proof-of-Concept-Exploits (PoC) am 20. Juli eine aktive Ausnutzung der Schwachstelle durch Angreifer. Schätzungen zufolge waren zu diesem Zeitpunkt noch über 10.000 Server ungeschützt.
Behördliche Anordnungen und der KEV-Katalog
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA reagierte auf die akute Bedrohungslage und nahm am 22. und 23. Juli mehrere Schwachstellen in den Katalog der bekanntlich ausgenutzten Sicherheitslücken (KEV) auf. Darunter befinden sich neben den SharePoint-Lücken CVE-2026-58644 und CVE-2026-50522 auch die Schwachstelle CVE-2026-16232 in der Check Point SmartConsole, die eine Umgehung der Authentifizierung ermöglicht.
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Gemäß der Binding Operational Directive 26-04 sind US-Bundesbehörden verpflichtet, solche Schwachstellen auf öffentlichen Systemen innerhalb von 72 Stunden zu schließen. Für CVE-2026-50522 und CVE-2026-16232 wurde die Frist zur Behebung auf den 25. Juli festgesetzt. Bereits am 14. Juli hatte die CISA zudem allgemeine Empfehlungen zur Härtung von SharePoint-Umgebungen veröffentlicht. Insgesamt wurden im laufenden Jahr bereits sechs verschiedene SharePoint-CVEs in den KEV-Katalog aufgenommen.
Technische Hürden und globale Service-Störungen
Die Verteilung der notwendigen Sicherheitsupdates wurde durch technische Probleme erschwert. Seit dem 13. Juli verhinderte ein Synchronisationsfehler im Windows Server Update Services (WSUS) die Verteilung von Patches für weitere Zero-Day-Lücken (CVE-2026-56164 und CVE-2026-56155). Microsoft stellte erst am 21. Juli mit dem Update KB5121986 eine Lösung für dieses Problem bereit.
Zusätzlich zur angespannten Sicherheitslage kämpfte Microsoft mit erheblichen Dienstausfällen. Am 23. Juli führte ein fehlerhaftes Netzwerk-Update zu weltweiten Störungen bei Microsoft 365, wovon insbesondere Nordamerika betroffen war. Bei der Störung mit der Kennung MO1437424 entfielen 78 % der Meldungen auf SharePoint Online, aber auch Teams, OneDrive und der Copilot Chat waren beeinträchtigt. Microsoft machte das Update rückgängig, um die Dienste wiederherzustellen.
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Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 25. Juli im asiatisch-pazifischen Raum. Ab 10:30 Uhr australischer Zeit waren über 7.000 Nutzer von einem Ausfall von Microsoft Teams betroffen. Auch SharePoint und Exchange Online verzeichneten in diesem Zeitraum Beeinträchtigungen.
Branchenweites Rekordniveau bei Sicherheitskorrekturen
Nicht nur Microsoft, auch andere Branchengrößen veröffentlichten zuletzt eine beispiellose Menge an Korrekturen. So publizierte Oracle einen Rekord von 1.449 Sicherheitspatches. Besonders kritisch wurden hierbei zehn Schwachstellen in der Oracle Fusion Middleware eingestuft, die jeweils den maximalen CVSS-Wert von 10,0 erreichten. Die hohe Anzahl an kritischen Sicherheitslücken verdeutlicht den derzeit massiven Handlungsbedarf für IT-Administratoren weltweit.
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