Shilajit-Warnung: Blei, Arsen und Quecksilber in Wundermitteln
04.06.2026 - 06:31:43 | boerse-global.deBesonders das als Wundermittel beworbene Gebirgsharz Shilajit steht im Fokus.
Shilajit: Gesundheitsrisiko statt Wunderwirkung?
Am 4. Juni 2026 wiesen VerbraucherschĂŒtzer auf besorgniserregende Schwermetallbelastungen in Shilajit hin. Laboruntersuchungen bestĂ€tigten Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium in verschiedenen Proben. Das Produkt wird oft mit seiner enthaltenen FulvinsĂ€ure beworben â doch die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkannte bisher keine ausreichenden Belege fĂŒr gesundheitsbezogene Aussagen an.
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Es existieren zwar vereinzelte Studien: 2010 zeigte eine Untersuchung an 28 MĂ€nnern einen Testosteronanstieg. 2022 deutete eine Studie an 60 Frauen mit Osteopenie auf verlangsamten Knochenabbau hin. 2023 wurde ĂŒber verbesserte Sexualfunktion bei 43 Frauen berichtet. Doch Experten bemĂ€ngeln die fehlende Standardisierung der PrĂ€parate und einen Mangel an Langzeitdaten zur Sicherheit.
Krebserregend und verboten: Gefahr in der Kosmetik
Auch im Kosmetiksektor wurden gefĂ€hrliche Inhaltsstoffe identifiziert. Das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlichte am 2. Juni 2026 eine Warnung vor dem Hautbleichmittel âCarotone Black Spot Correctorâ. Das Produkt wurde unter anderem lokal in Bayern vertrieben â und enthĂ€lt Hydrochinon.
Dabei handelt es sich um ein genotoxisches Kanzerogen, das bereits bei kurzzeitiger Anwendung Hautreaktionen auslösen kann. Betroffen ist eine spezifische Charge mit Haltbarkeit bis Mai 2028. MDR Investigativ berichtete Anfang Juni zudem ĂŒber den fortlaufenden Verkauf von Kosmetika mit EU-weit verbotenen Ewigkeitschemikalien â sowohl online als auch in lokalen GeschĂ€ften.
Behörden verschÀrfen Kontrollen
Die Aufsichtsbehörden in Europa reagieren. In Tschechien starteten die Behörden Anfang Mai 2026 die Aktion âKorundâ â gezielte Kontrollen von GeschĂ€ften auf gefĂ€hrliche Cannabis-Produkte und Kratom. Das Ergebnis: In 77 Prozent der kontrollierten Betriebe gab es VerstöĂe. Rund 86.000 Produkte wurden sichergestellt. Im laufenden Jahr 2026 wurden bereits 235 VergiftungsfĂ€lle gemeldet, 23 davon tödlich.
Parallel dazu debattiert die EU ĂŒber die langfristige Zulassung von Pestiziden. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisierte am 2. Juni 2026 PlĂ€ne der EU-Kommission, Pestizid-Wirkstoffe kĂŒnftig unbefristet zuzulassen. Bisher waren diese auf 7 bis 15 Jahre begrenzt. Die Wissenschaftler betonen: Seit 2009 mussten bereits 165 Wirkstoffe aufgrund neuer Erkenntnisse vom Markt genommen werden. Eine unbefristete Zulassung gefĂ€hrde den Schutz vulnerabler Gruppen und die Umwelt.
Anzeige: Nicht nur Shilajit, auch andere Naturprodukte können Schadstoffe enthalten â etwa Methyleugenol in Basilikum, das laut einer aktuellen Studie DNA-SchĂ€den verursachen kann. Erfahren Sie in unserem Report, welche Inhaltsstoffe Sie meiden sollten und wie Sie geprĂŒfte PrĂ€parate finden. Report zu Schadstoffen in Naturprodukten anfordern
Naturstoffe unter der Lupe: DNA-SchÀden durch Basilikum?
Auch natĂŒrliche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln stehen unter wissenschaftlicher Beobachtung. Ein Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau veröffentlichte am 2. Juni 2026 eine Studie zu Methyleugenol. Der Stoff kommt natĂŒrlicherweise in Basilikum, Fenchel und Muskatnuss vor.
Die Forschung zeigt: Die Substanz wird in der Leber aktiviert und kann DNA-SchĂ€den verursachen. Zwar verfĂŒgt der Körper ĂŒber Reparaturmechanismen â doch bei bestimmten genetischen Defekten können diese SchĂ€den zu schweren Lebererkrankungen fĂŒhren. Die Studie unterstreicht: Auch bei Naturstoffen mĂŒssen die biochemischen Wirkmechanismen genau evaluiert werden.
