Shiroka-Pula, Kosovo

Shiroka-Pula im Kosovo zur StaatsprÀsidentin gewÀhlt

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Im Kosovo hat das Parlament die PrÀsidentin der Akademie der Wissenschaften des kleinen Balkanlandes, Justina Shiroka-Pula, zur neuen StaatsprÀsidentin gewÀhlt.

81 von 120 Abgeordneten stimmten fĂŒr die Kandidatin, womit sie mit zwei Dritteln der Stimmen im ersten Wahlgang gewĂ€hlt war. Ein Abgeordneter stimmte fĂŒr die Gegenkandidatin Eliza Hoxha, zwei gaben ungĂŒltige Stimmen ab.

Der Wahlvorgang war in der Parlamentssitzung, die live gestreamt wurde, am Mittwoch um 00:03 abgeschlossen. WĂ€re die von der Verfassung vorgegebene Frist um Dienstag Mitternacht ohne das Votum verstrichen, hĂ€tte das Parlament fĂŒr aufgelöst gegolten. Neuwahlen - die vierten innerhalb von 20 Monaten - hĂ€tten ausgeschrieben werden mĂŒssen.

MinisterprĂ€sident Albin Kurti von der linken Regierungspartei Vetevendosje (Selbstbestimmung) hatte Shiroka-Pula weniger als zwei Stunden vor Mitternacht als Kandidatin fĂŒr das höchste Staatsamt vorgeschlagen. Die 72-jĂ€hrige Wirtschaftswissenschaftlerin kommt aus der liberalen Oppositionspartei PDK, fĂŒr die sie von 2011 bis 2014 im Parlament saß. 2017 legte sie ihre ParteiĂ€mter nieder. Seit Dezember des Vorjahres steht sie als erste Frau an der Spitze der Akademie der Wissenschaften des Kosovo.

Das Amt des Staatsoberhauptes ist seit April dieses Jahres vakant, als das Mandat der Amtsinhaberin Vjosa Osmani endete. Die Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers scheiterte bislang, weil dafĂŒr in der Regel die Mitwirkung mindestens einer grĂ¶ĂŸeren Oppositionspartei erforderlich ist. Die Verfassung schreibt nĂ€mlich vor, dass an dem Votum zwei Drittel der 120 Abgeordneten teilnehmen mĂŒssen.

Dieses Quorum war bislang nicht zustande gekommen, weil Kurti Kandidaten nominierte, die als Parteikader seiner Vetevendosje-Partei galten oder ihr nahestanden. Shiroka-Pula fand schließlich die Akzeptanz der PDK-Fraktion, die nun an der Abstimmung teilnahm und das nötige Quorum sicherte. Dadurch konnte eine lĂ€ngere politische Krise mit neuerlichen Neuwahlen abgewendet werden. Die neue StaatsprĂ€sidentin legte unmittelbar nach ihrer Wahl im Parlament den Amtseid ab.

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