Sicherheitsschuhe nach DIN EN ISO 20345: Schutz bis 200 Joule vorgeschrieben
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Statische Erdungsklemmen erfüllen in industriellen Prozessen eine kritische Sicherheitsfunktion. Sie leiten angesammelte elektrostatische Ladungen von Geräten, mobilen Behältern oder dem menschlichen Körper kontrolliert und sicher in das Erdreich ab.
Durch diese gezielte Entladung lassen sich gefährliche Brände, Verpuffungen und Explosionen wirksam verhindern. Gleichzeitig schützt das Verfahren empfindliche Präzisionsinstrumente und mikroelektronische Bauteile vor kostspieligen Überspannungsschäden.
Kernanwendungen in Gefahrstofflogistik und High-Tech-Fertigung
Der Einsatz von Erdungsklemmen konzentriert sich auf mehrere anspruchsvolle Industriezweige. Ein zentrales Einsatzfeld ist die Petrochemie sowie der Umschlag von Gefahrstoffen.
Beim Be- und Entladen von Tankwagen und Eisenbahnkesselwagen an Tankstellen, Öldepots und in Chemieanlagen ist eine zuverlässige Ableitung statischer Elektrizität zwingend erforderlich. Das gilt gleichermaßen für mobile Gebinde wie Fässer und Intermediate Bulk Container (IBC), die brennbare Flüssigkeiten, Farben, Beschichtungen, Lösungsmittel oder pharmazeutische Reagenzien transportieren.
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In der Halbleiter- und Elektronikfertigung wiederum steht der Schutz von Bauelementen vor unbemerkten Entladungen im Vordergrund. Erdungslösungen sichern SMT-Fertigungslinien, Chip-Teststationen, Löttöpfe, Instrumentengehäuse und leitfähige Arbeitsmatten ab.
Auch der innerbetriebliche Transport über leitfähige Flachbettwagen und Materialgestelle wird überwacht. Zudem sind High-Tech-Labore mit Spektrometern und hochsensiblen Präzisionswaagen sowie medizinische Einrichtungen mit Bildgebungsgeräten wie Magnetresonanztomografen (MRT) und Computertomografen (CT) auf eine stabile, entladungsfreie Umgebung angewiesen.
Technische Ausstattung explosionssicherer Erdungsklemmen
Für besonders anspruchsvolle Umgebungen wie den Chemikalientankschifftransport kommen explosionssichere Erdungsklemmen zum Einsatz. Der Klemmkörper besteht in der Regel aus widerstandsfähigen Kupferlegierungen oder Edelstahl.
Hochlegierte Kontaktstifte oder speziell gehärtete Greifzähne gewährleisten dabei, dass isolierende Schichten wie Lacke, Farbreste, Rost oder Ölfilme mechanisch durchdrungen werden, um einen direkten metallischen Kontakt sicherzustellen. Federdämpfende Konstruktionen und Impedanzkontrollen unterbinden gefährliche Funkenbildung bei Reibung oder Schlägen.
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Moderne Klemmen verfügen zudem über integrierte audio-visuelle Überwachungsmodule. Liegt eine ordnungsgemäße Erdung mit normgerechtem Widerstand vor, signalisieren Indikatorleuchten oder Summer die Freigabe. Bei einer Unterbrechung, unzureichendem Kontakt oder unzulässig hohem Widerstand warnt das System das Bedienpersonal umgehend mit einem hellen Blinklicht und einem Hoch-Dezibel-Alarm.
Ergänzende ESD-Schutzmaßnahmen und Materialanforderungen
Neben Erdungsklemmen umfasst das ESD-Schutzkonzept am Arbeitsplatz weitere aufeinander abgestimmte Komponenten:
- ESD-Mauspads: In Elektronikwerkstätten, Reinräumen, bei der Chipmontage sowie in der Luft- und Raumfahrt verhindern spezielle Mauspads die elektrostatische Aufladung und gewährleisten eine neutrale Arbeitsumgebung.
- Antistatische Ionenluftpistolen: Ausgestattet mit einem Hochspannungsionisator und einem Ventilator, neutralisieren diese Geräte Oberflächenladungen durch einen gezielten Strom aus positiven und negativen Ionen. Dies verhindert Ausschuss in der Halbleiter-, Optoelektronik-, Textil- und Druckindustrie.
- Antistatische Sicherheitssiegel: Leitfähige Polymere oder ionische Verbindungen verleihen manipulationssicheren Aufklebern einen geringen elektrischen Widerstand, was die Verpackungssicherheit in Reinräumen der Halbleiter- und Pharmaindustrie verbessert.
Persönliche Schutzausrüstung nach DIN EN ISO
Ergänzt wird der Schutz am Arbeitsplatz durch genormtes Sicherheitsschuhwerk. Die Norm DIN EN ISO 20345 verlangt Zehenkappen, die einer statischen Last von 15 Kilonewton und einer Aufprallenergie von 200 Joule standhalten. Schutzschuhe nach EN ISO 20346 decken 100 Joule (Kennzeichnung P) ab, während Berufsschuhe nach EN ISO 20347 (Kennzeichnung O) ohne Zehenschutzkappen ausgeführt sind.
Die Klassifizierungen reichen von antistatischen S1-Schuhen für trockene Innenräume über durchtrittsichere S3-Modelle für Baustellen bis hin zu wasserdichten S7-Schuhen für den Tiefbau und Rettungsdienste.
Zusatzkennzeichnungen wie ESD signalisieren einen gezielten elektrostatischen Ableitungsschutz, während Kürzel wie HRO (Hitzebeständigkeit bis 300 Grad Celsius für 60 Sekunden), CI (Kälteisolierung bis minus 17 Grad Celsius) oder SRC (höchster Gleitwiderstand nach EN 13287) spezifische Gefahrenbereiche abdecken.
Für die Rutschhemmung ist die Profiltiefe entscheidend: Sohlen mit anfangs über 8 Millimetern Profil verlieren ihre Wirkung spätestens bei 3 Millimetern Restprofil. Zugleich zeigen moderne Fertigungsverfahren, dass aktuelle S3-Schuhe heute bereits unter 500 Gramm wiegen können.
