Treffen mit Putin / Ficos Moskau-Reise empört slowakische Opposition
23.12.2024 - 06:10:00"Den Gastransit fĂŒr die Slowakei sollte der Premier in Kiew besprechen", sagte Michal Simecka, der Chef der gröĂten Oppositionspartei der Nachrichtenagentur TASR. Mit seiner Reise zum russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin spiele Fico hingegen "nur ein verlogenes Theater fĂŒr seine WĂ€hler", sagte der Chef der liberalen Progressiven Slowakei (PS). "Und dabei verrĂ€t er sein eigenes Land und fĂŒhrt uns Schritt fĂŒr Schritt weg von Europa."
Branislav Gröhling, Chef der kleineren liberalen Oppositionspartei Freiheit und SolidaritĂ€t (SaS), formulierte seine Kritik noch schĂ€rfer: "Robert Fico ist eine Schande fĂŒr die Slowakei. Er verhĂ€lt sich nicht wie ein Regierungschef eines souverĂ€nen Landes, sondern wie ein gewöhnlicher Kollaborateur." Fico spreche nicht fĂŒr die gesamte slowakische Nation, betonte Gröhling.
Der Slowakei droht Gaskrise
In den Tagen zuvor hatte Fico unter anderem beim EU-Gipfel in BrĂŒssel vergeblich versucht, das von der Ukraine angekĂŒndigte Ende des Transits von russischem Gas in die Slowakei abzuwenden. Der Slowakei drohe dadurch eine schwere Krise, weil sie völlig von russischem Gas abhĂ€ngig sei und kaum Alternativen habe, erklĂ€rte Fico wiederholt. Die Slowakei hatte deshalb von der EU die Erlaubnis bekommen, weiter russisches Gas zu beziehen. Diese EU-Genehmigung ist fĂŒr Bratislava jedoch wertlos, weil ihr Nachbarland Ukraine die Durchlieferung ab dem Jahreswechsel nicht mehr erlaubt.
Beim jĂŒngsten EU-Gipfel kam es deshalb zu einem Wortwechsel zwischen Fico und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj, den beide Politiker bestĂ€tigten. Selenskyj erklĂ€rte demnach, wĂ€hrend die Slowakei nur wirtschaftliche Probleme habe, verliere sein Land tĂ€glich Menschenleben.

