Söders, Vorschlag

Söders Vorschlag zur 'Extremismusklausel' findet wenig Anklang

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Vorschlag von Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU), LĂ€nder mit AfD- oder Linke-Regierung vom Finanzausgleich abzuschneiden, stĂ¶ĂŸt bei seinen Amtskollegen auf ZurĂŒckhaltung bis Ablehnung.

"Der LĂ€nderfinanzausgleich ist öfter mal Diskussion. Ich glaube, dass er nicht geeignet ist, alle Fragen darĂŒber zu klĂ€ren", sagte der rheinland-pfĂ€lzische Regierungschef Gordon Schnieder (CDU) in Berlin vor Beginn der MinisterprĂ€sidentenkonferenz.

Sein Bremer Kollege Andreas Bovenschulte ergĂ€nzte: "Jetzt muss man ein bisschen die Kirche im Dorf lassen bei Sonderregelungen fĂŒr bestimmte BundeslĂ€nder, die jetzt durch die Welt geistern." Das bezog der SPD-Politiker auch auf die Forderung, Informationen von Sicherheitsbehörden fĂŒr solche LĂ€nder zurĂŒckzuhalten.

Söder hatte in der "Augsburger Allgemeinen" eine sogenannte Extremismusklausel beim LĂ€nderfinanzausgleich ins Spiel gebracht. "Diese wĂŒrde besagen, dass LĂ€nder, die extremistisch regiert werden, nicht von den GeberlĂ€ndern unterstĂŒtzt werden", sagte der CSU-Vorsitzende. "Betroffen wĂ€ren Sachsen-Anhalt und Berlin, wenn die Regierungsbildungen dort wie erwartet ablaufen."

LĂ€nderfinanzausgleich fĂŒr annĂ€hernd gleiche LebensverhĂ€ltnisse

Durch den Finanzausgleich zwischen den BundeslĂ€ndern sollen in ganz Deutschland möglichst annĂ€hernd gleiche LebensverhĂ€ltnisse sichergestellt werden. Die GeberlĂ€nder sind derzeit Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Hessen und Hamburg. GrĂ¶ĂŸtes Geberland ist mit Abstand Bayern, grĂ¶ĂŸter Nehmer das Land Berlin.

Söder fehlt bei MinisterprÀsidentenkonferenz

Söder nahm an der MinisterprĂ€sidentenkonferenz nicht teil, weshalb Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD) vor Beginn sagte: "Es ist immer schwer zu diskutieren, wenn solche VorschlĂ€ge kommen, wenn man nicht gemeinsam am Tisch sitzt." Man mĂŒsse Extremismus zwar auf beiden Seiten bekĂ€mpfen, dĂŒrfe aber das, was gerade in Sachsen-Anhalt passiere, nicht gleichsetzen mit den KoalitionsgesprĂ€chen, die in Berlin gefĂŒhrt wĂŒrden. "Da braucht es eine anstĂ€ndige, eine saubere Trennung. Da darf es keine Vermischung geben."

Bremen und Saarland wollen AfD-Verbotsverfahren prĂŒfen lassen

Bovenschulte sagte, es gebe ausreichend rechtliche Mittel, um Extremismus entgegenzuwirken. Aber eine Ungleichbehandlung von LĂ€ndern beim Finanzausgleich halte er fĂŒr verfehlt. Der SPD-Mann plĂ€dierte fĂŒr die PrĂŒfung eines Verbotsverfahrens der AfD durch eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe. Dieser Forderung schloss sich Saarlands MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger (SPD) an.

Zustimmung fĂŒr Söders Vorstoß kommt aus Hessen. Dessen Regierungschef Boris Rhein (CDU) sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Es ist fĂŒr mich unvorstellbar, dass extremistisch gefĂŒhrte Koalitionen in Deutschland durch hessisches Steuergeld mitfinanziert werden." Unter FĂŒhrung der Linken beziehungsweise AfD könnten Berlin und Sachsen-Anhalt "nicht Teil sein der finanziellen Solidargemeinschaft der LĂ€nder in Deutschland", so Rhein. "Wie wir das verhindern können, besprechen wir jetzt mit Bayern und Baden-WĂŒrttemberg, den beiden anderen starken GeberlĂ€ndern."

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