Sonntagsbackverbot: Regierung plant Ausweitung auf fĂŒnf Stunden ab Januar
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 05:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
HandwerksprĂ€sident Jörg Dittrich verlangt die Abschaffung des Sonntagsbackverbots. Die aktuelle Regelung benachteilige BĂ€ckereien gegenĂŒber Tankstellen und Discountern. Die Bundesregierung plant zwar Erleichterungen â dem Handwerk gehen sie nicht weit genug.
Geplante Reform: FĂŒnf statt drei Stunden
Die Gesetzeslage ist klar: An Sonn- und Feiertagen dĂŒrfen BĂ€ckereien maximal drei Stunden backen. Ein Regierungsentwurf sieht vor, diesen Zeitraum ab dem 1. Januar 2027 auf fĂnf Stunden auszuweiten. Auch die Ăffnungszeiten fĂŒr Buchhandlungen und BĂ€ckereien sollen flexibler werden.
Dittrich kritisiert die bestehenden EinschrÀnkungen scharf. WÀhrend traditionelle BÀckereien engen zeitlichen Grenzen unterlÀgen, könnten Tankstellen ihre Backwaren ohne vergleichbare Auflagen anbieten. Das sei eine ungerechtfertigte Benachteiligung. Das Handwerk fordert Gleichbehandlung im Wettbewerb.
40 Prozent mehr Insolvenzen
Die Forderung kommt in einer schwierigen Phase. In der ersten JahreshĂ€lfte 2026 verzeichnete der BĂ€ckerei-Sektor 63 Insolvenzen â ein Anstieg um 40 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Besonders kleine Betriebe leiden unter der Konkurrenz von Discountern, die ihre Selbstbedienungstheken kontinuierlich ausweiten.
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Die Lage im gesamten Handwerk bleibt angespannt. Wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am 21. Juli mitteilte, entwickelte sich der Umsatz preisbereinigt zuletzt negativ. 2025 gingen rund 73.000 ArbeitsplÀtze verloren. Dittrich fordert daher nicht nur die Arbeitszeitreform, sondern auch eine Kommission zur Senkung der Lohnzusatzkosten.
Streit um die Sonntagsruhe
Die Diskussion geht weit ĂŒber das Backgewerbe hinaus. DIHK-PrĂ€sident Peter Adrian sprach sich am 21. Juli fĂŒr eine Lockerung des Sonntagsschutzes aus und bezeichnete ihn als nicht mehr zeitgemĂ€Ă. Auch der Handelsverband Hessen unterstĂŒtzt eine Ausweitung der Ăffnungszeiten. Rund 60 Prozent der Menschen besuchten InnenstĂ€dte primĂ€r zum Einkaufen, so der Verband.
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Gegenwind kommt von kirchlichen Organisationen und Arbeitnehmervertretern. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) betonte die Bedeutung des Sonntags als gesellschaftlichen Ruhepol. Auch Kirchenvertreter in Baden-WĂŒrttemberg lehnten den VorstoĂ ab. Einzig die verkaufsoffenen Sonntage sollten unangetastet bleiben.
Die Branche bleibt gespalten. WĂ€hrend die Regierung mit der Neuregelung einen Zwischenschritt anvisiert, befĂŒrchten inhabergefĂŒhrte BĂ€ckereien, dass lĂ€ngere Arbeitszeiten die Personalgewinnung erschweren. GröĂere Ketten wĂŒrden von der Flexibilisierung profitieren.
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