Sozialplan HKM: 1.700 Arbeitsplätze bis 2029 geregelt
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Salzgitter übernimmt die Hüttenwerke Krupp Mannesmann vollständig. Der Sozialplan zum Personalabbau ist jetzt unter Dach und Fach.
Die Vereinbarung mit der IG Metall regelt das Ausscheiden von 1.700 Beschäftigten bis 2029. Die Belegschaft schrumpft von rund 3.000 auf etwa 1.000 Stellen. Ursprünglich waren 2.000 Streichungen befürchtet worden.
Gestaffelter Abbau in zwei Etappen
Die erste Phase startet am 1. Oktober 2026: 500 Mitarbeiter scheiden auf freiwilliger Basis aus. Parallel dazu wird Hochofen 1 stillgelegt.
Der zweite Schritt umfasst 1.200 Arbeitsplätze und läuft bis zum 30. Juni 2029. Er ist mit der geplanten Stilllegung von Hochofen 2 im Herbst 2029 verknüpft. Der Sozialplan bietet Abfindungen, Altersteilzeit sowie Umschulungs- und Weiterbildungsangebote.
Strategischer Wandel zu grünem Stahl
Salzgitter setzt auf einen Elektrolichtbogenofen (EAF). Die Produktion von „grünem Stahl“ soll den Standort Duisburg langfristig sichern. Die effizientere Technologie benötigt aber deutlich weniger Personal.
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Ein weiterer Grund für die Umstrukturierung: Die Belieferung von ThyssenKrupp Steel endet bereits 2028 – ursprünglich war die Lieferbeziehung bis 2032 geplant. Die Einigung gibt auch Zulieferern wie Europipe in Mülheim eine Perspektive für die kommenden Jahre.
Krise in der Stahlindustrie
Der Stellenabbau bei HKM ist kein Einzelfall. ThyssenKrupp plant aufgrund von Milliardenverlusten weitere 5.000 Streichungen in den nächsten drei Jahren. Der Finanzdienstleister Amundi meldete am 20. Juli einen Stimmrechtsanteil von über fünf Prozent am Konzern.
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Auch in anderen Branchen steigt der Restrukturierungsdruck. Der thailändische Chemiekonzern Indorama schließt sein Werk in Luxemburg – über 100 Jobs sind betroffen. In Österreich baut die Knorr-Bremse-Division IFE am Standort Kematen 41 Stellen ab.
Für die HKM-Mitarbeiter bringt der Sozialplan nun Klarheit über die Bedingungen ihres Ausscheidens. Salzgitter bereitet sich derweil auf den Halbjahresbericht Mitte August vor.
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