Sozialtarifvertrag, Beschäftigte

Sozialtarifvertrag: 220 Beschäftigte erhalten bis 150.000 Euro Abfindung

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Haus-Cramer und NGG einigen sich auf Abfindungen für 220 Mitarbeiter. Werksschließungen in Herford und Paderborn sind terminiert.

Haus-Cramer-Gruppe: Sozialtarifvertrag für Herford und Paderborn steht
Moderne Brauerei-Anlage mit Edelstahltanks in einer professionellen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Haus-Cramer-Gruppe und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben am 30. Juli 2026 eine Einigung über einen Sozialtarifvertrag für die Standorte Herford und Paderborn erzielt. Die Vereinbarung regelt die Bedingungen für insgesamt 220 Beschäftigte, die von den geplanten Standortschließungen und Umstrukturierungen innerhalb der Unternehmensgruppe betroffen sind.

Umfangreiche Abfindungsregelungen und Bonuszahlungen

Im Zentrum der Einigung stehen finanzielle Kompensationen für die Mitarbeiter. Der Sozialtarifvertrag sieht vor, dass ausscheidende Beschäftigte eine Abfindung erhalten, die sich auf 50 bis 70 Prozent des Bruttolohns pro Beschäftigungsjahr beläuft. Die Gesamtsumme dieser Abfindungen wurde auf einen Höchstbetrag von 150.000 Euro pro Person begrenzt.

Zusätzlich sieht die Vereinbarung Anreize vor, um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Beschäftigte, die auf eine Kündigungsschutzklage verzichten, erhalten einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent eines Monatslohns pro Beschäftigungsjahr. Soziale Aspekte finden ebenfalls Berücksichtigung: Für jedes Kind wird eine zusätzliche Zahlung von 3.000 Euro geleistet. Ferner wurde vereinbart, dass Überstunden zu 90 Prozent ausgezahlt werden.

Zeitplan für die Werksschließungen in Herford und Paderborn

Die Umsetzung der personellen Maßnahmen folgt einem gestaffelten Zeitplan. In der Herforder Brauerei, in der rund 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist die Einstellung des Betriebs bereits für Ende August vorgesehen. Nach vorliegenden Berichten wurde dort das letzte Herforder Pils – eine Charge von 40.000 Kisten – bereits abgefüllt. Mit dem Abtransport der Abfüllanlage soll in der nächsten Woche begonnen werden. Künftig wird die Marke Herforder Pils am Standort Warstein produziert und abgefüllt. Kündigungen für die Herforder Belegschaft sollen frühestens im September ausgesprochen werden.

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Am Standort Paderborn, der 120 Beschäftigte zählt, droht das Aus zum Ende des laufenden Jahres. Für diese Belegschaft ist vorgesehen, dass Kündigungen frühestens im November erfolgen.

Angebote zur Weiterbeschäftigung und Umzugshilfen

Die Haus-Cramer-Gruppe bietet den betroffenen Mitarbeitern zudem Perspektiven innerhalb des Unternehmens an. Insgesamt stehen 50 Arbeitsplätze am Standort Warstein zur Verfügung. Um den Wechsel an den neuen Arbeitsort zu erleichtern, umfasst der Sozialtarifvertrag finanzielle Unterstützungsleistungen. Für einen Umzug wird eine Hilfe von maximal 3.500 Euro gewährt. Für Mitarbeiter, die pendeln, wurde eine Pauschale von 35 Cent pro Kilometer vereinbart.

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Strategische Neuordnung der Gruppe

Neben den personellen Einschnitten gibt es auch Entwicklungen in der Verbandsstruktur der Unternehmensgruppe. Die Warsteiner Brauerei plant demnach, ab dem Jahr 2029 wieder dem Brauereiverband NRW beizutreten. Diese Entscheidung markiert einen weiteren Schritt in der langfristigen strategischen Ausrichtung des Familienunternehmens nach der aktuellen Konsolidierungsphase in Ostwestfalen.

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