SozialverbĂ€nde, BĂŒrgergeld-PlĂ€ne

SozialverbĂ€nde kritisieren BĂŒrgergeld-PlĂ€ne der CDU

19.03.2024 - 05:58:50

SozialverbĂ€nde haben die CDU-PlĂ€ne fĂŒr einen radikalen Umbau des BĂŒrgergelds zurĂŒckgewiesen.

"Es ist unsĂ€glich, dass mit dieser Debatte wieder Vorurteile gegen Menschen im Grundsicherungsbezug geschĂŒrt werden", sagte die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Statt fĂŒr bessere Löhne zu kĂ€mpfen und dafĂŒr zu sorgen, dass sich Arbeit wirklich lohne, spiele die CDU die Ärmsten der Gesellschaft gegeneinander aus. "So schĂŒrt man nur Unfrieden in unserer Gesellschaft und leistet den Feinden der Demokratie Vorschub."

Wer Menschen in Arbeit bringen wolle, brauche vor allem mehr Mittel fĂŒr die Aktivierungs- und Vermittlungsangebote der Jobcenter, sagte Engelmeier. "BedĂŒrftigen Familien das ihnen verfassungsrechtlich zustehende Existenzminimum zu verweigern, ist der falsche Weg."

Kritik kam auch vom Sozialverband VdK. "Ich habe den Eindruck, dass hier sehr frĂŒhzeitig der Wahlkampf mit populistischen Angriffen gegen das BĂŒrgergeld eingelĂ€utet wird", sagte dessen PrĂ€sidentin Verena Bentele dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dabei werden auch VorschlĂ€ge gemacht, die verfassungswidrig sind, wie zum Beispiel eine politisch gesetzte Begrenzung bei den RegelsĂ€tzen. Das verfassungsrechtlich geschĂŒtzte Existenzminimum lĂ€sst das aber nicht zu."

Die CDU will das UnterstĂŒtzungssystem des BĂŒrgergelds im Fall eines Siegs bei der Bundestagswahl 2025 radikal umbauen. Lehnt ein arbeitsfĂ€higer GrundsicherungsempfĂ€nger ohne sachlichen Grund eine "ihm zumutbare Arbeit ab ("Totalverweigerer"), soll zukĂŒnftig davon ausgegangen werden, dass er nicht bedĂŒrftig ist", heißt es im Beschluss.

Das BĂŒrgergeld hatte nach einer Reform der Ampel-Koalition Anfang 2023 die vorherige Grundsicherung Hartz IV (Arbeitslosengeld II) abgelöst. Es soll Menschen den Lebensunterhalt sichern, die arbeiten können, deren Einkommen aber nicht zum Leben reicht. Betroffenen soll mit Beratung, Aus- und Weiterbildung geholfen werden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

@ dpa.de