Klingbeil: 1.000-Euro-Job-PrÀmie falsch
12.10.2024 - 07:00:38Im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland deutet Klingbeil an, dass Sozialdemokraten im Bundestag dem Regierungsvorschlag nicht zustimmen könnten. "Hinter die 1.000-Euro-PrÀmie mache ich ein riesiges Fragezeichen", sagte der Co-Parteivorsitzende. Diese Akzentsetzung sei falsch. Klingbeil hob hervor: "Nicht alles, was die Regierung beschlossen hat, muss vom Parlament verabschiedet werden."
Das von SPD, GrĂŒnen und FDP getragene Bundeskabinett hatte vergangene Woche beschlossen, dass Langzeitarbeitslose, die mehr als zwölf Monate in einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit beschĂ€ftigt sind, einmalig 1.000 Euro erhalten können. Die Regelung soll zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.
UnterstĂŒtzt wird der Plan unter anderem von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne). Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich skeptisch geĂ€uĂert. Klingbeil sagte: "Arbeit ist dann attraktiv, wenn die Menschen vernĂŒnftig Geld verdienen." Die SPD kĂ€mpfe daher fĂŒr einen höheren Mindestlohn, Tarifbindung, stabile Renten und sichere ArbeitsplĂ€tze.
Parteivorstand will "Aufholjagd" vorbereiten
Der SPD-Vorstand will am Sonntag und Montag bei einer Klausurtagung Klingbeils Worten zufolge eine "Aufholjagd" der Partei vorbereiten; momentan bekommt sie in Umfragen nur etwa halb so viel Zuspruch wie die Union. "Ich glaube nicht an Wunder, sondern an harte Arbeit", sagte der 46-JĂ€hrige. "Die SPD braucht eine Körperhaltung des Siegeswillens." Sie mĂŒsse anfangen, gemeinsam zu marschieren.
Der Parteichef Ă€uĂerte sich auch zum RĂŒcktritt des GeneralsekretĂ€rs Kevin KĂŒhnert. Dieser habe nichts mit einem Machtkampf innerhalb der SPD zu tun gehabt. Er habe schon vor dem RĂŒcktritt bemerkt, dass es KĂŒhnert nicht gut gehe, sagte Klingbeil. Der 35-JĂ€hrige hatte am Montag seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt und dies mit gesundheitlichen Problemen begrĂŒndet. KĂŒhnert will auch nicht mehr fĂŒr den Bundestag kandidieren.

